Saturday 31. July 2021
Derzeit finden keine
Termine statt.
Meister, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht!
Joh. 1, 38-39

Alles hat ein Ende …

… und so hoffen und wünschen wir uns sehnlichst, dass auch die Pandemie sich langsam aber sicher verabschieden wird, und wir bald wieder ohne Sorgen, ohne Masken und ohne Abstand leben können. 


Es war für die Pfarre ein schwieriges Jahr, so wie auch für jeden anderen Betrieb. Viele Ereignisse, über die wir uns hätten freuen können, konnten nicht stattfinden – umso schöner, dass wir in den letzten Wochen insgesamt sechs kleine, sehr persönliche Erstkommunionfeiern in der Pfarrkirche Maria Geburt zum Teil nachfeiern durften. Auch die Gottesdienstbesucher haben uns ihre Treue gehalten und wir sind froh, dass der Abstand zu anderen jetzt „nur noch“ einen Meter beträgt.


Was nicht jedem von euch bekannt sein wird, sind die vielen Sterbefälle in meinem nahen Bekannten- und Freundeskreis. Eine traurige Nachricht folgte auf die nächste. Ich habe so eine Situation zum ersten Mal bewusst erleben müssen und es hat mich einiges an Substanz gekostet, denn eine Pause hat es kaum gegeben. Aber so ist das Leben. Jeder, der uns vorausgegangen ist, war sehr wertvoll für mich.


Ab dem Sommer 2022 wird sich das Bild unserer Teilgemeinden ändern. Wir werden die Kirche Maria vom Siege im Arsenal, die nur gemietet ist und nicht der Pfarre gehört, wieder an den Eigentümer zurückgeben. Wir können das Kirchengebäude nicht zufriedenstellend und nachhaltig instand halten. Die Gemeindemitglieder sind dementsprechend bestürzt und traurig. Diese Traurigkeit erlebe ich auch persönlich, weil es mir nicht möglich ist, diese Kirche zu erhalten. Gleichzeitig denke ich darüber nach, welche pastoralen neuen Wege wir finden können, um die Gemeinde auch ohne eigenes Kirchengebäude stark zu machen. Und das betrifft nicht nur die Teilgemeinde Arsenal, sondern uns alle, weil wir ja als eine Kirche unterwegs sind. 


Bei der Bewältigung unserer sonstigen Aufgaben ist es uns dank der Bereitschaft und Zusammenarbeit vieler stiller Helfer gelungen, das Boot trotz stürmischer Zeit über Wasser zu halten und auf Kurs zu bleiben. Das ist nur dem lieben Gott zu danken! Ich bin gesund und wünsche euch allen Gesundheit, einen erholsamen Urlaub, eine gute Reise, falls ihr wegfährt und eine gute Heimkehr – mit einem Wort, ich wünsche euch einen schönen Sommer! 


Ich freue mich über jeden, den ich in der Kirche beim Gottesdienst begrüßen darf und

hoffe, dass ich in der kommenden Zeit in vielen Bereichen mit vielen von euch rechnen darf.
 

Euer Pfarrer Cliff Pinto

Sichtbare Gestalt des unsichtbaren Gottes

Langsam, aber vorsichtig wird die intensive Zeit der Corona-Pandemie verabschiedet, die Tür zur Freiheit einen Spalt geöffnet. Das Leben und die Arbeit in der Pfarre sind unter den gegebenen Umständen anders verlaufen. Vieles war nicht möglich, einiges wurde auf bessere Zeiten verschoben, Kinder-, Jugend- und Seniorenaktivitäten auf Eis gelegt.

 

Erstaunlicherweise jedoch konnte das Erstkommunion-Team unter der Leitung der Pfarrgemeinderätin für Sakramentenpastoral, Ursula „Ursi“ Killian-Fabrizii – heuer erstmals kräftig unterstützt von Frau Sandrina Loibl und in bewährter Weise von Wolfgang Kammerer – den Vorbereitungsunterricht im Verborgenen äußerst kreativ und aktiv gestalten. Wie das?

 

Es ist kein Geheimnis, dass unserer Ursi Kinder am Herzen liegen und so haben sie und ihr kompetentes Team es gewagt, die Erstkommunionkinder in diesem Jahr online zu unterrichten. Es erforderte viel Zeit, Fantasie und Energie, um die Kinder zu erreichen, die richtigen Fragen zu stellen und Antworten zu geben. Doch gemeinsam ist ihnen gottseidank alles geglückt. Herausfordernd war, dass sie kein Kind, außer in den letzten Tagen, zu Gesicht bekamen, weil Gottesdienstbesuche optional waren, und nur das eine oder andere Kind sporadisch davon Gebrauch machte. 

 

Bald werden über 60 unserer Kinder ihre Erstkommunionfeier erhalten – vorschriftskonform in kleinen Gruppen und auf mehrere Termine verteilt. Ich bin gespannt, wie viele von ihnen „hängen bleiben“, denn vor Corona war der Gottesdienstbesuch als Teil der Vorbereitung quasi verpflichtend gewesen. Daher kamen einige Kinder auch nach der Kommunion weiterhin in die Sonntagsmesse, ein Teil wurde Ministranten und ein Teil besuchte regelmäßig die KiKi-(Kirchen-Kids)-Stunden. An dieser Stelle möchte ich übrigens auch Michi Koppensteiner und ihrem Team für die digitalen KiKi-Stunden der letzten Monate danken! Was aus den heurigen Gruppen werden wird, steht – so wie auch vieles andere nach Corona – in den Sternen. Aber es ist wichtig zu wissen, dass die Kirche ihnen in dieser schwierigen Zeit beigestanden und sie begleitet hat. 

 

Werden sie und ihre Eltern nun als Zeichen der Anerkennung und des Dankes auch nach der Kommunion die Kirche besuchen? Die Heilige Kommunion ist ein sichtbares Zeichen des unsichtbaren Gottes, in Gestalt von Brot und Gemeinschaft der Gläubigen. Das ist der wahre Gottesdienst. Wir hoffen und vertrauen, dass wir mit den neuen Kommunionkindern unseren Weg durch die neuen Zeiten gehen dürfen. 

 

Danke liebe Ursi und deinem Team für diesen herausragenden Dienst für unsere Kinder und ich erlaube mir, hier auch im Namen der Eltern und Verwandten der Kinder und für die ganze Gemeinde zu sprechen! Herzliches Vergelt’s Gott und Gottes Segen,
 

Euer Pfarrer Cliff Pinto

Impressionen aus Indien

Mit allen Vorsichtsmaßnahmen, die diese Zeit verlangt, um möglichen Schaden für sich selbst und andere zu vermeiden, reiste ich in der durch den Lockdown ruhig gewordenen nachösterlichen Zeit für zwei Wochen nach Indien. Ein Besuch bei meiner 92jährigen Mutter war schon längst fällig und ich konnte ihr und auch mir damit große Freude bereiten.

 

Bereits bei der Ankunft merkte ich, dass es dieses Mal anders war. Auf den Flughäfen bewegten sich viel mehr Menschen als sonst, weil die Überlandverbindungen schon sehr eingeschränkt waren.

 

In den ersten Tagen durfte ich wunderschöne Sommertage genießen, heiß und mit hoher Luftfeuchtigkeit, die alles in üppiges Grün taucht. Dazwischen bunte Vögel in ihrer ganzen Pracht. Überall tropische Obstsorten, wie wir sie hier nie zu sehen bekommen und herrliche frische Fische aus dem Meer. Ein paar Tage in fast paradiesischem Zustand für Geist und Leib.

 

Dann erschien die Corona-Mutation in ihrer vollen Wucht …

 

Indien, ein Land wie kein anderes mit seinen Extremen, seiner Vielfalt an Sprachen, Kulturen, geografischen Gegebenheiten und Religionen, mit einem hohen sozialen Gefälle und überfüllten Metropolen. Ein Großteil der Bevölkerung kennt das Leben nur in der Freude oder im Leid und dazwischen liegt der Kampf um das tägliche Leben – oft sogar um das tägliche Überleben. Die Menschen sind zufrieden mit dem wenigen, das sie haben, Raunzerei, wie wir sie hier kennen, gibt es kaum. Sie haben eine dankbare Einstellung dem gegenüber, was das Leben für sie bereithält. Tragödien und Trauer sind kurzlebig und darum hoffe ich für sie, dass die Pandemie so schnell wie möglich wieder verschwindet. Es ist der einzige Weg, damit sie auch morgen wieder glücklich sein können.

 

Ich bin dankbar, dort gewesen zu sein und sehe es auch als ein kleines Osterwunder, dass ich wohlbehalten zurückgekehrt bin.

 

Euer Pfarrer Cliff Pinto

Er sah und glaubte

(Joh 20. 8b)

Seit mehr als einem Jahr schon beschäftigt uns alle die Corona-Pandemie. Bis dahin war für unsere Generation das Wort Pandemie nahezu unbekannt. Eine Krankheit, die die ganze Welt umspannt und beherrscht … Das heißt aber nicht, dass in diese Richtung nicht gearbeitet und geforscht wurde. Es gab Virologen, Labors, Studien und Untersuchungsergebnisse, und trotz fehlender handfester Beispiele wurde in diesem Wissenschaftsbereich weitergearbeitet.

 

Theologen sind zumeist auch in einer solchen Situation. Ohne sichtbare oder durch ihre fünf Sinne erfahrbaren Beweise grübeln sie über ihren wissenschaftlichen Arbeiten. Zwar nicht im Labor, aber in Bibliotheken oder Studierzimmern. Dort beschäftigen sie sich mit ihrer Hauptaufgabe: Gott und dem Gottesbeweis.

 

Vor einem Jahr wurden viele Virologen plötzlich konfrontiert mit Corona. Manche lagen mit ihren bisherigen Studien genau richtig, andere falsch, einige ahnten etwas, andere waren ahnungslos, doch nun war das neue Virus da und nicht mehr wegzuleugnen.

 

Die Osterzeit ist jedes Jahr ein Denkanstoß für uns. Da werden wir mit Gott konfrontiert. Er lässt sich nicht so beweisen, wie wir es uns für den täglichen Gebrauch wünschen würden, in persönlichen Situationen oder bei den Tragödien der Welt. Doch das Verleugnen von Gott ist meiner Meinung nach sinnlos. Es gibt ihn. Daran glaube ich fest. Die Auferstehung Jesu von den Toten ist darum nur eine logische Konsequenz.

 

Corona muss verschwinden, das braucht niemand, aber den auferstandenen Herrn, den braucht jeder Mensch zu jeder Zeit. Ich wünsche euch Frohe Ostern!

 

Euer Pfarrer Cliff Pinto

Jesus ist da

Ich bin da, wo Menschen leben.


Ich bin in dem alten Mann, 
der um seine Frau trauert; 
ich bin in der Freude des jungen Paares, 
das ein Kind erwartet. 


Ich bin in der schweren Krankheit 
des jungen Menschen; in den Schmerzen 
der alten Frau mit ihren Entzündungen; 
ich bin in den Zweifeln des Managers, 
ob das Geld wirklich das Wichtigste ist. 


Ich bin im eintönigen Alltag der Angestellten, 
in der Aufregung vor der großen Prüfung; 
in der Angst vor dem Befund, 
im Glück der ersten Liebe …

 

Ich bin da, wo Menschen leben. 

(Aus einer Meditation von Peter Mathei)

Tage wie diese

„Tage wie diese“ heißt ein Lied von Campino und den Toten Hosen, das gerne an Tagen, an die man sich sein Leben lang erinnern möchte, gespielt wird. Heute bekomme ich eher ein resignierendes „in Zeiten wie diesen …“ zu hören und meint natürlich die Zeit, die wir eben durchleben – mit Covid-19 und seinen Mutationen und allen dazugehörigen Anordnungen und Lockdowns.


Erst vergangene Woche konnte ich einige ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihrem Einsatz beobachten. Sei es beim Wiedereinräumen unseres Flohmarktlagers (nach einer Kanalsanierung, die dringend durchgeführt werden musste) oder beim Wegräumen der Christbäume und dem Wieder-Instandsetzen unseres großen Fastenkreuzes durch „Superman Ladi“ und seine Helfer. Da habe ich plötzlich gemerkt, wie schnell die Zeit vergangen ist. Weder konnten wir Weihnachten gebührend feiern, noch den Fasching auskosten – keine Maria-Lichtmess-Feier, keine musikalischen Darbietungen durch Ars Musica, kein Churchy Dancing – und schon beginnen die Vorbereitungen für die Fastenzeit. „Zeiten wie diese …“ –  eine Zeit ohne Höhepunkte, fast so, als wäre sie stehen geblieben.


Da stellt sich unwillkürlich die Frage: Was ist eigentlich Zeit? Unsere Zeiterfahrung ist zutiefst von biologischen und kosmischen Rhythmen bestimmt. Zeit – das ist der Raum zwischen zwei Schlägen unseres Herzens, zwischen zwei Atemzügen, der Rhythmus von Wachen und Schlafen, von Hunger und Sättigung. Zeit – das ist auch der Rhythmus von Hell und Dunkel, von Tag und Nacht, das Spiel der Gezeiten, der Wechsel der Jahreszeiten und Jahre. Dass wir in der Zeit leben, ja, dass alles Leben eine Erscheinungsweise von Zeit ist, lesen wir ab am Lauf der Gestirne, des Mondes, der Sonne, unserer Erde, die sich um sich selbst dreht und sich zugleich um die Sonne bewegt. Wir lesen es auch ab an der biologischen Uhr, die wir in uns tragen und die deutlich auf jene kosmischen Rhythmen abgestimmt ist. Dennoch spielt es eine große Rolle, was wir in dieser Zeit erleben, was wir empfinden und was wir daraus machen.


Ich habe dazu ein Gedicht des geistlichen Schriftstellers Peter Ceelen gefunden, das den Blick auf die Zeit, die uns geschenkt ist, ein wenig schärfen kann … damit wir in Dankbarkeit viele „Tage wie diese“ aus unserem Leben schöpfen können. 

 

NEUANFANG
Ich kann mein Leben nicht von vorne beginnen
aber ich kann es neu anfangen: Jeden Tag neu.
Jeder neue Tag gibt mir die Möglichkeit,
manches wiedergutzumachen und den ersten Schritt zu tun.
Weil ich nicht weiß wie viel Zeit mir noch bleibt,
lebe ich voll und ganz im Hier und Heute.
Weil mir bewusst ist, dass meine Tage gezählt sind,
erlebe ich jeden neuen Tag in tiefer Dankbarkeit. 

 

In der Hoffnung auf bessere Zeiten wünsche ich jedem von euch eine gute persönliche Zeit
 

 

Euer Pfarrer Cliff Pinto

Segen für Dich

Zur Weihnachtszeit und zum Start in ein hoffentlich besseres neues Jahr 2021 möchte ich euch ein paar Worte schenken, die ich im Buch „Segen für Dich“ von Roland Breitenbach gefunden habe:

 

RUHE FINDEN

Gott lasse dich die Ruhe finden,

die du brauchst, um ihm zu begegnen.

Gott lasse den Tau des Gerechten

auf dich herabkommen,

damit deine Hoffnung auf Gott wächst.

Gott lasse sein Vertrauen auf dich regnen,

damit du ihn erkennen kannst, so wie er ist:

ein Gott, der dich liebt, wie kein Mensch es vermag,

der an dich denkt

seit dem Tag, da du geboren.

 

SICH GUTES TUN

 

Das tut dir gut:

Zeit zu nehmen, Zeit zu haben.

Einfach Zeit, ohne etwas zu tun.

Zeit, zu lassen.

Das tut dir gut.

 

Zeit für das Wunder des Lebens.

Zeit für ein Kind.

Zeit für einen alten Menschen.

Zeit für die Zeit.

Das tut dir gut.

 

Gott schenkt dir Auszeit,

macht dich vertraut mit seinem Wort,

schenke dir seine Nähe,

lasse dich seine Menschwerdung erfahren.

Das tut dir gut.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, mit Geduld, Ausdauer und Tapferkeit durch die Krise zu kommen und vor allem Gesundheit und Gottes Segen!

 

Euer Pfarrer Cliff Pinto

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