Monday 10. May 2021

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 9-16 Uhr, Freitag 9-12 Uhr

 

[1] Stephansplatz 6, Stiege 1: die meisten Büros des Pastoralamts befinden sich im 5. Stock, Kirche im Dialog (Thema Weltkirche) im 6. Stock.

 

[2] Stephansplatz 4 , Stiege 7.: Kirche im Dialog im 1. Stock

 

Lerngeschichten

Kirche im Dialog

 

Weltanschauungsfragen – Und was glaubst du?

Wir leben in einer kulturell, religiös und weltanschaulich pluralen Gesellschaft, in der sowohl religiöse als auch nicht-religiöse Überzeugungen die Menschen prägen und auf diese Weise auch die gesellschaftlichen Diskurse bestimmen. Im Bereich „Kirche im Dialog“ bieten die Referenten für Weltanschauungsfragen auf Basis eines christlichen Welt- und Menschenbildes Interessierten Beratung, Orientierungshilfen und Informationen, um sich mit dieser Vielfalt auf unterschiedliche Weise sowie aus verschiedenen Blickrichtungen auseinanderzusetzen.

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden gesellschaftlichen und individuellen Einschränkungen und Veränderungen, das Suchen nach Antworten auf die Gründe für diese Situation sowie die unüberschaubare Bandbreite an Erklärungsversuchen dafür haben ein bislang nicht bekanntes Ausmaß erreicht. Für viele Menschen ist diese Ausnahmesituation jedoch überfordernd, und sie suchen auf unterschiedlichen Wegen nach Antworten auf diese Fragen. Vor allem die sogenannten „Verschwörungstheorien“ haben in der jetzigen Zeit Hochkonjunktur, da sie scheinbar einfache und universale Antworten auf komplexe Fragestellungen anbieten. In Folge dessen vermuten nicht wenige Menschen hinter dieser überfordernden und schwierigen Situation einen raffinierten und geheimen Plan etwaiger dunkler Mächte, welche den Menschen auf diese Art und Weise ihre Freiheit rauben und sie gefügig machen wollen. Sie fühlen sich von diesen einfachen Antworten auf im Grunde nicht beantwortbare Fragen angesprochen und verbreiten diese Theorien und Erzählungen, die untergründige Ängste und Vorurteile schüren, oftmals antisemitisch geprägt sind, eine strikte Trennung zwischen Gut und Böse vermitteln und denen mit Argumenten nur sehr schwer konstruktiv zu begegnen ist.

Auf Grund der Anfragen, mit denen wir konfrontiert waren und sind sowie durch die Beobachtung des Geschehens um uns haben wir mehrere Artikel zum Thema Covid-19 und Verschwörungstheorien verfasst und auf unserer neu gestalteten und überarbeiteten Website www.weltanschauungsfragen.at veröffentlicht. Zudem haben wir in den vergangenen Monaten eine österreichweite Kampagne mit dem Titel „Und was glaubst du?“ entwickelt, in der Menschen durch Plakate dazu aufgefordert werden sollen, hinsichtlich unterschiedlicher Weltanschauungen – sowohl religiöser als auch nicht-religiöser Art – ihren eigenen Standpunkt zu beziehen. Zu diesen Plakaten und Fragen ist auf der Website eine Zusammenstellung von weiterführenden Informationen vorzufinden, die Menschen ermöglichen soll, sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit diesen Aussagen – und somit auch der eigenen Weltanschauung und Überzeugung – auseinanderzusetzen.
Unsere Lernerfahrung dabei war die Erkenntnis, dass viele Menschen in

Verschwörungserzählungen Antworten auf für sie unerklärliche Phänomene und Situationen finden möchten. Oftmals ist eine große Unsicherheit und eine Sehnsucht nach Wahrheit und Erkenntnis spürbar, die dazu führt, dass verschwörungstheoretische Ansichten wahr- und angenommen werden. Als Referenten für Weltanschauungsfragen konnten und können wir dieses Bedürfnis der Menschen auf vielfältige Weise wahrnehmen und haben dadurch auch unseren eigenen Blick auf die Anhänger*innen von Verschwörungstheorien sowie ihrer Beweggründe schärfen können. Nicht jede Kritik an den Maßnahmen oder Einschränkung basiert auf einer Verschwörungserzählung, und da es in dieser Situation keine einfachen und universal gültigen Antworten gibt ist es notwendig, mit dieser Unsicherheit und mit diesen Widersprüchen zu leben. Das ist nicht immer leicht, aber es ist machbar –  und wir helfen dabei, so gut es uns möglich ist.

 

Feiertagsgruss: zusammen feiern – zusammenhalten

Wir feiern zu den unterschiedlichsten Anlässen: Geburtstage, bestandene Prüfungen, Hochzeiten oder religiöse Feiertage. Zum Feiern gehört meist mehr als eine Person – wir feiern gemeinsam mit anderen. So haben auch die unterschiedlichen Glaubens- und Religionsgemeinschaften viele Anlässe, die gemeinsam gefeiert werden. Mit dem Feiertagsgruss soll gezeigt werden, was wann und wie gefeiert wird. Das Projekt entstand 2018 aus einer gemeinsamen Initiative von Kirche im Dialog des Pastoralamtes der Erzdiözese Wien und dem Café Abraham, und besteht aus einer Gruppe junger Menschen mit jüdischen, christlichen, muslimischen und alevitischen Glauben.
https://www.feiertagsgruss.at/
 

Doch es gibt auch Momente im Leben, die nicht zum gemeinsamen Feiern einladen aber aufgrund  der Situation umso mehr Zusammenhalt und Gemeinsamkeit erfordern. Ein solcher Moment ist in Wien durch das Attentat am 2. November 2020 eingetreten, bei dem Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion, unterschiedlichem Alter und Geschlechts wahllos getötet wurden. Man kann in einem solchen Moment die Dunkelheit verfluchen oder versuchen, ein Licht zu entzünden. Ein Licht, das als symbolisches Zeichen gesetzt wird für Zusammenhalt, Solidarität und Miteinander – um füreinander da zu sein, Trost zu spenden und miteinander in der Trauer Hoffnung zu wecken.
Ein solches Zeichen wurde unmittelbar nach dem Attentat in einer gemeinsamen Aktion der Mitwirkenden des Projekts Feiertagsgruss gesetzt.  Jede Gemeinschaft hat aus den Grundsätzen ihres Glaubens heraus das Ereignis in Trauer gewürdigt und Hoffnung gespendet. Zusammenhalt, Deeskalation und Dialog standen und stehen dabei im Vordergrund, um sich weiterhin für ein Miteinander und gegen eine Spaltung in der Gesellschaft einzusetzen.
Dieses Zeichen wurde in gemeinsamer und unmittelbarer Initiative durch eine Videobotschaft gesetzt, in dem jede und jeder Mitwirkende des Projekts einen individuellen Beitrag hinzugefügt hat: https://fb.watch/2pI558zr9H/
Es wurde über die sozialen Medien des Feiertagsgruss sowie der jeweiligen Gemeinschaft geteilt und verbreitet. Die Botschaft der Solidarität und des Zusammenhalts – nicht nur zu feierlichen Anlässen, sondern auch in herausfordernden Zeiten - hat somit innerhalb kurzer Zeit über 2000 Personen erreicht.
Auch im Jahr 2021 wird es wieder einen neuen Feiertagskalender geben, diesmal sogar erweitert durch Feiertage der Alevitischen Glaubensgemeinschaft in Österreich. So wächst die Zusammenarbeit durch das miteinander Teilen des gelebten Glaubens im Alltag.

 

Erfahrungen im Volontariat in Mexiko gesammelt

Das Referat Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit (jetzt Teilbereich bei „Kirche im Dialog“ im Pastoralamt) unterstützt mit Mitteln der Erzdiözese Wien junge Menschen aus unserer Diözese, die ein Jahr ihres Lebens für einen Freiwilligeneinsatz in einem Land des globalen Südens dazu einsetzen, um einen konkreten Dienst an den „fernen Nächsten“ zu leisten. Volontariatseinsätze wie sie etwa von Ordensgemeinschaften und der Caritas angeboten werden, ermöglichen Begegnung von Menschen aus unserer Kirche mit den Armen in den Kirchen des Südens - Begegnungen, die praktisch immer mit gemeinsamen Glaubens- und Lern-Erfahrungen verbunden sind. Indem sich diese jungen Menschen (und immer mehr „Senior Experts“ und Pensionisten)  aus dem „sicheren Haus“ hinaus an die „Peripherie“ begeben (wie Papst Franziskus es sich für seine ganze Kirche wünscht), leben sie in gewisser Weise eine andere/neue Art der Jüngerschaft, der Nachfolge Jesu.
 
Eine von jenen, die diesen Weg 2019 und 2020 gegangen sind (bis Corona ihrem Einsatz ein jähes Ende bereitete) ist Lea Wolf, 19 Jahre jung, aus WienSie startete im August letzten Jahres ihr Volontariat in Mexiko. Ihr Einsatzort war León, wo sie Projekten der Salesianer Don Bosco mitarbeitete. Ihre „Nächsten“ waren Volksschulkinder in einem Hort: „Es geht dabei um die Vermittlung von christlichen Werten, ein gutes gemeinsames Miteinander, Respekt, Essensmanieren und einen gewissen Weitblick für die Welt, ganz im Sinne von Don Bosco. Vor allem die psychologische Unterstützung spielt eine große Rolle, da viele der Kinder aus sehr schwierigen Familienverhältnissen kommen. Der Stadtteil Chapalita in dem sich Valdocco befindet, ist einer der unsicheren und ärmeren Leóns. Wir Volontär*innen helfen und unterstützen die Erzieher*innen wo es nur geht und sind in erster Linie für die Kinder da. Aufmerksamkeit schenken und die gezielte Betreuung von einzelnen schwierigeren Kindern stehen für uns auf dem Programm. […]“
Ihre Bilanz nach  sieben Monaten Volontariat: „Nach diesen vollen sieben Monaten, die einige Auf und Abs in sich hatten, bleibt das Gefühl zurück, dass die Welt viel größer ist als man denkt. Man lernt viel bei so einem Volontariat, über sich selbst, über ein anderes Land, über Österreich und vor allem darüber was es heißt zu versuchen diese Welt ein bisschen besser zu machen. Wie auch immer man das anstellt.“
2019 ermöglichte das Referat Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit achtzehn Jugendlichen aus unsere Diözese mit insgesamt € 11.820,- an Zuschüssen einen Volontariatseinsatz in Afrika, Asien und Lateinamerika, bei dem sie ähnliche Erfahrungen wie Lea machen konnten.

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APG2.1

 

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