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27.04.2015 · Ökumene · Schönborn

Schönborn zu Armenier-Genozid: "Nicht vergessen, aber vergeben"

Gedenkgottesdienst im Stephansdom am 24. April

"Habt keine Angst vor der Wahrheit!", appellierte Schönborn am Freitag, 24. April 2015, im bis auf den letzten Platz gefüllten Wiener Stephansdom an all jene, die dieses Gedenken kritisieren würden. Nicht die Wahrheit, sondern die Verleugnung der Wahrheit führe zu neuen Konflikten.

Ökumenischer Gottesdienst im Stephansdom. Schönborn plädiert in Predigt für "ehrliche Aufarbeitung der Geschichte".

Nur die ehrliche Aufarbeitung der Geschichte kann zu Versöhnung und Vergebung führen und garantieren, dass sich Ereignisse wie der Völkermord an den Armeniern und weiteren Christen im Osmanischen Reich ab 1915 nicht mehr wiederholen. Das hat Kardinal Christoph Schönborn in seiner Predigt beim Gedenkgottesdienst an die Opfer des armenischen Völkermordes vor 100 Jahren betont. "Habt keine Angst vor der Wahrheit!", appellierte Schönborn am Freitag, 24. April 2015, im bis auf den letzten Platz gefüllten Wiener Stephansdom an all jene, die dieses Gedenken kritisieren würden. Nicht die Wahrheit, sondern die Verleugnung der Wahrheit führe zu neuen Konflikten. Denen, die sich gegen die Wahrheit stellen, gelte es, die Hand entgegen zu strecken, sagte der Kardinal: "Uns allen tut die Wahrheit gut."

 

Gedächtnis an den Völkermord

Das Gedächtnis an den Völkermord dürfe freilich nicht mir Hass und Revanchegedanken begangen werden. "Wir dürfen nicht vergessen, aber wir müssen vergeben", so Schönborn wörtlich.

 

1915 und in den darauf folgenden Jahren habe die größte Christenverfolgung der Geschichte stattgefunden, sagte der Erzbischof und sprach von 1,5 Millionen Opfern unter den Armeniern, einigen hunderttausend ermordeten Christen syrischer Tradition, 350.000 toten Pontus-Christen und rund 150.000 toten Christen Kleinasiens. Der tiefste Grund für die Verfolgung sei darin gelegen, "dass sie Christen waren".

 

Christenverfolgung damals und heute

Der Kardinal verwies auf Papst Franziskus, der mehrmals betont hatte, dass der Genozid am armenischen Volk niemals vergessen werden dürfe. Schönborn erinnerte zugleich auch daran, dass gerade auch heute unzählige Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Die Schreckensbilder von der Ermordung der koptischen und äthiopischen Christen in Libyen vor wenigen Tagen wie auch deren Glaubenszeugnis seien noch allzu präsent. Auch die Ermordung von rund 150 christlichen Studenten in Kenia zeige, dass die Zahl der christlichen Märtyrer heute größer sei als am Beginn des Christentums, so der Kardinal mit Verweis auf Papst Franziskus.

 

Ökumenische Beteiligung

Dem Gottesdienst stand Kardinal Schönborn gemeinsam mit dem armenisch-orthodoxen Patriarchaldelegaten P. Tiran Petrosyan, dem syrisch-orthodoxen Chorepiskopos Emanuel Aydin und dem griechisch-orthodoxen Bischofsvikar Ioannis Nikolitsis vor. Weiters nahmen u.a. Nuntius Erzbischof Stephan Peter Zurbriggen, die Weihbischöfe Franz Scharl und Stephan Turnovszky, der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Superintendent Lothar Pöll und der evangelische Bischof Michael Bünker an der Vesper teil; ebenso der anglikanische Erzdiakon Patrick Curran, der altkatholische Bischof John Okoro, der koptische Bischof Gabriel, der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura und der bulgarisch-orthodoxe Bischofsvikar Ivan Petkin sowie Vertreter vom armenisch-katholischen Mechitharistenorden.

 

Die Fürbitten für die Opfer wie auch für die Täter der Christenverfolgungen einst und heute wurden von Vertretern der armenisch-apostolischen, syrisch-orthodoxen, evangelischen, griechisch-orthodoxen, anglikanischen, römisch-katholischen und koptischen Kirche vorgetragen. Gleichzeitig wurde bei jeder Fürbitte eine Kerze entzündet.

 

Werfel-Kreuz im Stephansdom

Bei dem Gottesdienst wurde auch das sogenannte "Werfel-Kreuz" gut sichtbar in einer Vitrine vor dem Altarraum ausgestellt. Kardinal Schönborn erinnerte an die Geschichte diese Kreuzes. Es war das Verdienst des österreichischen Schriftstellers Franz Werfel, mit seinem Roman "Die vierzig Tage des Musa Dagh" (erschienen 1933) dem Armenier-Genozid ein literarisches Denkmal geschaffen zu haben. Der damalige armenisch-apostolische Patriarch von Jerusalem, Yegishe Tourian, war so angetan von den Nachforschungen des Schriftstellers über die Armenierverfolgung, dass er ihm ein armenisches Kreuz (mit einer Kreuzreliquie) schenkte. Werfel trug dieses Kreuz später auch während seiner Flucht vor den NS-Schergen immer bei sich.

 

Das Kreuz gelangte schließlich in den Besitz von Erich Rietenauer, der als Kind im Haus der Mutter von Alma Mahler-Werfel oft zu Gast war. Vor wenigen Jahren übergab Rietenauer das Kreuz an Kardinal Schönborn. Das Kreuz sei ein Zeichen dafür, dass die Wahrheit über den Völkermord die Menschen nicht gegeneinander aufhetzt, sondern den Weg zur Versöhnung weist, so Schönborn in seiner Predigt.

erstellt von: red/kap
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