Mittwoch 8. April 2026

Suche auf der Website

© www.markus-goestl.at
1. September 2022

Worte unseres Pfarrers

Gedanken von Pater Nicholas Thenammakkal im Herbstpfarrbrief unseres Pfarrverbandes.

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

 

Die Erde, das gemeinsame Haus der Menschen!

 

Der zurückliegende Sommer hat einmal mehr gezeigt, dass das gemeinsame Haus der Menschen, die Erde, unter Wetterextremen leidet; mit ihr auch wir. Muss die Menschheit sich fürchten, dass sie den Boden unter ihren Füßen verliert? Viele hoffen, dass das nur eine rhetorische Frage bleibt. Die Meldungen aus der Wissenschaft und unsere laienhaften klimatischen Erfahrungen geben uns Anlass zur Sorge. Diese Sorge, die weltweit zu spüren ist, hat Papst Franziskus 2015 mit seiner Enzyklika »Laudato Si« aufgegriffen. Auch wenn die Veröffentlichung der Enzyklika Jahre zurückliegt, lohnt es sich darauf einen  Blick zu werfen. Sie hilft uns die Krise zu verstehen und - wie es sich für Christen gehört - Impulse für das alltägliche Leben zu holen und hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen. Der Titel der Enzyklika trägt die Anfangsworte des  »Sonnengesangs« des Heiligen Franziskus von Assisi, des Namenspatrons des Papstes. Fast erblindet und von Krankheiten gezeichnet sang der Heilige Franziskus »Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter«. »Diese Schwester«, so schreibt der Papst, »schreit auf wegen des Schadens, den wir ihr aufgrund des unverantwortlichen Gebrauchs und des Missbrauchs der Güter zufügen, die Gott in sie hineingelegt hat«. Die Problemfelder sind vielfältig: es gibt die ökologischen Krisen wie Umweltverschmutzung, Klimawandel,  Wasserknappheit und Verlust der biologischen Vielfalt. Sie haben negative Auswirkungen auf das Zusammenleben der Menschen. So entwickelt sich langsam eine Verschlechterung der Lebensqualität verbunden mit sozialem Niedergang und weltweiter sozialer Ungerechtigkeit. Die Reaktionen darauf fallen schwach aus. Deswegen will der Papst alle zu einem Dialog darüber einladen, wie wir die Zukunft unseres Planeten gestalten. 

 

Bei der Beobachtung der Krise stellt der Papst fest, dass verschiedene Faktoren wie die Technologie, die Globalisierung oder der moderne Anthropozentrismus die Krise verursachen und dass sie eng aufeinander bezogen und nicht voneinander zu trennen sind. Daher sollten möglichst alle Aspekte der weltweiten Krise betrachtet werden. Das Gebot der Stunde ist eine ganzheitliche Ökologie, welche die menschliche und soziale Dimension klar miteinbezieht. Angesichts der globalen Dimension der Krise ist es notwendig, auf allen Ebenen einen Dialog zu führen. Es ist die internationale Politik genauso gefragt wie die nationale und lokale Politik. Es ist die Wirtschaft und die Finanzwelt gefragt, die Religionen und die Wissenschaften. Schließlich sind wir alle selber gefragt, ob wir bereit sind uns zu ändern. Denn es fehlt bisweilen das Bewusstsein des gemeinsamen Ursprungs, einer wechselseitigen  Zugehörigkeit und eine von allen geteilte Zukunft. Nur dieses neue Bewusstsein vermag Dinge zu ändern, neue Überzeugungen, Verhaltensweisen und Lebensformen zu entwickeln. Hier sieht der Papst neue Hoffnungen für die Menschheit. Denn sie ist bei allem auch fähig, sich zu ändern und neue Wege einzuschlagen. Es ist daher die Aufgabe sowohl der Gesamtheit wie auch der einzelnen Person, auf einen anderen Lebensstil zu setzen, zur Umwelt eine respektvolle Beziehung aufzubauen und so eine ökologische Wende herbeizuführen. Denn es gilt, das gemeinsame Haus - die Erde, die uns anvertraut ist - zu bewahren. Tragen auch wir dazu bei! 

 

Ihr Pater Nicholas

 


 

Pfarrbrief als PDF downloaden