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Topothek Gnadendorf
28.02.2026
150. Geburtstag von Karl (Carl) Haupt

Karl Haupt - Der Gnadendorfer, der Musikgeschichte schrieb

Der Musiker, Kapellmeister, Dirigent und Komponist Karl Haupt wurde am 19.2.1876 in Gnadendorf geboren.

Sein Geburtshaus trug die Hausnummer 16. Heute ist in diesem Gebäude das Jugend- und passender könnte es nicht sein auch das Musikerheim untergebracht. 

 

Über sein Wirken:

Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er von seinem Vater (Klavier und Violine). Seine spätere Ausbildung erhielt er in der Lehrerbildungsanstalt in Wiener Neustadt, wo er zusätzlich Orgel und Harmonielehre lernte. Ca. 1894 ging er als Geiger zur Militärmusik in Wien. 1897 – 1899 Ausbildung am Konservatorium bei R. Fuchs (Harmonielehre), später bei F. Bartolomey (Klarinette).

 

1898 Gründung einer eigenen Salonkapelle, mit der er in verschiedenen Wiener Etablissements spielte (Brady’s Wintergarten, Eisvogel, Venedig in Wien (Vergnügungs/Themenpark Venedig im Prater), Trocadero) und zahlreiche Tourneen unternahm, u. a. im Oktober 1908 nach New York/USA. Nach seiner Rückkehr aus Amerika enthielt das Repertoire seiner Kapelle auch „ragtimeartige“ Titel, von denen er einige auf Schallplatten einspielte. (z.B. Oh That Yankiana Rag)

 

Seine beiden Operetten wurden 1909 und 1910 im Sommertheater in Venedig in Wien uraufgeführt. (Eine Liebesnacht, 1909, Jagdfieber, 1910)

Ab 1919 Kapellmeister im Wiener Etablissement Chapeau Rouge, wo Haupt ab 1924 auch Saxophon spielte. Daneben spielte er immer wieder auch zum 5-Uhr-Tee im Tabarin. (Afrikanisches Lokal in Wien)

 

Ab 1926 bis kurz vor seinem Tod war Haupt mit seiner Kapelle regelmäßig auf „Radio Wien“ zu hören.

 

1933 sagte Karl Haupt, sein größter Stolz sei es, Nachfolger von Hofballmusikdirektor C. M. Ziehrer bei den sogenannten "Hofbällen" bei Erzherzog Friedrich gewesen zu sein. Er wurde nach dem 1. Weltkrieg inoffizieller Nachfolger bei den Hofbällen, den Titel Hofballmusikdirektor führte er daher nie.

 

Er starb am 19. Juni 1934 mit 58 Jahren in Wien an einem Schlaganfall.

 

Als Komponist verschrieb er sich der Unterhaltungsmusik, neben Wienerliedern und Schlagern schuf er mit Märschen und Tänzen auch neues Repertoire für seine Kapelle.

 

Auch erwähnt sei Karl Haupts unvergänglicher Beitrag zum urtypischen Wiener Lied: Seine Komposition „Kinder, so jung kumm ma nimmermehr z’samm“ ist aus dem volkstümlichen Liedgut Österreichs nicht mehr wegzudenken.

 

Weitere Werke:

  • Was schert mich die Welt
  • Kennen Sie die Inge
  • Steffel du alter, du halt`st treue Wacht
  • An mein Wien
  • I und Mei Maderl
  • Erzherzog Karl Franz Josef-Marsch
  • Windisch-Grätz Marsch
  • Thronfolger-Marsch

 

Quellenangaben: Österr. Musiklexikon online

Recherche: Franz Schmidt jun. und Thomas Schmidt