Dr. Wolfgang Kimmel
Pfarrvikar
2. Lesung: Apg 10, 34-38
Das 10. Kapitel der Apostelgeschichte ist ziemlich lang - 48 Verse - und weist auch einige Wiederholungen auf. (Dabei sind Wiederholungen in der Bibel nie auf das Unvermögen des Verfassers zurückzuführen, sondern immer ein Zeichen dafür, dass etwas besonders betont werden soll.) Es ist daher klar, dass die Lesung den Bibeltext kürzen muss.
Aber wie? Die Erzählung beginnt mit der Vision des Hauptmanns Cornelius, die ihn ermutigt, sich an Petrus zu wenden und der Vision des Petrus, in der die Speisegebote des Judentums in Frage gestellt werden.
Dann kommen die Boten des Cornelius und holen Petrus nach Cäsarea. Cornelius berichtet von seiner nächtlichen Vision und darauf reagiert Petrus mit den Worten des heutigen Lesung. Dabei ist die Verbindung mit dem vorigen Text durch das „da“ des Bibeltexts um vieles klarer als durch das „in jenen Tagen“ der Lesung. Die Verbindung sind eben nicht „jene Tage“, sondern die vorhergehenden Worte des Cornelius.
Im Anschluss an den Lesungstext folgt ein Auferstehungsbekenntnis des Petrus, die Herkunft des Heiligen Geistes auch auf die Nichtjuden und die Taufe des Cornelius. Vor allem die beiden letzteren Elemente wären ja durchaus passend für den Sonntag, der mit „Taufe des Herrn“ bezeichnet wird.
Aus Gründen, die kaum nachzuvollziehen sind, wurde der Anfang der spannenden Rede des Petrus aus dem Zusammenhang gerissen und die Rede ihrer wesentlichen Aussage beraubt: dass jemand, der wie Cornelius gläubig geworden war, mit seinen ganzen Haus fromm und gottesfürchtig lebte, Almosen gab und beständig betete (Apg 10,1), selbstverständlich auch die Taufe empfangen durfte.
Die heutige 2. Lesung ist ein Text, der leider ohne Kontext unverständlich bleiben muss.
Eva R.
Hinweis: Lesungen und Evangelium finden Sie gemeinsamit mit Tagesgebet und Psamlen über https://www.vaticannews.va/de/tagesevangelium-und-tagesliturgie/2025/03/23.html