Monday 30. November 2020
Wed., 02. December 2020 09:00
Sprechstunde Pfarrer Cliff (Anmeldung erbeten)
Fri., 04. December 2020 17:00
Kiki-Jungscharstunde (online!)
Wed., 09. December 2020 09:00
Sprechstunde Pfarrer Cliff (Anmeldung erbeten)
Meister, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht!
Joh. 1, 38-39

Ausdauer, Solidarität und Zusammenhalt

Ich durfte in der Botschaft des vergangenen Monats berichten, dass es uns einigermaßen gut geht. Aber auch, dass mit vielen Absagen zu rechnen wäre, sollte die Corona-Plage weiterhin anhalten. Nun, es ist tatsächlich so gekommen, dass die Zahl der Infizierten massiv angestiegen ist und die Situation strengere Maßnahmen erforderlich machte.  


Den Monat November durften wir am Allerheiligentag noch mit einer wunderschönen Messe feierlich beginnen und es wäre schön gewesen, wenn es so weitergehen hätte können. Leider musste die Regierung zur Eindämmung der Pandemie neuerliche Einschränkungen anordnen und einen Lockdown light verkünden. Für uns bedeutet das eine erneute Absage von geplanten Terminen und einen Umstieg auf andere Kommunikationswege (wie z.B. Online-Treffen oder Zoom Calls). Momentan kann nichts fix geplant werden, denn die Situation ändert sich weiterhin ständig.


Der Kirchenbesuch wurde zum Glück nicht angetastet. Wir können uns nach wie vor – sehr achtsam – zum Gottesdienst treffen. Eine Anmeldung ist nicht nötig, es muss aber ein Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten und der Mund-Nasen-Schutz während der ganzen Messe aufbehalten werden. Da mit der neuen Verordnung eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 20:00 und 6:00 Uhr verhängt wurde, haben wir die Abendmessen in der Muttergotteskirche auf 18:00 Uhr vorverlegt. In der Pfarrkirche Maria Geburt bleibt es bei 19:00 Uhr, aber die Messen werden kurz gehalten, damit jeder wieder rechtzeitig nach Hause kommt.


Gleich zu Beginn des Monats wurden wir durch das fürchterliche Attentat in der Wiener Innenstadt in einen Schockzustand versetzt. Da beginnen wir zu begreifen, dass vieles, was uns selbstverständlich erscheint, nicht selbstverständlich ist. Es macht uns betroffen und nachdenklich. Ängste vor dem Terror, die bis jetzt im Fernen lagen, stehen plötzlich vor der Tür. Dennoch leben wir immer noch in einem friedlichen Land, das für viele erstrebenswert ist. Politik, Legislative, Exekutive versuchen ihr Bestes zu geben, damit Infrastruktur, Gesundheitswesen und Wirtschaft funktionieren und wir unser Leben friedlich gestalten können. Dafür seien sie herzlich bedankt. 


Was mich an diesem schrecklichen Tag besonders berührt hat, war die Zivilcourage und Menschlichkeit, die die beiden türkischstämmigen jungen Männer Recep Tayyikp Gültekin und Mikail Özem sowie der junge Palästinenser Osama Joda Abu El Hosna zeigten, als sie einem angeschossenen Polizisten das Leben retteten. Wie leicht hätten sie in dieser Situation ebenfalls für Attentäter gehalten werden können. Da kann ein Wimpernschlag über Leben retten oder Leben verlieren entscheiden. Für mich sind sie das Licht im Dunkel, der Beweis, dass Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft siegen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, was Solidarität bedeutet und kann es daher nicht genug schätzen.


Friede ist ein Begriff der Transzendenz, ein Synonym für Himmel. Es ist der Zustand, den es anzustreben gilt. Aber nicht irgendwo, sondern hier auf Erden, in unserem Land, in unserer Stadt, in unseren Familien, in uns selber. Zusammenhalt und Solidarität sind zwei solcher Sprossen auf dieser Himmelsleiter. Wer den Himmel hier auf Erden sucht, wird ihn auch finden. 


Möge Gott uns dabei helfen, wünscht 

Euer Pfarrer Cliff Pinto

Oktober in Covid-Zeiten

Wo Tage wie diese für Geselligkeit und Feste üblich waren, beschäftigt uns heuer die Epidemie. Die Zahl der positiv Infizierten steigt ständig. Zwar sind ich und mein Umfeld verschont geblieben und Angst wäre sicherlich die falsche Haltung, doch Vorsicht ist unbedingt geboten. Dass ich immer noch davon träume, ein paar Tage meine Mutter in Indien zu besuchen, muss wohl weiterhin ein Traum bleiben. Sie wurde heuer 92 Jahre alt und es geht ihr glücklicherweise gut.

 

Und trotzdem gab uns Gott auch die Gelegenheit, sein Haus offen zu halten. Wir durften unsere Gottesdienste feiern, sakramentale Feiern durchführen wie Taufen, mehrere Erstkommunionfeiern – jeweils mit nur wenigen Kindern – und sogar eine Firmfeier für Erwachsene. Diese Feier hat mich richtig gefreut – auch für die 9 Menschen, die nun ihren Glauben leben. Sie sind ein Beispiel dafür, dass die Menschen auf der Suche nach Gott sind und ihre Kirche auch bewusst lieben wollen.

 

Was die nähere Zukunft anbelangt, ist aus heutiger Sicht fast nichts im Voraus zu planen. Aber es freut mich immerhin, diese Sorgen nicht allein tragen zu müssen, sondern sie vor allem mit meinem Pfarrgemeinderat teilen zu dürfen, und gemeinsam bemühen wir uns in diesen unruhigen Gewässern, das Schiff in einen sicheren Hafen zu steuern. Bitte lasst euch durch Wochenzettel, Homepage oder Ankündigungen im Gottesdienst darüber informieren, was in nächster Zeit stattfindet, bzw. nicht stattfinden kann und in welcher Form. Wir werden vor Weihnachten auch wieder ein Pfarrblatt verteilen und versuchen, ein „Programm“ für Advent und Weihnachten festzulegen – natürlich immer unter dem Vorbehalt, dass alles ganz anders kommen könnte.

 

Zum Schluss möchte ich euch ganz herzlich zum besinnlichen Gedenkgottesdienst für die Verstorbenen der Pfarre in die Pfarrkirche Maria Geburt einladen. Er findet statt am Sonntag, 1. November (Allerheiligen) um 19:00 Uhr, ARS MUSICA spielt zur feierlichen Umrahmung die Messe in G-Dur von Franz Schubert.

Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und … bleiben wir vorsichtig und gesund!

Euer Pfarrer Cliff Pinto

Neuer Beginn

Das neue Arbeitsjahr beginnt heuer außergewöhnlich, denn die Pandemie, die uns seit März beschäftigt, hält uns weiterhin fest in ihrem Griff, ohne Aussicht auf ein baldiges Ende.  Aber wir lernen damit umzugehen und können es als eine Erfahrung zur Reife sehen.

 

Was wir geplant hatten, konnte nicht stattfinden, und was wir nach hinten verschoben haben, musste neuerlich verschoben werden. Die schönen großen Erstkommunionfeiern, die engagiert vorbereitete Firmung der Jugendlichen, unser jährlicher allseits beliebter Flohmarkt und das Erntedankfest mit Prozession und Erntekrone – um nur ein paar Höhepunkte unseres Arbeitsjahres zu nennen. Nur was ohne Gefährdung der Sicherheit und im kleinen Rahmen stattfinden kann, wird durchgeführt – natürlich immer mit Bedacht auf die vorgeschriebenen Vorsichtsmaßnahmen: Taufen, wichtige Sitzungen und Besprechungen der Pfarrleitung oder kleinere Gruppentreffen. Auch die Pfarrkanzlei war und ist immer besetzt und wird weiterhin offen sein für eure kirchlichen und organisatorischen Anliegen.

 

Viele fragen, wie es mir persönlich geht. Danke, ich darf sagen, gut. Ich habe mich kürzlich auch freiwillig auf Covid-19 testen lassen – das Ergebnis war negativ. Leider kann ich meinen geplanten Urlaub nach Indien – vermutlich noch längere Zeit – nicht antreten. Die Situation dort ist leider sehr schlimm. – In der Pfarre haben mich meine tägliche Arbeitsroutine und die Aufgaben für die mir anvertrauten Teilgemeinden am Leben gehalten. Während ich diese Zeilen schreibe, geht in wenigen Tagen das größte Projekt der vergangenen zwei Jahre, nämlich die Neudeckung des Kirchendaches unserer Pfarrkirche Maria Geburt, erfolgreich zu Ende. Und auch die Restaurierung der Kauffmann-Orgel in der Muttergotteskirche konnte ordnungsgemäß durchgeführt und abgeschlossen werden.

 

Nun versuchen wir unter Einhaltung aller angeordneten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie unsere Kirchen wieder zu beleben. Aus seelsorglichen Gesprächen gerade der letzten Monate weiß ich, dass bei vielen eine gewisse Sehnsucht vorhanden ist, etliche Erwachsene getauft werden möchten oder ihre Firmung nachholen wollen. Noch ist der Kirchenbesuch eher gering, aber ich bin mir sicher, dass nach den Sommerferien bei vielen der Wunsch nach einer gemeinsamen Feier mit der Pfarrfamilie wieder wächst und sie die Gottesdienste besuchen.  Glücklicherweise sind mir unter meinen Pfarrangehörigen keine schweren oder tödlichen Covid-19-Fälle bekannt, die wir betrauern müssten. Dafür danken wir dem lieben Gott, dass er uns am Leben hält und bitten ihn trotz dieser schwierigen Zeit und Situation, uns auf dem Weg zum Guten beizustehen und zu helfen.

 

Versuchen wir aufs Neue, Gottes Wege und das, was er für uns will, zu suchen und zu erkennen. Ich wünsche uns allen ein segensreiches Arbeitsjahr und bleiben wir vorsichtig und gesund!

Euer Pfarrer Cliff Pinto

P.S. Einen Termin möchte ich euch ans Herz legen: Am Freitag, 2.10.2020 kommt Msgr. Mag. Clemens Abrahamowicz, um uns die Bibel unter dem Titel „Bibel als GPS – Navigation durch Leben“ ein bisschen verständlicher zu machen.  Der Vortrag findet in der Kirche Maria Geburt statt und beginnt um 19:45 Uhr nach der Abendmesse.  Ich freue mich auf euer Kommen!

Und trotzdem … vorsichtig bleiben!

Zu Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam (leider ohne Prozession) durften wir die Gottesdienste endlich wieder in Anwesenheit der Gläubigen feiern. Es war richtig schön, das tun zu können und auch sehr wichtig. Doch ebenso, wie im weltlichen Bereich Restaurants und die meisten Geschäfte nicht überrannt werden, so ist auch die Bewegung zur Kirche noch gering. Mit einem Wort: von Besucherströmen, die die Gotteshäuser stürmen, kann keine Rede sein.  


Und so neigt sich unser Arbeitsjahr schön langsam dem Ende zu: wir wechseln vom unfreiwillig verordneten Stillstand in die planmäßige Sommerpause. Die Tage sollen heiß werden, die Schule macht Ferien, Urlaubsreisen sind wieder möglich und werden (neu) geplant und angetreten. Alles Notwendige wird in Betrieb bleiben. Auch unsere Kirchen halten ihre Türen offen. Die Hl. Messen finden wie gewohnt statt und ihr dürft euch ruhig trauen, den einen oder anderen Gottesdienst zu besuchen. Besonders ans Herz legen möchte ich euch die Wochentagsmessen (inkl. Rosenkranz!). Die Pfarrkanzlei ist ebenfalls besetzt und kann telefonisch oder per E-Mail kontaktiert werden. Allerdings ersuchen wir, im Juni persönliche Besuche noch telefonisch anzukündigen.


Am Sonntag, 21. Juni werden wir unseren bewährten Pfarrcafé-Betrieb nach der 10 Uhr-Messe wieder aufnehmen, und wir bitten euch um die verlässliche Einhaltung aller notwendigen Sicherheitsmaßnahmen! Viele liebgewonnene Veranstaltungen – wie z.B. Straßenkreuzweg oder Fronleichnamsprozession – mussten wir absagen, andere – wie Erstkommunion und Firmung – in den Herbst verlegen. Wir werden uns bemühen, das gesellschaftliche Pfarrleben bereits im Sommer vorsichtig zu starten, auch ein Termin für den Flohmarkt im September ist bereits fixiert, denn – und hier trete ich mit einer Bitte an euch heran: Wir sammeln nach wie vor für die Sanierung unseres Kirchendaches und brauchen eure Unterstützung, wo immer es möglich ist!  Im Sommer wird die zweite Dachhälfte neu gedeckt und das kostet viel Geld. Ich danke daher jedem Einzelnen für seine Spende! 


Dank der Globalisierung können wir nicht sagen, wie das Corona-Virus aus der Welt zu schaffen ist. Man erschrickt über die Zahl der Infizierten in den Vereinigten Staaten, in Schweden, Brasilien, und auch in Indien ist die Situation dramatisch, wie ich aus persönlicher Quelle erfahren habe, auch wenn das bei uns gar nicht so bekannt ist. Eine dagegen wirksame Impfung liegt in der Zukunft. Wann sie am Markt erscheinen wird, ist ungewiss. Daher: Alles mitmachen, was möglich und erlaubt ist, aber dabei vorsichtig und achtsam sein und somit GESUND bleiben!


In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Sommer und einen guten Start in unsere „neue Normalität“,

Euer Pfarrer Cliff Pinto

Geduld

Zwei Monate waren es, die ich – quasi abgeschnitten von der Außenwelt – ohne physischen Kontakt mit meiner Pfarrgemeinde verbringen musste. Eine Zeit, ohne dass ich jemanden berührt habe oder jemandem die Hand reichen konnte. Eine seltsame Zeit – jeder von euch hat es selbst miterlebt. Doch nun hoffe ich, dass ihr es alle, so wie ich, einigermaßen heil überstanden habt.

 

Die Zeit der begrenzten Sozialkontakte geht weiter, aber ein bisschen dürfen wir bereits aufatmen, denn ab 17. Mai werden auch bei uns die Kirchentüren für Besucher wieder offen sein. Zwar eingeschränkt und mit einigen Auflagen, aber immerhin können wir gemeinsam feiern.


Ich persönlich darf sehr dankbar sein für die zwei vergangenen Monate, die ich mit viel Nachdenken, Lesen und Hören und im intensiven Gebet verbringen durfte. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mich ebenfalls am Leben gehalten. Mein Bart ist ordentlich gewachsen – mittlerweile ist er aber wieder weg. Ebenso haben mich die täglichen Live-Stream-Messen ein wenig getröstet und dabei oft auch der Anblick der treuesten Besucherin meiner stillen Messen, Frau Hermine Göttlicher, mit der ich durch die Glasscheibe im Windfang der Kirche Blickkontakt halten durfte.


Es gibt noch keine konkreten Anweisungen von der Erzdiözese, wie das Pfarrleben in Zukunft weitergehen wird. Vorläufig müssen wir bis Ende Juni warten, ob und wieviel sich ändern wird, und ob wir im kommenden Arbeitsjahr ab September ohne Einschränkungen wieder starten können – in Maria Geburt traditionellerweise mit dem Patrozinium und der Einkleidung unserer Ministranten. Unsere vielen verschobenen Termine, so wie die Erstkommunionen, können aus heutiger Sicht leider noch nicht fixiert werden. Es heißt bis auf Weiteres: Bitte um Geduld!


Doch erst einmal freuen wir uns, möglichst viele von euch bei den zahlreichen Messen wieder persönlich begrüßen zu dürfen und: bleibt gesund!

Euer Pfarrer Cliff Pinto

Meine liebe Gemeinde!

Die Karwoche mit ihren Höhepunkten Gründonnerstag, Karfreitag und Osternacht, der Ostersonntag und Ostermontag sind so abgelaufen, wie die Corona-Zeit es uns erlaubt hat. Es ist eine Zeit zum Nachdenken, eine Zeit der Besinnung und des Erkennens, dass wir nicht Herr unseres eigenen Lebens sind. Dieses Virus hat uns gezeigt: auch der Mächtige kann ohnmächtig dastehen, bloß und hilfsbedürftig. Für Gott ist immer der Mensch der Mittelpunkt des Daseins und alles andere wie Macht, Geld, Prestige und sonstige Egos sind vergängliche Werte.

 

Ich hoffe, dass wir durch diese schmerzliche Erfahrung etwas für das wahre Leben lernen. Corona ist eine Lehre und gleichzeitig ein Fingerzeig. Gott hat keine Freude am Leiden der Menschen und eine Pandemie wie diese ist auch keine Strafe Gottes, aber sie kann unserem Streben nach falschen Prioritäten Einhalt gebieten. Sie kann uns zu uns selbst finden lassen und dadurch auch Gott, unserem Schöpfer, der seine Kinder bedingungslos lieben will, wieder näherbringen.  

 

Die Gottesdienste in der Teilgemeinde Arsenal mussten leider zur Gänze gestrichen werden, in der Teilgemeinde An der Muttergotteskirche hält Pfarrvikar Gerhard Höberth die Gottesdienste nur für die Schwesterngemeinschaft – nach strengen Vorschriften der Kongregation. In der Teilgemeinde Maria Geburt darf ich – auf Initiative des St. Michaelsbundes und mit technischer Unterstützung durch Dominik Paiha – die Gottesdienste vor laufender Kamera halten, an denen ihr mittels Livestream teilnehmen könnt (täglich um 11:00 Uhr, außer Samstag unter https://mariadreikirchen.at/messe). So musste ich vom Palmsonntag bis Ostermontag, wo wir bisher immer mit schönen Liturgien verwöhnt wurden (auch Dank der musikalischen Gestaltung durch ARS MUSICA) die Gottesdienste vor leeren Kirchenbänken feiern. Aber auch wenn es mich und meine Mitbrüder schmerzt, allein und ohne die Gemeinde zelebrieren zu müssen, so kann ich euch doch sagen, dass ich euch nahe bin und für euch bete, wenn ich allein vor der Kamera im Altarraum stehe.

 

Ich habe mitbekommen, viele haben sich gefreut, die Gottesdienste von zu Hause aus im Livestream zu verfolgen und so den Kontakt mit der Pfarrkirche aufrecht halten. Ein schwacher Trost, immerhin. Leider wissen wir immer noch nicht, wann die Kirchen wieder physisch besucht und wir unsere verschobenen Termine wahrnehmen dürfen. Mir tut es um jeden versäumten Termin leid: um Taufen, Erstkommunionen, Firmung oder Hochzeiten; auch Begräbnisse, an denen nur ganz wenige Personen teilnehmen dürfen, schmerzen mich. Viele geplante Aktivitäten werden wir heuer nicht machen können, wie z.B. die Kulturwallfahrt nach Vorau, die Lange Nacht der Kirchen, Abschlussfeiern dieses Arbeitsjahres und andere Veranstaltungen, die bis auf weiteres untersagt sind.

 

So wie ihr wahrscheinlich auch, habe ich Zeit gehabt, um an den Ostertagen das Fernsehprogramm zu verfolgen. Heuer hatte ich den Eindruck, war der ORF besonders gnädig mit der Kirche und es wurden viele Filme und Dokumentationen gezeigt, die den Menschen die Urkirche auf einfühlsame und sensible Weise näherbringen konnten.

 

Bewahrt die Osterfreude im Herzen, stärkt einander im Glauben, schenkt einander Vertrauen und haltet die Hoffnung aufrecht, dass alles wieder gut wird. Nützen wir die Zeit, um zu beten, um zu lernen, Gott nahe zu kommen. Glaube macht das Leben besser, weil wir inmitten von Schmerz und Leid darauf vertrauen müssen, dass etwas anderes mächtiger ist.

 

In diesem Sinne bleibt gesund (übrigens, die einzige mir bekannte an Corona Erkrankte befindet sich bereits auf dem Weg der Besserung), bis wir uns wieder hören und sehen.

Euer Pfarrer Cliff Pinto

Meine liebe Gemeinde,

ich möchte meine Osterbotschaft an euch alle schicken, in dieser ungewöhnlichen Zeit, die wir soeben miteinander erleben, der sogenannten Corona-Zeit. Covid-19 ist eine Krankheit, unter der nicht nur die Kranken leiden und ihre Angehörigen, sondern die gesamte Gesellschaft. Eine Krankheit, die ein ganzes Land – ja, die ganze Welt – betrifft, direkt oder indirekt, aktiv oder passiv. Jetzt erst merken wir, was eine Gemeinschaft bedeutet und wie wichtig uns allen Sozialkontakte sind, Bewegung und auch die Kirche. Die Religion hat uns immer gesagt, dass das Leben nicht selbstverständlich ist, dass es eine Gabe Gottes ist, aber auch eine Aufgabe.

 

Die Karwoche können wir heuer nicht in liebgewonnener und traditioneller Art und Weise feiern. Wir müssen uns in nächster Zeit mit unseren schönen Erinnerungen begnügen. Reichhaltige Liturgie samt hochwertiger musikalischer Begleitung – das wird es heuer nicht geben. Dafür werde ich, stellvertretend für euch alle, allein möglichst viele liturgische Schwerpunkte feiern.

 

Am Palmsonntag, 5. April 2020 feiere ich um 11:00 Uhr den Gottesdienst in der Pfarrkirche Maria Geburt, zwar ohne die Passionsgeschichte, aber ihr könnt eure Palmzweige in euren Wohnungen bereithalten, wo ich sie dann virtuell segnen werde.

 

Dank dem St. Michaelsbund besteht seit Beginn der verordneten Ausgangs- und Versammlungsbeschränkungen jeden Tag die Möglichkeit, um 11:00 Uhr den Gottesdienst in der Pfarrkirche Maria Geburt unter https://mariadreikirchen.at/messe live zu verfolgen und daran aktiv teilzunehmen. Dieses tägliche Angebot wird es auch weiterhin geben (ausgenommen Samstag).

 

Am Gründonnerstag, 9. April, Karfreitag, 10. April und Karsamstag (Osternachtsfeier), 11. April, findet die Feier jeweils um 19:00 Uhr statt, am Karsamstag werde ich zusätzlich um 8:00 Uhr das Morgengebet (Laudes) mit euch beten. Das alles könnt ihr auf euren Bildschirmen verfolgen.

 

Ich möchte euch mit dieser Botschaft eine neue Lebenskraft vermitteln, die aus dem Glauben an den Auferstandenen entsteht und euch dazu ein paar Worte (geschrieben von Irmgard Erath) weitergeben, die ich von Sr. Adelinde, der Oberin des Herz Jesu-Klosters erhalten habe:

 

Im Ostergeheimnis wurzelt der Glaube,
aus ihm schöpft die Hoffnung ihre Kraft,
in ihm findet die Liebe zu ihrer ganzen Fülle.

 

Halleluja! Ich wünsche euch ein gesegnetes Osterfest und eine gesegnete Osterzeit!

Gott möge diese schwierige Zeit zu einem guten Ende bringen.

Euer Pfarrer Cliff Pinto

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