Früchte der Kommunion
Grundsätzlich dürfen wir darauf vertrauen, dass zunächst Gott in uns wirkt, dass er auf uns zugeht und uns seine Liebe schenkt nach dem Wort: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ (Joh 15,16) Von daher wirkt Gott schonmal objektiv an uns. Jedoch möchte er nicht über unseren freien Willen hinausgehen, und daher kommt es als nächster Schritt darauf an, inwieweit wir uns diesem Anruf Gottes gegenüber öffnen und Gott in unserem Leben wirken lassen wollen. Je mehr wir also unser Herz Gott auftun, desto stärker wird sich die Wirkung der Kommunion entfalten und Früchte bringen. Von diesen zählt der Katechismus einige auf, nämlich v.a. die Vertiefung unserer Verbindung mit Christus.
Diese Vertiefung, gleichsam wie Wurzeln, ermöglicht erst das stärkere Wachstum der anderen Früchte, wie die Trennung von der Sünde bzw. die Tilgung der leichten Sünden, und gleichzeitig bewahrt uns die Kommunion vor neuen Sünden. Sodann bewirkt sie die Einheit der Christen im mystischen Leib Christi und dadurch den Aufbau der Kirche, was auch eine sozial-missionarische Verpflichtung gegenüber den materiell und spirituell armen Menschen mit sich bringt, also die Botschaft des Glaubens an Jesus Christus freudig weiterzugeben und zu teilen. Die Verbindung mit Christus, die in der Kommunion wächst, ob wir es spüren oder nicht, birgt natürlich auch alles andere in sich, wie, dass unser Herz dem Herzen Jesu gleichgestaltet wird, dass wir das ewige Leben bei Gott ersehnen und es schon jetzt im Hl. Geist als Anteil empfangen.
Für das alles können wir Gott nicht genug loben und danken, und so gibt es nach dem Empfang der Kommunion eine Zeit der Danksagung in der Messe, die entweder still geschehen kann oder mit einem Lied zum Ausdruck gebracht werden kann. Das Schlussgebet, das nun unmittelbar folgt, schließt den gesamten Kommunionteil der Messe ab, der beim Vaterunser begann und fasst ihn nochmal in einem Gebet zusammen.
Danach kommt der Abschluss der Eucharistiefeier, der von eventuellen Verlautbarungen bis zum Auszug reicht. Wir empfangen den Segen des Priesters und den Auftrag, hinaus in die Welt zu gehen als gesendete Christen und sollen das, bzw. den, den wir in der Hl. Messe empfangen haben, hinaustragen. Wir haben doch den Leib Christi bekommen und das Gedenken an sein Kreuzesopfer begangen und unsere Erlösung von den dreifachen Todesmächten gefeiert, der Sünde, des Todes und des Teufels. Als lebendige Tabernakel, lebendige Orte der Gegenwart Gottes, sollen wir unter unseren Mitmenschen ein Segen sein und sie auch zu dieser Quelle ewigen Lebens hinführen. So wollen wir nicht aufhören, von diesem Quell in der Hl. Messe zu kosten, der Christus ist, ohne den wir nichts vollbringen können.
Michael Ungrad


