Eucharistisches Hochgebet, Teil 2
Im Hochgebet, welches sich aus mehreren Elementen zusammensetzt, möchte ich heute zunächst die sogenannten Interzessionen hervorheben. Dabei handelt es sich um Bitten für die Lebenden und Verstorbenen, denen die geistlichen Früchte des eucharistischen Opfers zugewandt werden sollen, wie v.a. die Vergebung der Sünden. Bei den Interzessionen haben wir aber auch ein Gedächtnis der Heiligen, zu denen wir einst in der Vollendung gehören sollen.
Wichtig ist außerdem, dass das Hochgebet ein Amtsgebet ist. Darum kann es auch nur vom gültig geweihten Priester amtlich, im Namen des ganzen Volkes Gottes, der Kirche gesprochen werden. Aber er betet es nicht nur im Namen der Kirche, sondern auch in der Person Jesu Christi.
Sodann kann man das Hochgebet als „eulogisches“ Gebet, also ein Segensgebet bezeichnen. So hat christliches Beten generell eine wohlwollende, segnende, bzw. Segen erbittende und weiterschenkende Grundstruktur. Das kommt im Hochgebet v.a. im lobenden Dankgebet zum Ausdruck.
Vielleicht können wir uns für heute die Frage mitnehmen, inwiefern ist mein eigenes Leben eine Art Hochgebet? Bin ich mir bewusst, dass das, was in der Hl. Messe geschieht, für mich existenzielle Bedeutung hat? Bete ich in meinem Leben für die Lebenden und Verstorbenen? Fühle ich mich den Heiligen im Himmel verbunden? Bin ich eine Art „eulogischer Mensch“? Pflege ich also eine dem Nächsten und der Umwelt gegenüber segnende und wohlwollende Haltung? Auf diese Weise können wir auch in dieser Osterzeit mehr vom Segen Gottes erfüllte und Segen spendende Menschen werden.
Michael Ungrad


