Thursday 28. May 2020

Evangelium von heute Joh 17,20-26 In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und...

Handreichung für den Ministrantendienst

Aus der Handreichung für den Ministrantendienst ab 15. Mai:

 

Pfarrliche Vorüberlegungen für die Organisation des Ministrantendienstes

Ausgehend von den staatlichen und diözesanen Richtlinien und unter Berücksichtigung der jeweiligen räumlichen, personellen (usw.) Gegebenheiten, sowie mit besonderem Blick auf den Schutz der Risikogruppe, muss jede Pfarre für sich entscheiden, ob und – wenn ja – wie sie Ministrant/innen im Gottesdienst ab 15. Mai zum Einsatz kommen lässt.

Fällt die Entscheidung in einer Pfarre positiv aus, ist zu überlegen:

 

Wie viele Ministrant/innen möchten zum jetzigen Zeitpunkt wieder in einem Gottesdienst ministrieren?

Empfehlung: Bei Minderjährigen das Einverständnis der Erziehungsberechtigten einholen (evtl. in Form einer schriftlichen Einverständniserklärung).

 

Wie viele Plätze stehen insgesamt und – davon ausgehend – für die Ministrant/innen zur Verfügung?

Empfehlung: Nicht die Gesamtquadratmeter des Altarraums, sondern die Möglichkeit der Einhaltung des Abstands von 2 Metern je nach räumlichen Gegebenheiten als Entscheidungskriterium bedenken (z.B. zu leistende Wege für die einzelnen Dienste unter Wahrung des Abstands, Möglichkeit eines 2‑Meter‑Abstands zwischen Priestersessio und anderen Sitzgelegenheiten, usw.).

 

Wie groß ist die Sakristei und wie viele dürfen sich, bei 10 m2 pro Person, gleichzeitig darin aufhalten unter Einhaltung aller Abstände?

Empfehlung: Einrichtung einer eigenen „Ministrant/innen-Sakristei“ für diese Zeit z.B. in einem nahen Pfarrheim, Pfarrhof, in einer Seitenkapelle, auf einer Empore… Die Aufenthaltsdauer vor und nach dem Gottesdienst sollte so kurz wie möglich sein.

 

Gibt es eine Ministrant/innen-Einteilung für die Gottesdienste, oder kommen diese normalerweise spontan?

Empfehlung: Wenn nicht bereits üblich, dann jedenfalls jetzt eine Ministrant/innen-Einteilung für die verschiedenen Gottesdienste erstellen. So wird einerseits die Anzahl pro Gottesdienst reguliert, andererseits kennt der Pfarrer oder die/der Gruppenleiter/in seine/ihre Ministrant/innen am besten und kann so überlegen, welche Kinder und Jugendlichen am sinnvollsten gemeinsam Dienst tun (z.B. Geschwisterkinder, ein Jüngerer und eine erfahrenere Ministrantin usw.).

 

Dürfen Geschwisterkinder im Gottesdienst ohne Abstand nebeneinandersitzen, gehen …?

Empfehlung: Laut Rahmenordnung gelten die Abstandsvorgaben nicht für im selben Haushalt lebende Personen, trotzdem sollten Geschwisterkinder beim Ministrieren die gleichen Regeln und Abstände wie andere einhalten. Ministrant/innen sind deutlich sichtbar im Gottesdienst und haben eine Vorbildfunktion. Nicht alle Mitfeiernden wissen um die jeweiligen Verwandtschaftsverhältnisse.

 

Wie erklärt man Ministrant/innen, die gerne ministrieren würden, und ihren Eltern, dass dies z.B. an diesem Sonntag aufgrund der Anzahl, wegen einer beschlossenen Altersuntergrenze usw. nicht möglich ist?

Empfehlung: Klar, transparent und zeitnah kommunizieren, sowie keine falschen Hoffnungen durch nicht haltbare „vielleicht“-Versprechungen schüren. Zudem kann man sich „Alternativen“ überlegen: So könnten z.B. Ministrant/innen, die keinen liturgischen Dienst ausüben, trotzdem mit ihrem Minigewand sichtbar auf den vorderen Plätzen sitzen.

 

Wäre der vorgeschriebene Willkommensdienst am Kircheneingang womöglich ein attraktiver „neuer Dienst“?

Empfehlung: Für den Willkommensdienst nur Ministrant/innen ab 16 Jahren und als Unterstützung für Erwachsene einsetzen. Das „Abweisen von Menschen“ kann emotional belastend sein. Eine Einschulung im Vorfeld und die klare Erkennbarkeit des Willkommensdienstes z.B. durch Warnwesten können helfen.

 

Werden der vorgeschriebene, während des gesamten Gottesdienstes zu tragende, Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel von der Pfarre zur Verfügung gestellt oder nimmt jede/r Ministrant/in dies selbst mit?

Empfehlung: Unabhängig von der konkreten Entscheidung dies im Vorfeld klären und den Ministrant/innen und ihren Eltern kommunizieren. Dies gilt auch für sonstige Hygienemaßnahmen. Ein für alle liturgischen Dienste während des Gottesdienstes zugängliches Desinfektionsmittel kann hilfreich sein.

 

Wer hilft normalerweise den Jüngeren beim An- und Ausziehen des Minigewandes?

Empfehlung: Hilfe beim Anziehen sollte nur durch Angehörige aus dem gleichen Haushalt passieren.

 

Wie werden die Ministrant/innen über die veränderten Abläufe und räumlichen Positionen usw. informiert?

Empfehlung: Es sollte eine entsprechende Probe – nicht nur mit dem zelebrierenden Priester, sondern evtl. auch gemeinsam mit der/dem Mesner/in und sonstigen beim Gottesdienst aktiven Personen – im Kirchenraum durchgeführt werden. Veranstaltungen mit bis zu 10 Personen im öffentlichen Raum sind gesetzlich erlaubt. Auch bei einer Probe gelten die Hygiene- und Abstandsregelungen.

 

Wer betreut die Ministrant/innen direkt vor dem Gottesdienst und steht für letzte Fragen und Absprachen zur Verfügung – speziell, wenn sich diese nicht im selben Raum wie der Zelebrant umziehen?

Empfehlung: Anwesenheit einer für die Ministrant/innen zuständigen Person als Ansprechperson bei jedem Gottesdienst.

 

 

Konkrete Hinweise & Empfehlungen für den Gottesdienstablauf & die Ministrantendienste

Bei allen liturgischen Diensten im Verlauf eines Gottesdienstes muss immer die Frage im Zentrum stehen: Sind diese unter Einhaltung des 2-Meter-Abstands möglich, und wenn ja – wie?

Womöglich kann es besser sein, manche Dienste und Abläufe derzeit nur stark eingeschränkt oder gar nicht durchzuführen.

Hier einige konkrete Überlegungen und Beispiele, welche Hilfe und Anregung bei der individuellen Umsetzung in der Pfarre sein möchten.

 

Einzug/Auszug

  • Wenn der Einzug unter Einhaltung der Abstandsregeln nicht wie üblich passieren kann: Gibt es Alternativen? Z.B. Seitengang, Mittelgang, aus dem Freien kommend bei schönem Wetter usw. Falls dies ebenfalls nicht möglich ist: Die Ministrant/innen könnten bereits vor Beginn des Gottesdienstes auf ihren Plätzen sitzen.
  • In kaum einem Fall wird ein Einzug in 2er‑Reihe mit Abstand in einer Kirche möglich sein. Eine Möglichkeit wäre stattdessen ein Einzug in 1er‑Reihe (Gänsemarsch) mit 2 Meter Abstand zu Vorder- bzw. Hintermann/-frau und zur Linken und Rechten.

  • Bei mehreren Ministrant/innen ist es sinnvoll, sich die Aufstellungsreihenfolge gemäß dem kürzesten Weg zum Erreichen des Sitzplatzes zu überlegen bzw. ob eine Aufstellung und Verneigung vor dem Altar möglich ist.

Dienst des Buchträgers (Librifer)

  • Dieser Dienst ermöglicht dem Vorsteher die Offizialgebete in der Orantenhaltung (mit ausgebreiteten Händen) zu sprechen. Da hier aber kein sinnvoller Abstand gehalten werden kann, soll auf diesen Dienst verzichtet werden. Gerade beim Sprechen ohne ausreichende Distanz ist die Übertragungsgefahr hoch. Stattdessen kann vor dem Zelebranten ein kleines Pult stehen. Er kann auch an den Altar treten oder auf die Orantenhaltung verzichten.

Evangeliumsprozession / Dienst des Leuchterträgers (Zeroferar)

  • Ist der Leuchterdienst mit Abstand während der Prozession und des Evangeliums möglich, ist auf ein Stehen außerhalb der Sprechrichtung zu achten.

  • Wenn der Abstand bei der Prozession und zum Ambo nicht sinnvoll eingehalten werden kann, kann man diesen Dienst weglassen oder entsprechende Alternativen überlegen. Die Leuchter könnten z.B. vor dem Ambo abgestellt werden und die Ministrant/innen für den Zeitraum der Verkündigung an ihren Platz zurückkehren.

Gabenbereitung

  • Werden die Gaben weiterhin durch Ministrant/innen bereitet, sollte der Priester jedenfalls erst nachdem diese am Altar abgestellt wurden hinzutreten.

  • Die Händewaschung (Lavabo) ist unter Einhaltung des 2‑Meter‑Abstandes nicht möglich. Laut der Rahmenordnung darf dieser für den Zeitraum notwendiger und kurz andauernder liturgischer Handlungen unterschritten werden. Entscheidet man sich demnach für die Verrichtung der Händewaschung in der üblichen Form, sollte dabei jedenfalls auf die ausgesprochenen Gebetsworte verzichtet werden. Ansonsten gäbe es z.B. die Möglichkeit die liturgischen Geräte am Altarrand zu deponieren, nachdem der Priester einige Schritte zurückgetreten ist. Dieser vollzieht die Händewaschung selber. Oder es wird generell auf die Händewaschung verzichtet.

  • Viele Pfarren haben jetzt schon teilweise auf ihrem Gabentisch bzw. der Kredenz ein Desinfektionsmittel stehen. Dieses vor und nach der Gabenbereitung zu verwenden, kann sinnvoll sein.

Kollekte

  • In Pfarren, in denen es üblich ist, dass die Ministrant Körbchen oder Ähnliches für die Kollekte durch die Reihen reichen, entfällt dieser Dienst. Körbchen dafür sind z.B. beim Ausgang aufzustellen.

Eucharistisches Hochgebet

  • Auch beim Hinzutreten zum Altar zu Beginn des eucharistischen Hochgebetes ist der Abstand von 2 Metern einzuhalten. Andernfalls sollten die Ministrant/innen auf ihren Plätzen bleiben.

  • Das Läuten bei der Wandlung muss in ausreichendem Abstand zum Altar und Priester erfolgen.

Kommunion

  • Um möglichst wenig Wege in der Liturgie zu haben, bei denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, sollten die Ministrant/innen auf ihren Plätzen bleiben und dort die Kommunion empfangen.

Weitere Ministrantendienste

  • Je nach Tradition übernehmen Minis in Pfarren noch andere Aufgaben im Gottesdienst. Auch hier gilt: Im Vorfeld überlegen ob dieser Dienst notwendig und so wie bisher durchführbar ist oder den Umständen entsprechend anpassen oder weglassen.

  • Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam: Bei kirchlichen Hochfesten sind normalerweise liturgische Dienste wie Kreuzträger und Weihrauch & Schiffchenträger vorgesehen. Ein Einhalten des Abstandes beim Einlegen des Weihrauchs und der Übergabe des Weihrauchfasses an den Priester für die Inzens ist nicht möglich. Hier gilt es ebenfalls alternative Formen zu finden: So könnte man eine Weihrauchschale benutzen, die im Altarraum steht und auf welche der Priester den Weihrauch an den entsprechenden Momenten legt. Eine andere Variante wäre auch den Ständer für das Weihrauchfass (Thuribel) oder etwas Ähnliches in den Altarraum zu stellen: Die/der Ministrant/in hängt das Weihrauchfass auf – der Priester legt ein und inzensiert und hängt es anschließend wieder auf. Bei dieser Variante ist es sinnvoll für diesen Dienst nur eine Person einzuteilen. Das Weihrauchschiffchen (Naviculum) kann immer beim Ständer verbleibe

 

Schlussbemerkung

Beim Durchdenken der eigenen pfarrlichen & räumlichen Situation bzw. liturgischen Traditionen im Gottesdienst fallen einem sicher noch andere zu bedenkende Punkte ein.

Wir hoffen, mit dieser Handreichung hilfreiche Hinweise, Anregungen und Empfehlungen für die Wiederaufnahme des Ministrantendienstes ab 15. Mai gegeben zu haben.

Termine
Tue., 02. June 2020 10:00
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