Friday 7. August 2020
Evangelium von heute Mt 16,24-28 In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein...
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Jesus hatte Mitleid mit ihm...
Mk. 1, 41
Namenstage Hl. Xystus (Sixtus) II., Papst, und Gefährten; Märtyrer, Hl. Kajetan, Hl....
„Schließen wir mit Jesus eine tiefe Freundschaft. So können wir ihm von nahem folgen und mit ihm sowie für ihn leben.“
Papst Franziskus

7 Monate in Mexiko

Lea Wolf, 19 Jahre jung, startete im August letzten Jahres ihr Volontariat in Mexiko. Ihr Einsatzort war León, wo sie als Lehr- und Aufsichtperson in verschiedenen Projekten der Salesianer Don Bosco mitarbeitet. Wegen der Corona-Pandemie musste sie ihren Einsatz leider vorzeitig abbrechen. Hier ihr Bericht.

“Woher kommst du? Warum sind deine Haare so blond? Trägst du Kontaktlinsen damit du blaue Augen hast?” So oder so ähnlich begrüßten mich anfangs alle jüngeren Kinder in Mexiko, die ich im Proyecto Niños Don Bosco kennengelernt habe. Ein guter Weg um erst mal Spanisch besser zu lernen, immer wieder dieselben Antworten zu geben, hilft sehr dabei sicherer in der Sprache zu werden.

 

Mitte August 2019 sind mein Mitvolontär Jakob und ich nach León geflogen um in unser Jahr in Mexiko zu starten. Wir wurden sofort auf mexikanische Art und Weise am Flughafen begrüßt - mit einem Ständchen mitten in der Nacht - gespielt wurde das bekannte Lied “Cielito Lindo”. Die ersten Wochen waren ein konstantes lernen, entdecken und verarbeiten all der neuen Eindrücke die man so bekommt, wenn man sich erstmals für längere Zeit in einem anderen Land, auf einem anderen Kontinent aufhält.

 

Nach einer Woche beginnen wir schon in den beiden Teilprojekten Valdocco und Patio zu arbeiten. Valdocco ist eine Einrichtung, die man mit einem österreichischen Hort vergleichen kann. Die Kinder der primaria, also der Volksschule gehen dort vor oder nach der Schule hin (je nachdem ob sie vormittags oder nachmittags Schule haben). Es gibt dort verschiedenes Programm wie Hausaufgabenbetreuung, gemeinsames Mittagessen, Basteln, Malen, Englisch lernen, Computer-Basics kennenlernen und vor allem spielen. Es geht dabei um die Vermittlung von christlichen Werten, ein gutes gemeinsames Miteinander, Respekt, Essensmanieren und einen gewissen Weitblick für die Welt, ganz im Sinne von Don Bosco. Vor allem die psychologische Unterstützung spielt eine große Rolle, da viele der Kinder aus sehr schwierigen Familienverhältnissen kommen. Der Stadtteil Chapalita in dem sich Valdocco befindet, ist einer der unsicheren und ärmeren Leóns. Wir Volontär*innen helfen und unterstützen die Erzieher*innen wo es nur geht und sind in erster Linie für die Kinder da. Aufmerksamkeit schenken und die gezielte Betreuung von einzelnen schwierigeren Kindern stehen für uns auf dem Programm.

 

Auch das Teilprojekt Patio Don Bosco, in dem wir zwei Mal in der Woche mithelfen, versucht Kindern und Jugendlichen mithilfe von Spielen und Basteleien die Werte Don Boscos zu vermitteln. Aber auch der Wert von Bildung, Hygiene, gesunder Ernährung und viele weitere Bereiche, die für uns in Österreich selbstverständlich sind, soll den Kindern nähergebracht werden. Bei Patio handelt es sich nicht um einen Standort, zu dem die Kinder selbst hinkommen, sondern um ein Team das sich gezielt in verschiedene communidades in und rund um León bewegt. Wir Volontär*innen besuchen die communidad “Las Ladrilleras” und leben uns in diesem neuen Umfeld ein.

 

 

Morgens und abends verbringen wir unsere Zeit in der Ciudad del Niño, dort wo auch unsere Zimmer sind. Die Ciudad ist der Hauptstandort des Projektes, dort sind die Büros, die Padres leben dort, zwei Schulen (Secundaria und Preparatoria) und das Burscheninternat. Mit den Burschen aus ebendiesem Internat essen wir gemeinsam und verbringen am Abend öfters Zeit. Sport machen, vor allem Volleyball und Fußball, im Fernsehen Filme und wichtige Fußballspiele anschauen sowie begleiten zu verschiedenen anderen Events stehen dort am Programm.

 

Nach zwei bis drei Monaten, ungefähr der Zeitraum den ich brauche um mich relativ gut auf Spanisch verständigen zu können, brauchen wir um uns auch sonst in Mexiko und im Projekt zurechtzufinden. Diese Zeit ist ein kennenlernen, vor allem was die Mitarbeiter*innen und Kinder angeht mit denen wir enger zusammenarbeiten. Danach geht es weiter, mit mehr Eigenverantwortung, mehr verstehen was um einen herum geschieht und auch mehr Vertrauen von den Menschen um uns herum.

 

Bis Ende Februar arbeiten wir zu dritt, mein Mitvolo Jakob und mein mexikanischer Mitvolo Rubén, in den beiden Projekten. Dann bekommt das Gesamtprojekt die Finanzierung für den Aufbau der “Brigada de la Alegria” und von da an helfen wir diesem noch jungen Projekt in León eine Form zu geben. Die Brigada soll junge Menschen animieren sich für noch jüngere Menschen, also Kinder, zu interessieren und zu ihnen auf die Straße zu gehen. Dieses “auf die Straße gehen” ist ganz im Sinne Don Boscos, nämlich auf junge Menschen zuzugehen und ihnen mithilfe von Spielen, Essen, Tanz und Basteln bestimmte Werte des christlichen Glaubens aber auch über das Leben allgemein sowie ein bisschen Bildung zu übermitteln.

 

Wir beschäftigen uns vor allem damit das Projekt bekannter zu machen und sowohl Kinder als auch mehr junge Erwachsene dazu zu animieren teilzunehmen. Den Grundstein haben wir damit gelegt und das Projekt wird seine Arbeit, sobald es wieder nach der Corona-Krise weitermachen kann, mit neuen Volontär*innen fortsetzen.

 

Nach diesen vollen sieben Monaten, die einige Auf und Abs in sich hatten, bleibt das Gefühl zurück, dass die Welt viel größer ist als man denkt. Ich verstehe jetzt Spanisch ziemlich gut und damit auch Mexiko viel besser und über die anfangs erwähnten schwierigen Fragen, muss ich jetzt lachen. Man lernt viel bei so einem Volontariat, über sich selbst, über ein anderes Land, über Österreich und vor allem darüber was es heißt zu versuchen diese Welt ein bisschen besser zu machen. Wie auch immer man das anstellt.

Pastoralamt der ED. Wien Referat für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit
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