Friday 14. May 2021

Singen in Zeiten der Pandemie

musikalische Möglichkeiten im Gottesdienst

 

Aus den Erfahrungen, die im Zusammenhang mit dem Kursangebot des Kirchenmusikreferates im Herbst und Winter 2020/21 gemacht wurden, kristallisierte sich das Interesse von Kursteilnehmer*innen, aber auch vieler „unterbeschäftigter“ Sänger*innen an neuen Formen des regelmäßigen Singens in der Liturgie unter den gegebenen Corona-Auflagen heraus. Daraus entwickelte sich ein offenes Angebot an interessierte Sänger*innen, v.a. auch an solche, die bisher noch nicht eng mit einer konkreten Pfarrgemeinde verbunden waren. Die Idee war, niederschwellig, mit geringem Aufwand und trotzdem qualitätsvoll mit musikalischer Gottesdienstgestaltung in Berührung zu kommen. Für diese Zielgruppe wurde in der Pfarre zur Frohen Botschaft / St. Elisabeth ein Forum „ad experimendum“ zur Verfügung gestellt:  Sämtliche Sonntagsgottesdienste in der Fastenzeit wurden unter Anleitung des Kirchenmusikreferenten Daniel Mair von wechselnden Kleingruppen-Besetzungen (max. 4 Sänger*innen) mit Gregorianischen Gesängen, Motetten von der Renaissance bis zum 21. Jh. sowie mehrstimmigen Psalmmodellen mitgestaltet. Sowohl von der Gemeinde als auch von den Ausführenden wurde diese Art der Gestaltung als eigene Qualität wahrgenommen, die es auch in Nach-Pandemie-Zeiten durchaus zu bewahren gilt.

Daniel Mair

Kurse in Wien auf neuen Wegen

Berichte aus dem Vikariat Nord

 

Obwohl die Pandemiemaßnahmen die kirchenmusikalischen Bildungsarbeiten erschwerten (die Teilnehmer*innenzahl war begrenzt), konnten Kirchenmusik-Kurse im Vikariat Nord der Erzdiözese Wien durchgeführt werden.

 

Der Kurs „Psalmen-Hymnen-Lieder – Liturgisches Singen in der Fastenzeit“ war am 25. Februar in der Pfarre Pillichsdorf geplant. Aufgrund der Überschreitung der erlaubten Anmeldungszahl wurde auf Fernkurs umgestellt. Dabei wurden die Inhalte in Form von Skripten, Noten und Audio-Dateien angefertigt und den Teilnehmer*innen elektronisch zugeschickt. Thematisch ging es um die Psalmen nach der Lesung an den Sonntagen der Fastenzeit und einer Auswahl passender Liedern zu diesen Sonntagen. Ein erster Teil behandelte die Dynamik der Fastenzeit, sowie die Themen-Schwerpunkte der Sonntage. Der zweite Psalmenteil lieferte zunächst einen Überblick über die vorgesehene Psalmenauswahl, und dann anschließend einen Notenteil, in dem jeder Psalm auf drei Arten gesetzt wurde: in vereinfachter Psalmodie, in Form des „Urmodus“ sowie in Form von Sprechpsalm mit Klangbegleitung. Jede Form war auch als Audio-Datei abrufbar, um so einen akustischen Eindruck zu vermitteln.

 

Die Veranstaltung „Exsultet“ konnte am 18. März in der Pfarre Stockerau als Präsenz-Variante durchgeführt werden. Die Räumlichkeiten waren groß genug um die gebotenen Abstände einhalten zu können. Schwerpunkt an diesem Sing-Praxis-Abend waren Triduum Sacrum und deren speziellen Gesänge. Als „theoretischen Unterbau“ wurde der Verlauf der Feier und deren Teil-Feierlichkeiten erläutert: die Dynamik vom Abendmahlsfeier am Gründonnerstag bis zur Osternacht. Im Hauptteil wurden die vier „Spezialgesänge“ erarbeitet und geübt: „Zur Fußwaschung“, „Zur Kreuzverehrung“, „Exsultet“ und „Alleluja-Psalm“ der Osternacht. Die meiste Zeit beanspruchte das Exsultet. Die Länge des Textes und seine Komplexität erforderten zunächst eine Analyse.  Das Singen des gesamten Hochgesanges stellte für alle eine spannende Herausforderung dar.

 

Johannes Lenius

Kantorenabend "EXSULTET" - online

am 19. März 2021

 

20 Kantor*innen hatten sich für einen online-Kursabend zum Thema „Exsultet“ angemeldet. Referent H. Gasser erläuterte mit Hilfe einer Power Point Präsentation zunächst die Bedeutung und historische Entwicklung der Osternacht und zeigte dann vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für die gesungenen Teile der Osternachtsliturgie auf.

Den Schwerpunkt bildete dabei das Osterlob mit den verschiedenen Textfassungen und Vertonungen im Messbuch 1975 (längere u. kürzere Fassung, tonus simplex, solemnior). Anhand vorgesungener Ausschnitte wurde dann die inhaltliche Gliederung des Osterlobes (Prolog, Danksagung, Bitten) dargestellt. Die sinngemäße, sängerische Umsetzung der Notationsformen (lat. Gregorianik und dt. halslose Notation), musikalische Gestaltung der Zäsuren und ausgewogene Gliederung der Phrasen bildeten den abschließenden Teil des Abends. Als besonderen Lernerfolg erlebten mehrere Teilnehmer*innen das eigenständige, sozusagen solistische Mitsingen und Gestalten von Tempo, Sinnakzenten, Zäsuren mit dem „inkognito“- Vorsänger am anderen Ende der Leitung. 

Herbert Gasser

online Kantoren*innenkurs Pfarrverband Fischatal Süd

im Feber und März 2021

 

Im Rahmen eines online-Mehrabendkurses übten sich 8 Kantor*innen aus dem Vikariat Süd in der Gestaltung der Wechselgesänge für die österliche Bußzeit und Osterzeit.

Nach kurzem Einsingen und einigen sprechtechnischen Übungen wurden unter der Anleitung des Referenten Fastenlieder, Kyrielitaneien und Gloriagesänge – gerade auch im Hinblick mögliche Corona bedingte Einschränkungen zu Ostern – erarbeitet. Einen weiteren Schwerpunkt bildete dann die musikalische Gestaltung des Wortgottesdienstes: Antwortpsalmen und Rufe vor dem Evangelium in unterschiedlichen Vertonungen, vom Lesen auf Tönen bis zu auskomponierten Fassungen aus dem Münchner Kantorale und anderen Behelfen. 

Im Laufe des Kurses tauchten natürlich immer wieder neue und aktuelle Fragen zum Kantoren- und Gemeindegesang in den eingeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten der Liturgie in der Pandemie auf; so etwa die Aufwertung und Bedeutung der Stille gerade in der österlichen Bußzeit und die wichtige Stellvertreter- Funktion der Kantorin sowie das Zuhören oder „innere Singen“ der Gemeinde.

Herbert Gasser

Referat Kirchenmusik
Stock im Eisen-Platz 3/IV
1010 Wien

E-Mail schreiben
Datenschutzerklärung
Display: Standard - Mobile