Mittwoch 8. April 2026

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Worte unseres Pfarrers

Gedanken von Pater Nicholas Thenammakkal im Pfarrbrief unseres Pfarrverbandes.

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

 

DER HEILIGE FRANZISKUS UND DIE WEIHNACHTSKRIPPE

 

Weihnachten ist die schönste Zeit im Jahr. Sie verbindet uns mit vielen, guten Traditionen, wie Adventmarkt, Roratemessen, Weihnachtsbaum, Lebkuchen, Glühwein, beleuchtete Straßen, usw. Unverzichtbar zu Weihnachten gehört aber die Darstellung der Geburt Jesu Christi in einer Krippe dazu. Sie kennen sicher die Weihnachtskrippen unserer Pfarren, die jedes Jahr aufgestellt werden. Wer die Krippe der Pfarre Asparn heuer besucht, wird von der neuen Krippe überrascht sein.

 

Wie und wann ist die Tradition der Weihnachtskrippe entstanden? Der Anfang der Krippendarstellung ist nicht eindeutig feststellbar. Für Fachleute ist sie das Produkt einer langen Entwicklung. Der Heilige Franziskus von Assisi spielt dabei eine wesentliche Rolle.

 

Durch seine radikale Nachahmung Christi ist Franziskus bekannt als der „zweite Christus“. Sein innigster Wunsch war, das Evangelium in allem und durch alles zu beobachten. Er war tief berührt von der Einfachheit und der Armut Jesu. Zwei Geheimnisse Jesu beschäftigten ihn derart, dass er kaum an etwas anderes denken wollte: die Demut der Menschwerdung und die durch sein Leiden bewiesene Liebe. Er wollte die Geburt Jesu so radikal wie möglich nachempfinden. Das veranlasste ihn im Jahr 1223 in Greccio in einer Höhle im Wald erstmals das Weihnachtsgeschehen mit lebenden Personen und Tieren nachzuspielen. Lassen wir seinen Biographen, Thomas von Celano, (erste Lebensbeschreibung) darüber sprechen:

 

Franziskus ließ diesen (Johannes von Greccio) … zu sich rufen, etwa vierzehn Tage vor der Geburt des Herrn und sprach zu ihm: „Wenn du wünschst, dass wir bei Greccio das bevorstehende Fest des Herrn feiern, so gehe eilends hin und richte sorgfältig her, was ich dir sage. Ich möchte nämlich das Gedächtnis an jenes Kind begehen, das in Bethlehem geboren wurde, und ich möchte die bittere Not, die es schon als kleines Kind zu leiden hatte, wie es in eine Krippe gelegt, an der Ochs und Esel standen, und wie es auf Heu gebettet wurde, so greifbar als möglich mit leiblichen Augen schauen.“ Als der gute und treue Mann das hörte, lief er eilends hin und rüstete an dem genannten Ort alles zu, was der Heilige angeordnet hatte.

 

Es sammelte sich dort eine große Menschenmenge, die weihnachtliche Messe wurde bei der lebenden Krippe gefeiert und Franziskus hielt seine berühmte Weihnachtspredigt. Dieses bildhaft dargestellte Geschehen der Heiligen Nacht gilt als einer der Ursprünge der traditionellen Krippendarstellung.

 

In der Weihnachtszeit besuchen wir selber viele Krippen. Wir bewundern die Vielfalt und die Kunstfertigkeit der Darstellungen. Das alles hat seinen berechtigten Platz. Mit jedem Besuch einer Krippe sollen wir aber auch an das Geheimnis der Menschwerdung Gottes denken: Der große Gott nimmt aus Liebe zu uns Menschen menschliche Gestalt an, lebt von Geburt an in Einfachheit und Armut. Dieser Gott ist Emmanuel – Gott mit uns! Das ist die größte Freude, die uns in dieser Zeit erfüllt. Darum ist Weihnachten die schönste Zeit im Jahr.

 

Ich wünsche eine besinnliche Adventzeit, eine segensreiche Weihnachtszeit und ein gutes Neues Jahr 2025!

 

Euer Pfarrer Mag. Nicholas Thenammakkal