Saturday 28. May 2022

Florian Kuntner-Preisverleihung

Preisgelder in der Höhe von insgesamt 18.000 Euro gehen unter anderem an ein Partnerschaftsprojekt des Dekanates Wiener Neustadt mit den Philippinen, die Plattform gegen Ausbeutung und Menschenhandel sowie SOS Balkanroute.

 

Die Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit der Erzdiözese Wien würdigte am Freitag, dem 25. März 2022, mit den Florian-Kuntner-Preisen Initiativen, die weltkirchliche Partnerschaften und die Entwicklungszusammenarbeit fördern. Die Auszeichnungen sind mit Preisgeldern in der Höhe von insgesamt 18.000 Euro in drei Preiskategorien dotiert. Eine Fachjury, der 2022 Weihbischof Franz Scharl, Milena Müller-Schöffmann, Ingrid Schwarz, P. Franz Helm und Rainald Tippow angehörten - wählte aus den insgesamt 29 Bewerbungen neun als Siegerprojekte aus. Der Preis wird im Sinne des Lebenswerkes des ehemaligen Wiener Weihbischofs Florian Kunter alle zwei Jahre vergeben.

 

 



Prophetische Projekte

Bei seiner - coronabedingt per Video eingespielten - Würdigung der PreisträgerInnen und aller Bewerber-Projekte verwies Christian Zettl, Vorsitzender der Diözesankommission, auf Florian Kuntner, der davon gesprochen hatte, dass alle zu Propheten berufen wären, "das heißt anderen die eigene Stimme zu geben, gegen Unrecht, wo immer auf der Welt es geschieht, aufzutreten". „Kuntner hat vor über 30 Jahren schon gesagt, dass aufgrund der globalen Verwobenheit eine Ungerechtigkeit für alle katastrophale Folgen haben kann. Diese Worte treffen mitten ins heutige Weltgeschehen" so Zettl. Der tiefere Sinn des Florian Kuntner-Preises sei das „mutige und geisterfüllte Auftreten der prämierten Initiativen zu verstärken und andere damit an ihre eigene prophetische Berufung zu erinnern und zu ermutigen, selbst aufzustehn und einzustehen für das Leben“, schloss Zettl.



Preise für weltkirchliche Partnerschaften

Die „Partnerschaft zwischen Dekanat Wiener Neustadt und Prälatur Infanta auf den Philippinen“, das Siegerprojekt in der Kategorie „Weltkirchliche Partnerschaft“, geht unmittelbar auf das Wirken Florian Kuntners zurück: Die Vision einer weltumspannenden solidarischen Geschwisterlichkeit, die Kunter vor 40 Jahren bei der Gründung dieser Partnerschaft antrieb, wird heute von einem jungen Team mit Pfarren und Schulen aus dem Raum Wiener Neustadt und Infanta gepflegt. Das zweite Auszeichnung der Kategorie ging an das Projekt Vanakkam der Pfarre zur Frohen Botschaft, einer Partnerschaft mit Südindien, den dritten Preis erhielt das Eine Welt Team der Pfarre Auferstehung Christi für seine Unterstützung eines Internats für traumatisierte Schülerinnen im Tschad.

 

 



Auch Bildungsprojekte ausgezeichnet

„Wir dürfen uns nicht scheuen, die Dinge beim Namen zu nennen“, sprach Florian Kuntner vor über 30 Jahren. Die katastrophale Realität des Menschenhandels beim Namen zu nennen, dagegen präventiv vorzugehen und die Opfer zu unterstützen, hat sich das Siegerprojekt der Kategorie „Bildungsarbeit für Eine Welt“, die „Plattform gegen Ausbeutung und Menschenhandel“ zum Ziel gesetzt. Der zweite Preis ging an die philippinische katholische Gemeinde in Wien für ihren Einsatz, Pfarrfeste ohne Plastikmüll zu feiern. Im dritten prämierten Projekt dieser Kategorie wurde ein Schulprojekt der BAfEP 7 Mater Salvatoris in Wien für die von Schülerinnen und Schülern organisierten integrationsfördernden Kindergeburtstage mit Flüchtlingsfamilien im Caritas Haus Karwan gewürdigt.

 



Zusammen leben lernen

„Die Ungerechtigkeit gegenüber einigen wenigen betrifft uns alle. Wir werden mitschuldig, besonders dann, wenn wir nicht gegen das Übel aufgetreten sind.“ Kuntners Worte betreffen auch die menschenunwürdigen Zustände entlang der EU-Außengrenzen. Das Siegerprojekt „Gemeinsam - SOS-Balkanroute“ in der Kategorie Migration-Partizipation-Integration leistet, gemeinsam mit dem Pfarrnetzwerk Asyl sowie den Franziskanischen Schwestern von der Schmerzhaften Mutter, tatkräftige humanitäre Hilfe. Die zweite ausgezeichnete Initiative „PlayTogetherNow“ organisiert mit jungen Menschen mit Fluchthintergrund regelmäßige Freizeitaktivitäten. Der Kompetenzförderung von Müttern mit Flucht- bzw. Zuwanderungshintergrund hat sich das dritte Preisträgerprojekt c.a.m.e. (Children and Mothers Empowerment) im CONCORDIA Lern- und Familienzentrum in Wien verschrieben.

 

Dürlinger: Weiter Blick und mitfühlendes Herz gefragt
 



Festredner Dechant Alois Dürlinger, Sprecher in Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten der Erzdiözese Salzburg, zeichnete in seiner Ansprache den mühevollen Weg von Geflüchteten „vom Augenblick des letzten Loslassens der Türschnalle des eigenen Hauses bis zur schmerzhaften Erfahrung, weit weg zu sein und nicht mehr zurück zu können.“ Selbst wenn Geflüchtete anerkannt werden, bliebe ihr Leben hart und nicht immer komme ihnen „liebevolle Zuwendung“ entgegen. Heute brauche es mehr denn je jenen weiten Blick, den Florian Kuntner auszeichnete und „einen wachen Geist, ein mitfühlendes Herz und eine tätige Hand“. Pastoralamtsleiter Markus Beranek, Vertreter der Diözesanleitung in der Diözesankommission für Weltkirche, überreichte die Preise an die Vertreterinnen und Vertreter der neun ausgezeichneten Projekte sowie Anerkennungsurkunden an weitere Bewerbungen.

Im Anschluss an den Festakt wurde im Stephansdom des 28. Todestages des prophetischen Weltkirche-Bischofs Kuntner gedacht – mit den kräftigen Stimmen und Rhythmen des St. Cecilia‘s Choir der Englischsprachigen Afrikanischen Katholischen Gemeinde.

 

 

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