Dienstag 10. Februar 2026

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P. Sagayara Lourdusamy MSFS
Markus Lahner / P. Sagayara Lourdusamy MSFS
P. Sagay über seine Herkunft und seine Pläne

Unser neuer Kaplan im Gespräch

Mitte Februar war unser neuer Aushilfskaplan P. Sagayaraj Lourdusamy zu Besuch bei unserem „Team Spirit". Erfahren Sie, was er den Jugendlichen über seine Heimat Indien und seine ersten Eindrücke in Wien zu berichten hatte.

P. Sagay zu Gast beim 'Team Spirit'

 

Unser junger Aushilfskaplan aus Indien fühlte sich sichtlich wohl inmitten unserer Pfarrjugend. Trotz einer starken Erkältung nahm sich Pater Sagayaraj Lourdusamy Zeit für ein ausführliches Gespräch.

 

Verschnupft und stark hüstelnd, nahm Pater „Sagay“, wie er sich selbst nennt, in unserem Jugendraum Platz, um über eine Stunde lang rund 10 Jugendlichen und interessierten Eltern von sich und seiner Heimat zu erzählen. Die positive Atmosphäre und die Gastfreundschaft unseres „Team Spirit“ genoss er von der ersten Minute an. Da das Deutsch von Pater Sagay noch nicht ganz perfekt ist, fand das Gespräch in Englisch statt – eine willkommene Gelegenheit für unsere Jugendlichen ihr Schul-Englisch in der Praxis anzuwenden.

 

Wie fühlt man sich als Inder in Europa?

 

Nach seinen ersten Eindrücken in Wien befragt, erwähnte Pater Sagay zuallererst das kalte Wetter. Hatte es in seiner Heimat zuletzt über 30 Grad, müsse er sich erst einmal an die Temperaturen rund um den Gefrierpunkt gewöhnen. Auch dass man in Wien relativ wenigen Menschen begegnet, alle so diszipliniert sind und es hier so sauber ist, war für ihn eine ungewohnte Erfahrung. In seiner Heimat, in der ca. 1,2 Milliarden Menschen leben, geht es da deutlich lebhafter zu. Eine andere Umstellung betrifft die Ernährung: Auch wenn er es gewohnt ist scharf und gut gewürzt zu essen, schmeckt ihm das Essen bei uns aber sehr gut.

 

Wo kommt Pater Sagay her?

 

Unser neuer Aushilfskaplan stammt aus der Provinz Tamil Nadu im Süden Indiens, in der rund 72 Millionen Menschen leben. Seine Eltern sind Bauern, er hat vier Geschwister und ist seit rund acht Jahren katholischer Priester. In seiner Heimat gibt es fünf Jahreszeiten – neben Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter kommt auch eine Monsun-Regenzeit während der Sommermonate dazu.

 

Wie ist die Situation der Christen in Indien?

 

Pater Sagay erzählte uns, dass mehr als 80 % der indischen Bevölkerung P. Sagayara Lourdusamy MSFSHindus sind, die an einen sich ständig wiederholenden Kreislauf von Leben und Tod glauben. Auch wenn das Kastensystem offiziell abgeschafft ist, wird das tägliche Leben in Indien doch nach wie vor sehr stark von dieser inoffiziellen Hierarchie geprägt. Nur 2,7 % der Inder gehören dem katholischen Glauben an, der sich jedoch Stück für Stück weiter ausbreitet. Auch wenn die Kirchen in Indien zumeist voll sind, hat das Leben als Minderheit mitunter seine Nachteile – zum Teil leiden Katholiken sogar unter Verfolgung. Ein aktueller Bericht dazu lässt sich hier nachlesen.

 

Was macht Pater Sagay in Wien?

 

Pater Sagay nützt seinen Aufenthalt in Wien, um sein Psychologiestudium zu finalisieren und seine Diplomarbeit zum Thema „Gesprächstherapie“ zu schreiben. Außerdem möchte er seine Deutschkenntnisse weiter verbessern. Als Missionar des Hl. Franz von Sales ist es ihm ein Anliegen, auch während der Zeit in Wien Augenmerk auf die Ordensschwerpunkte „Seelsorge“, „Sozialarbeit“ und „Ausbildung“ zu legen. In Unterheiligenstadt wird er bestimmt genügend Gelegenheiten dazu bekommen.

 

Wir wünschen ihm einen guten Start in unserer Pfarre und heißen ihn herzlich willkommen bei uns!