Tuesday 31. March 2020
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Betrachtung von Pfarrer Walterskirchen zum 5. Fastensonntag

Joh 11, 3-7.17.20-27.33b-45

In jener Zeit sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.

Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Jesus war im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb? Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast. Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

 

Liebe Gemeinde!

 

Der Tod eines geliebten Menschen erschüttert uns zutiefst. Die Trauer ist kein Anhängsel, die Trauer sind wir selbst. Mit dem Verstorbenen stirbt auch ein Teil von uns. Erschütterung und Gefühlschaos gehören dazu und dürfen sein. Jesus ist im heutigen Evangelium an unserer Seite mit seiner Erschütterung und seinem Weinen über den Tod des Lazarus. Die Tränen und die Erschütterung drücken seine Liebe aus. Das Wertvollste was Menschen in ihrer Trauer erleben sind Menschen, die für sie da sind und ihren Schmerz mit ihnen aushalten. Gott sagt uns zu, dass er dort sein wird, wo wir sind – er ist in unserer Angst, in unserer Trauer, in unserem Gefühlschaos, in unserer Isolation. Der 5. Fastensonntag greift das zentrale Thema von Ostern schon auf, nämlich den Tod und die Auferstehung.

Wir erleben zur Zeit auch, dass uns vieles genommen wurde. Neben den großen und schmerzlichen Abschieden durch den Tod gibt es im Leben immer auch kleinere Abschiede und „Todeserfahrungen“, wo uns etwas genommen wird. Vielleicht haben wir in solchen Situationen aber auch schon eine anfängliche Erfahrung von Auferstehung gemacht. Es geht dabei nicht darum, keine Angst, keine Trauer zu haben, sondern um die Erfahrung der Zusage, dass Gott uns trägt, durch alle Krisen hindurch, auch durch den Tod. Die 1. Lesung aus dem Buch Ezechiel verwendet das Bild des geöffneten Grabes, aus dem Gott sein Volk herausführt (https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2020-03-29). Dort heißt es: So spricht Gott, der Herr: „Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch zurück in das Land Israel.“ Und dann heißt es weiter: „Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig, und ich bringe euch wieder in euer Land.“ Neben dem Bild des geöffneten Grabes weist Ezechiel auch darauf hin, dass Gott uns mit seinem Geist anhaucht, dass wir also Anteil an seinem Geist haben und er in uns ist und mit uns geht. Auch in der 2. Lesung hören wir, dass Gottes Geist in uns wohnt. Gott ist uns näher als wir uns selbst. Gott ist mit uns. Das darf uns ermutigen!

Das Evangelium endet mit der Auferweckung des Lazarus und dem Glauben der Menschen. Lazarus ist nach seiner Auferweckung am Ende seines Lebens jedoch wieder gestorben. Die Auferstehung am Ende unserer Tage ist das große Geheimnis und die große Hoffnung unseres Lebens. Wir dürfen und sollen Auferstehung aber auch schon im Leben erfahren und leben. Der Pfarrer und Dichter Kurt Marti hat es in einem seiner Gedichte schön zum Ausdruck gebracht: „Ihr fragt wie ist die Auferstehung der Toten? Ich weiß es nicht. Ihr fragt wann ist die Auferstehung der Toten? Ich weiß es nicht. Ihr fragt gibt´s eine Auferstehung der Toten? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur wonach ihr nicht fragt: die Auferstehung derer die leben. Ich weiß nur wozu Er uns ruft: zur Auferstehung heute und jetzt (Kurt Marti).

 

Herzlichst, Ihr Pfarrer Max Walterskirchen

 

 

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