| September 2023 |
|
03.09.2023: 22. Sonntag im Jahreskreis A:
Wir hören heute wieder von Petrus, der einer der bekanntesten Apostel und so etwas wie deren „Sprecher“ ist. Jesus erklärt seinen Freund*innen, dass er bald in Jerusalem vieles erleiden muss und sterben wird. Und wie beigefügt, dass er dann auferstehen wird. Petrus ist empört und kann das nicht glauben. Er spricht aus, was viele denken: Warum musste Jesus so leiden, warum musste Jesus so sterben? Das soll Gott doch verhindern! Für alle, die Jesus nachfolgen wollen, bedeutet das: Die Nachfolge kann nicht immer nur in einfachen Zeiten geschehen, sondern umfasst auch schwere Zeiten, schmerzliche Momente—die kann Gott niemandem ersparen. In allen leidvollen Momenten weiß sich aber der*die Glaubende von Gott getragen.

10.09.2023: 23. Sonntag im Jahreskreis A:
„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind...“ Jesus spricht im heutigen Evangelium von der Gemeinde. In der Gemeinschaft der Christ*innen tragen wir nicht nur Verantwortung für uns selbst, sondern füreinander. Wir wollen gut zusammenleben, wie Geschwister, wie eine Familie. Auch wenn jemand Fehler macht oder sich nicht an Abmachungen hält—alle tragen dafür Sorge, dass der*diejenige sich wieder gut in die Gemeinschaft einfindet. Mit der Hilfe Gottes kann das gut gelingen, er ist immer bei uns.

17.09.2023: 24. Sonntag im Jahreskreis A:
Es geht weiter mit dem Thema „Leben in der Gemeinde“—heute geht es um die Frage: Wie ist das mit dem Verzeihen? Gott verzeiht immer—genauso sollen auch wir einander verzeihen—Verzeihen kennt keine Grenze. Durch die Vergebung der Schuld sind alle Christ*innen zu einem neuen befreiten Leben berufen. Das soll im Umgang mit unseren Geschwistern sichtbar werden. Jesus erzählt dazu ein Gleichnis von einem König und zwei Dienern (Gleichnis vom unbarmherzigen Gläubiger).

24.09.2023: 25. Sonntag im Jahreskreis A:
„Die Letzten werden die Ersten sein…“ Wieder erzählt Jesus ein Gleichnis, in dem es um die Güte Gottes geht. Auf den ersten Blick wirkt das Handeln eines Gutsbesitzers in diesem Gleichnis unfair. Die Arbeiter, die nur eine Stunde gearbeitet haben, sollen den gleichen Lohn bekommen, wie jene, die den ganzen Tag gearbeitet haben? Die Arbeit der Ersten wird jedoch nicht entwertet, sie werden gerecht entlohnt mit dem zuvor vereinbarten Tageslohn. Die Güte Gottes steht im Vordergrund, der letztlich alle zu "Ersten" machen möchte — unabhängig von den Leistungen, die der*die Einzelne erbringt!

|
| Oktober 2023 |
|
01.10.2023: 26. Sonntag im Jahreskreis A/ Erntedank
Wir hören wieder ein Gleichnis: Ein Vater will seine zwei Söhne in den Weinberg schicken, um eine notwendige Arbeit zu erledigen. Der erste bejaht, geht dann aber nicht. Der zweite sagt „Nein“, später reut es ihn aber, und er kommt der Bitte doch nach. Jesus sagt seinen Zuhörer*innen damit, dass nicht nur Worte wichtig sind, sondern die darauf folgenden Taten.
Gott schickt auch heute seine Kinder in den Weinberg. Manchmal werden wir wie der erste Sohn handeln, manchmal wie der zweite. In jedem Fall ist es wichtig, dass wir überlegen, ob wir die Einladung Gottes überhaupt gehört haben, und welche Antwort wir zu geben bereit sind.

08.10.2023: 27. Sonntag im Jahreskreis A
Jesus stieß mit seiner Botschaft nicht immer auf Zuspruch, besonders bei den Führenden des Volkes. Im heutigen Evangelium hören wir davon, dass er die Hohepriester mit „bösen Winzern“ vergleicht. Im Gleichnis wird klar gesagt, dass Gott von denjenigen, die in seinem Weinberg arbeiten wollen, auch verlangt, dass sie Früchte hervorbringen. Was sind unsere Früchte?

15.10.2023: 28. Sonntag im Jahreskreis A
Ähnlich wie am letzten Sonntag geht es in der heutigen Evangelienstelle wieder um die Auseinandersetzung Jesu mit den Führenden des Volkes. Jesus erzählt den Hohepriestern erneut ein Gleichnis: Ein königliches Hochzeitsfest ist vorbereitet—aber die geladenen Gäste kommen nicht. Stattdessen finden sie alle möglichen Ausreden und lassen sich diese Gelegenheit entgehen. So lädt der König andere ein, Leute „von der Straße“.

22.10.2023: 29. Sonntag im Jahreskreis A
Wieder hören wir von einer Konfrontation der Pharisäer und Führenden des Volkes mit Jesus. Sie wollen Jesus mit einer Fangfrage hereinlegen. Jesus entlarvt die bösen Absichten, indem er nicht direkt auf die Frage eingeht, sondern sich eine Münze mit dem Bildnis des Kaisers darauf zeigen lässt und anmerkt: „Gebt dem Kaiser, was ihm gehört.—Und Gott, was Gott gehört.“ Dem Menschen muss es letztlich darum gehen, den Willen Gottes zu tun. Die Interpretation, was das ist, was Gott gehört, bleibt für uns offen.

29.10.2023: 30. Sonntag im Jahreskreis A
Eine weitere Prüfung wartet auf Jesus—ein Gesetzeslehrer stellt ihm die Frage, welches Gesetz wohl das wichtigste sei. Seine Antwort: Die Liebe ist das größte Gebot und soll Grundlage unseres Handelns sein. Wir wollen dieses Gebot nicht nur hören, sondern auch danach leben und handeln. Gottes– und Nächstenliebe gehören untrennbar zusammen. Im Mitmenschen wird Gott erfahrbar.

|
| November 2023 |
|
01. und 02.11.2023: Allerheiligen und Allerseelen
Am Fest Allerheiligen gedenkt die Kirche aller Menschen, die heilig genannt werden—Menschen, die in besonderer Weise so gelebt haben, wie Jesus es vorgemacht hat. Uns sind einige davon als Namenspatrone zur Seite gestellt. Im Evangelium hören wir die Seligpreisungen: Jesus richtet „Glückwünsche“ an die Menschen— aber nicht etwa an die, die im Leben „Glück“ haben. Nein, gerade an diejenigen, denen es nicht so gut geht, die nicht groß dastehen, die die Welt vielleicht nicht „glücklich“ preisen würde. Gerade diese Menschen hat Gott besonders im Blick.
Zu Allerseelen denken wir an liebe Menschen, die nicht mehr bei uns sind. Dieses Fest soll uns in unserer Trauer abholen und uns Zuversicht schenken, dass unsere Verstorbenen bei Gott lebendig sind—genauso wie alle Heiligen.

05.11.2023: 31. Sonntag im Jahreskreis A
Im heutige Evangelium hören wir eine mahnenden Rede Jesu. Er spricht an, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer zwar anderen sagen, was sie zu tun haben, sich selbst aber nicht daran halten. Reden und Tun müssen zueinander passen! Das gilt ganz klar für die christliche Gemeinschaft—damals zur Zeit des Evangelisten Matthäus und auch heute.

12.11.2023: 32. Sonntag im Jahreskreis A
Im heutigen Evangelium heißt es: „Seid bereit, denn ihr wisst nicht, wann der Bräutigam kommen wird!“ - Wir wollen nicht, dass es uns so passiert, wie fünf Frauen, denen das Licht ausging, und die damit die Chance vertan haben, beim großen Hochzeitsfest dabei zu sein. Wir wollen das Fest nicht verpassen, sondern achtsam sein, wenn es darauf ankommt!

19.11.2023: 33. Sonntag im Jahreskreis A
Jesus erzählt auch heute wieder ein Gleichnis, wie es sich mit dem Reich Gottes verhält. Es geht nicht um etwas Fernes, etwas in der Zukunft, sondern um unser Tun „hier und jetzt“. Es geht in diesem Gleichnis um das „Wirtschaften“ mit den Talenten. Ein reicher Mann gibt seinen drei Dienern Geld (Talente), das sie in der Zeit seiner Abwesenheit verwalten sollten. Als er wiederkommt, lobt er die zwei, die das Geld vermehrt haben und tadelt den dritten, der das Geld nur versteckt hat. Wie setzen wir unsere Talente und Fähigkeiten ein, die uns von Gott gegeben sind?

26.11.2023: Christkönig
Am Christkönigsfest steht Jesus als König im Mittelpunkt. Das Bild des Königs, das er uns vermittelt, ist aber so ganz anders als das Bild von Herrscher*innen, König*innen und Machthaber*innen, das wir vielleicht im Kopf haben. Jesus ist König für uns, in unseren Herzen lebt er durch unseren Glauben an ihn. Wir setzen mit dem Christkönigsfest ein klares Zeichen: Wir erkennen den gekreuzigten und auferstandenen Christus als wahren Herrscher an. Er ist nicht ein König unter vielen, sondern der, mit dem endgültig Frieden, Gerechtigkeit und Heil kommt. Durch die Taufe sind auch wir Königssohn*Königstochter! Das heurige Kirchenjahr geht mit diesem Sonntag zu Ende. Nächste Woche beginnt ein neues—genau so wie mit dem Advent etwas Neues beginnt—wir warten erneut auf das Kommen unseres Königs als kleines Kind im Stall von Betlehem.

|
| Dezember 2023 |
|
3. Dezember 2023: 1. Adventsonntag:
Mit dem ersten Adventsonntag beginnt das neue Kirchenjahr. Advent heißt Ankunft, Kommen—wir warten auf das Kommen Jesu und bereiten uns darauf vor. Wir wollen wachsam durch die Adventzeit gehen, uns vorbereiten auf das Christkind. Wachsam sein—dazu werden wir im heutigen Evangelium aufgerufen.

8. Dezember 2023: Mariä Empfängnis:
Wir feiern am Hochfest „Mariä Empfängnis“ den Beginn des Lebens Marias selbst, nicht die Verkündigung, dass sie Jesus gebären wird (von der wir heute aber trotzdem im Evangelium hören). Wir feiern, dass Maria erwählt wurde, am Heilsplan Gottes mitzuwirken. Sie hatte die besondere Aufgabe, Mutter des Gottessohnes zu sein. Das hatte Gott von Beginn ihres Lebens an mit ihr vor. Auch für jede*n von uns hat Gott einen ganz besonderen Auftrag. Das Vertrauen Marias ist für uns eine Einladung, uns ganz auf unseren eigenen Auftrag einzulassen und vertrauensvoll Ja zu sagen wie Maria.

10. Dezember 2023: 2. Adventsonntag:
Wir lernen heute jemanden kennen, der uns dazu aufruft, wachsam zu sein: Johannes der Täufer. Er war der gleichaltrige Cousin von Jesus, ein Prophet. Wir kennen ihn vor allem von den Evangelien im Advent als Wegbereiter Jesu. Er wollte, dass sich die Menschen für den Messias bereit machen. Wie bereiten wir uns auf Jesus vor?

17. Dezember 2023: 3. Adventsonntag:
Der dritte Adventsonntag wird auch als Gaudete-Sonntag bezeichnet und bringt im Besonderen die Vorfreude auf das Weihnachtsfest zum Ausdruck. Gott ist jetzt ganz nah! Im Evangelium hören wir wieder von Johannes dem Täufer. Wo können wir in unserem Alltag diese Vorfreude teilen?

24. Dezember 2023: Heiliger Abend – Weihnachten
Der Heilige Abend ist endlich da. An diesem Abend ist der Blick auf das Kleine, Unscheinbare gerichtet. Im kleinen Städtchen Betlehem wird ein kleines Kind geboren. Im Stall. Es soll der Retter sein. Hirten mit ihren Tieren sind die ersten, die die frohe Botschaft hören. Im Kleinen fängt es an, hier ist Gott. Auch wir wollen ihn sehen und Krippe gehen.

31. Dezember 2023: Fest der Heiligen Familie
Heute begegnen uns im Evangelium zwei Prophetengestalten: Simeon und Hanna. Maria und Josef kommen mit dem kleinen Jesus in den Tempel, wo sie ein Opfer darbringen und dem „Volk Gottes des Alten Bundes“, vertreten durch Simeon und Hanna, begegnen. Sowohl Simeon als auch Hanna erkennen in dem kleinen Kind ihre Hoffnung auf den Messias erfüllt, nun nachdem sie ein Leben lang darauf gewartet hatten.

|
| Jänner 2024 |
|
1. Jänner 2024: Oktavtag von Weihnachten - Hochfest der Gottesmutter Maria
Wir feiern heute am ersten Tag des neuen Jahres die Gottesmutter Maria. Die junge Frau, die „Ja“ dazu gesagt hat, Mutter Jesu zu sein – mit der ein Neubeginn gesetzt wurde. Eine Woche ist vergangen, seit wir die frohe Botschaft gehört haben, die als erstes den Hirten verkündet wurde: „Der Retter ist geboren!“ Im Evangelium hören wir heute noch einmal von der Geburt des Kindes im Stall von Betlehem und davon, dass ihm der Name „Jesus“ (der Name ist Programm – er heißt übersetzt „Gott rettet“) gegeben wurde. Maria behielt diese Ereignisse fest in ihrem Herzen. Das könnte auch eine Einladung an uns sein – die Botschaft und den Zauber von Weihnachten im Herzen zu behalten – das ganze neue Jahr über. Gott möge uns auch in diesem Jahr mit seinem Segen begleiten!

6. Jänner 2024: Hochfest Erscheinung des Herrn
Der heutige Festtag wird auch Epiphanie genannt, das heißt „Erscheinen“: Gott erscheint - scheint auf - gibt sich uns zu erkennen im kleinen Kind von Betlehem. Er ist der Retter, der liebt und verzeiht. Das gibt allen Menschen Hoffnung, auch denen, die von weit her kommen und auf der Suche sind, wie die Sterndeuter. Gott will auch in unserem Leben durchscheinen – es soll immer mehr „Erscheinung des Herrn“ auf Erden sein: Wenn wir leben wie Jesus, wenn wir einander lieben und vergeben, wie es Gott tut. Wenn wir einander helfen, Freude und Frieden schenken.

7. Jänner 2024: Fest Taufe des Herrn B
Der heutige Sonntag ist Abschluss der Weihnachtszeit. Wir machen im Evangelium heute einen Zeitsprung: Viele Jahre sind vergangen. Wir begegnen einem erwachsenen Jesus am Jordan bei Johannes dem Täufer. Jesus will sich wie so viele andere von ihm taufen lassen, jedoch begleitet seine Taufe ein besonderes Geschehen. Es wird sichtbar und hörbar: Dieser Jesus ist der Sohn Gottes. Auch das ist ein Epiphanie-Geschehen. Sein öffentlicher Weg als Messias beginnt.

14. Jänner 2024: 2. Sonntag im Jahreskreis B
Wir sind nun nach den Feiertagen im Jahreskreis angekommen. Jesus beginnt sein Leben als Wanderprediger, mit der Zusage, Gottes geliebter Sohn zu sein. Das heutige Evangelium führt uns wieder an den Jordan zu Johannes dem Täufer. Johannes lenkt den Blick auf den vorbeikommenden Jesus und nennt ihn das „Lamm Gottes“. Zwei Männer, Jünger von Johannes, stehen dabei und hören es. Sie folgen Jesus, der sie zu sich „nach Hause“ einlädt. Diese Berufungsgeschichte hat eine sehr persönliche Note: Es geht ums Kennenlernen und Zusammensein in einer vertrauten Atmosphäre. In dieser Begegnung erkennen die Männer Jesus als Messias und freuen sich: „Wir haben ihn gefunden!“ Wir hören, dass einer von ihnen (Andreas) gleich sein Erlebnis weiter erzählt und andere Menschen zu Jesus führt (so auch seinen Bruder Simon, der von Jesus hier gleich Petrus genannt wird). Er hat damit eine Bewegung begonnen, deren Teil wir heute noch sind.

21. Jänner 2024: 3. Sonntag im Jahreskreis B (Sonntag des Wortes Gottes)
Der 3. Sonntag im Jahreskreis wurde von Papst Franziskus weltweit als „Sonntag des Wortes Gottes“ (Bibelsonntag) ausgerufen, um die Verkündigung des Wortes Gottes zu stärken. Im Evangelium wird uns eine weitere Berufungsgeschichte erzählt, diesmal nach Markus. Jesus tritt auf und übernimmt den Ruf des Johannes: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium, denn das Reich Gottes ist nahe!“. Wieder werden Andreas und Simon namentlich genannt. Jesus trifft auf sie beim Fischen am See von Galiläa. Er ruft sie, sie folgen ihm. Anstatt Fische zu fangen, werden sie fortan „Menschen fangen“, sagt Jesus. Noch zwei weitere Fischer ruft er: Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus. Auch sie lassen ihre Arbeit und Familie zurück und folgen ihm ohne weiteres Zögern.

28. Jänner 2024: 4. Sonntag im Jahreskreis B
Jesus beginnt öffentlich aufzutreten, verkündet und lehrt mit göttlicher Vollmacht. Es bleibt nicht bei Worten: Im Evangelium hören wir, dass er einen Menschen gesund macht. Dieser Mann war besessen von einem „unreinen Geist“. Die Schilderung der Heilung klingt dramatisch. Der Evangelist Markus zeigt uns damit gleich am Anfang, worum es geht: um eine neue, mächtige Lehre, die aber ganz konkret wird: mit Jesu Wirken kommt Heil zu den Menschen. Damit beginnt das Reich Gottes.

|