Mit dem Palmsonntag beginnt die hohe Woche, die Karwoche, jene Tage an denen die Christen des Leidens, Sterbens und der Auferstehung Jesu gedenken.
Der Palmsonntag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem und an den Jubel, den das Volk ihm damals entgegenbrachte. Im Text der Messe heißt es an diesem Sonntag: "Die Kinder von Jerusalem trugen Zweige in den Händen. / Sie zogen dem Herrn entgegen und riefen: / Hosanna in der Höhe!"
Segnung der Palmzweige
Am Palmsonntag werden nach alter Tradition auch die Palmzweige gesegnet. In vielen Pfarren sind das kunstvoll gebundene Buschen aus Weiden, Buchs und Thujen. Dieser Ritus wird im Volksmund die "Palmweihe" genannt. "Weihe" ist dabei eigentlich falsch, weil die Weihe im römisch-katholischen Ritus nur Menschen vorbehalten ist, die in den Dienst Gottes gestellt werden. Dinge - außer Gegenstände des liturgischen Gebrauches, wie Kirchenbauten, Glocken, Altar, ... - werden gesegnet.
Die Segnung von Palmzweigen wird für die Mitte des achten Jahrhunderts bezeugt. Die Palme galt in der Antike als Zeichen des Lebens, der Hoffnung und des Sieges. Märtyrer wurde in der Kunst oft mit einer Palme oder einem Palmzweig dargestellt. Der Ölzweig gilt auch als Symbol für den Frieden.
Der Volksglaube schrieb den gesegneten Zweigen eine schützende und heilende Wirkung zu, die durch die Verwendung der immergrünen Zweige von Buchs und Thuje deutlich gemacht wurde. Die Zweige wurden im Haus zum Beispiel in den "Herrgottswinkel" gesteckt, im Garten und auf die Felder gebracht um allen Gottes Segen und Schutz zu bringen.
Der Gottesdienst am Palmsonntag
Der Palmsonntag ist zweifach geprägt: einerseits von der Freude der Menschen, die Jesus begrüßen. Die Menschen jubeln ihm mit Palmzweigen zu und breiten ihre Kleider vor ihm auf dem Boden aus - dieses Ehrenzeichen kam nur einem König zu. Andererseits ist die Stimmung dieses Tages nachdenklich und betrübt. Es wird die Passion Jesu im Gottesdienst vorgelesen oder gesungen, in diesem Jahr nach dem Evangelisten Markus. Jesus zieht in die Stadt ein um zu sterben. Aber er zieht auch ein um wieder von den Toten aufzustehen. Der Gottesdienst des Palmsonntages lässt die Ereignisse in Jerusalem im Zeitraffer ablaufen und stellt so das Geheimnis des Glaubens dar.
Seit dem 4. Jahrhundert gibt es Überlieferungen, dass sich schon damals die Christen aus Jerusalem an diesem Tag auf dem Ölberg versammelten , einen Wortgottesdienst feierten und schließlich in feierlicher Prozession wieder in die Stadt hineinzogen, wobei sie Palm- und Ölzweige in den Händen hielten.