Ich sehe aber auch einen anderen, hoffnungsvollen Weg. Ich nenne ihn den Weg der Wertschätzung. Es liegt an uns, ob wir ihn gehen.
Ich sehe aber auch einen anderen, hoffnungsvollen Weg. Ich nenne ihn den Weg der Wertschätzung. Es liegt an uns, ob wir ihn gehen.
Antworten von Kardinal Christoph Schönborn in der Tageszeitung HEUTE am 31.12. 2025
Wie gehen wir ins Neue Jahr? Zum Jubeln ist vielen nicht zumute. Früher ging man davon aus, dass es jedes Jahr aufwärts geht. Heute hoffen wir, dass es nicht allzu steil und allzu schnell abwärts geht. Die „goldenen Jahre“ sind vorbei. Die Erde hat nur begrenzte Ressourcen. Der Traum vom unendlichen Fortschritt ist ausgeträumt. Bleibt eine große Enttäuschung? Oder gibt es gerade in dieser Zeit echte Gründe zur Hoffnung? Bei der älteren Generation (zu der ich gehöre) hören wir immer wieder den Gedanken: Für uns reicht es noch. Für die nächste Generation wohl nicht mehr. „Nach uns die Sintflut!“ Verständlich, dass in der jungen Generation Resignation verbreitet ist. „Letzte Generation“ nennen sich einige.
Ich sehe aber auch einen anderen, hoffnungsvollen Weg. Ich nenne ihn den Weg der Wertschätzung. Es liegt an uns, ob wir ihn gehen. Unser Land lebt von den vielen kleinen Diensten, die wir täglich einander erweisen: etwa durch das Pflegepersonal, unsere 48er, jede gut gemachte Arbeit. Niemand ist nur eine Nummer. Jeder Mensch ist einmalig. Wir können nicht die Welt retten, wir können sie aber ein Stück lebenswerter machen. Ein Vorsatz fürs Neue Jahr!