Freitag 13. Februar 2026

Unsere Bildungsangebote


Die Fachgebiete des Bereichs "Kirche im Dialog" bieten Vorträge und Workshops zu unterschiedlichen Themen und Fragestellungen an.

 

Eine aktuelle Auflistung sowie weitere Informationen zu den Inhalten finden Sie hier.

 

 

[1] Stephansplatz 6 | Stiege 1

Ökumene
5. Stock | Zimmer 503

Weltkirche & Entwicklungszusammen-arbeit
6. Stock | Zimmer 663

 
[2] Stephansplatz 4 | Stiege 7

Interreligiöser und Interkultureller Dialog
1. Stock

Weltanschauungs- und Sektenfragen
1. Stock

 

"Es gibt ein großes Lernpotenzial zwischen unseren Diözesen"

 

Anlässlich der Bischofsweihe von Josef Grünwidl waren aus Kenia, Ecuador und den Philippinen jene Bischöfe nach Wien gekommen, deren Diözesen seit vielen Jahren partnerschaftlich mit der Erzdiözese Wien verbunden sind. Wir haben Sie zu ihren Eindrücken befragt.

 

Von Bischof zu Bischof: Bischof John Mbinda Makau legt Josef Grünwidl die Hände auf

 

Mons. John Mbinda Makau, Bischof der Partnerdiözese Lodwar im Nordwesten Kenias – dem trockensten, heißesten und ärmsten Gebiet des Landes:

 

Wie erlebte er die Bischofsweihe und Amtseinführung?

„Ich bin dankbar dafür, dass die Erzdiözese Wien unsere Teilnahme an der Bischofsweihe ermöglicht hat. Die Feier im Stephansdom hat mich sehr berührt – meine eigene Berufung und Ernennung zum Bischof wurden lebendig und erneuert, es war eine spirituell sehr bereichernde Erfahrung.“

 

Wie sieht er den neuen Erzbischof von Wien?

„Erzbischof Grünwidl beeindruckt durch sein unprätentiöses und offenes Auftreten. Ein Mann mit Bodenhaftung – nahe an den Menschen und nahe an der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Ein mich sehr berührender Ausdruck davon war seine erste Messe, die er mit den armutsbetroffenen Menschen in Wien gefeiert hat.“
 

Persönliche Begegnung auf Augenhöhe: Erzbischof Grünwidl lud zum gemeinsamen Mittagessen

 

Nach seinen ersten Personalentscheidungen im Bischofsrat und vor dem Treffen mit Bundeskanzler Stocker hatte Erzbischof Grünwidl die Partner aus dem globalen Süden zu einem Mittagessen zu sich eingeladen – die erste Gelegenheit, einander persönlich kennenzulernen und über die Partnerschaft zu reden:

„Ich hatte den Eindruck, dass diese persönliche Begegnung wegweisend für unsere weitere Partnerschaft sein wird. Wir haben schnell zueinander gefunden und Erzbischof Grünwidl erwies sich als guter Zuhörer, äußerst interessiert an den Zeugnissen aus unserer so anders gearteten Kirchenrealität. Ich bin zuversichtlich, dass sich unsere Partnerschaft auf Basis dieser Begegnung auf Augenhöhe gut weiterentwickeln wird.“

 

Die Gäste aus den Partnerdiözesen waren während ihres einwöchigen Aufenthalts im Wiener Priesterseminar untergebracht:

„Unser Aufenthalt im Priesterseminar gab uns die Gelegenheit, ein Stück weit am Alltag der Seminaristen teilzuhaben. Die internationale Zusammensetzung der Seminaristen hat mich angenehm überrascht – das ist das Gesicht unserer Kirche von heute: weltkirchlich - international, katholisch - allumfassend.“

 

Über das Potenzial der „Lerngemeinschaft Weltkirche“:

„Es gibt ein großes Lernpotenzial zwischen unseren Diözesen. Gespräche und getroffene Vereinbarungen in der Erzdiözese zu aktuellen und zukünftigen Projekten der Zusammenarbeit und des Austausches geben mir die Zuversicht, dass unsere Partnerschaft sich weiter vertiefen und die Sichtbarkeit und Wirksamkeit von Weltkirche in unseren Diözesen wachsen wird.“

 

Freudiges Wiedersehen vor der Bischofsweihe: Kardinal Schönborn und Bischof Cortez

 

Bernardino Cortez war bis August 2025 Bischof der Prälatur Infanta, Philippinen. Die Partnerschaft zwischen Wiener Neustadt und Infanta, die von Weihbischof Florian Kuntner und Bischof Julio Labayen vor über 40 Jahren grundgelegt wurde, war Vorreiter der heutigen weltkirchlichen Partnerschaften der Erzdiözese Wien:

 

Der emeritierte Bischof Bernardino Cortez aus der Prälatur Infanta auf den Philippinen – er war in Vertretung des seit September amtieren Bischofs Dave Dean Capucao nach Wien gekommen – sieht die bestehende Partnerschaft als „Aktionsgemeinschaft“:

„Unsere Partnerschaft ist keine Partnerschaft bloßer Worte, sondern eine Partnerschaft ‚in action‘. Der spürbare Rückhalt und die vorhandene Kompetenz auf der Seite unserer Partner in Wien stärkt uns als Kirche auf den Philippinen angesichts gewaltiger Herausforderungen.“

 

Was können wir von Infanta lernen?

„Als Kirche der Armen suchen wir Wege, mit einfachen Mitteln Lösungen für die dringenden Bedürfnisse der Menschen zu finden. Ein Beispiel dafür: klassische medizinische Behandlung ist für arme Menschen auf den Philippinen in vielfacher Hinsicht unerreichbar. Wir haben entdeckt, dass es besonders unter den Frauen ein gewaltiges Wissen über natürliche Heilmethoden gibt. So fördern wir diese Frauen in der Weiterentwicklung der Kräuterheilkunde und in der Zubereitung pflanzlicher Heilmittel. Das ist eine Form der Entwicklung, welche mit den vorhandenen einfachen Mitteln möglich ist, die Eigenständigkeit stärkt und allen Menschen Heilung ermöglicht.“

 

Bischof Rosales mit den Wiener Ecuador-Missionaren Heinrich Doblhoff-Dier und Christian Radolf

 

Bischof Gustavo Rosales ist seit 31.Jänner 2025 Bischof der Partnerdiözese San Jacinto in Ecuador. Er ist zum ersten Mal in Wien. Das Zentrum seiner Diözese liegt in einem der am schwersten von Gewalt betroffenen Gebiete Ecuadors:


Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die Partnerschaft mit der Erzdiözese Wien?
„Inmitten dieser schwierigen und herausfordernden Situation spüren wir: Wir sind nicht allein. Das gibt uns Rückhalt und Stärke, hält uns und unsere Geschwister in der Diözese am Leben.“

 

Bischof Rosales charakterisiert die Partnerschaft mit einem biblischen Zitat: „‘Gebt ihr ihnen zu essen‘ sagte Jesus zu seinen Jüngern angesichts der Not so vieler Menschen. Die von der Erzdiözese Wien unterstützen Projekte bieten Auswege aus der Not. Auf diese Weise arbeiten wir gemeinsam am Auftrag Jesu. Die Reise war für mich eine gute Gelegenheit, jene kennenzulernen, die diese Zusammenarbeit ermöglicht haben. Die Nähe, die ich hier erlebt habe und die vertrauensvollen Gespräche, die ich führen konnte, gaben mir den Eindruck kein Fremder zu sein. Ich fühlte mich wie zu Hause!“

 

Wie geht es nun weiter mit den internationalen Partnerschaften der Erzdiözese Wien? Christian Zettl, Weltkirche-Beauftragter der Erzdiözese Wien:

„Im vergangenen Jahr hatten wir Gelegenheit mit einer großen Delegation aus verschiedenen Dienststellen, Einrichtungen und Pfarren der Erzdiözese Wien in die Partnerdiözese Lodwar nach Kenia zu reisen. Mit dabei waren auch Vertreter:innen aus den Partnerdiözesen in Ecuador und auf den Philippinen. Schon vor der Reise hatten wir damit begonnen, gemeinsame Lern- und Austauschprojekte aufzusetzen. Die Reise selbst wurde für uns zu einem wahrhaften ‚Lernlabor‘ unter den vier Diözesen - in einem Ausmaß, wie wir es gar nicht für möglich gehalten hatten.“

 

Lernprojekte

Aus der Lernreise sind konkrete Projekte entstanden, die nun umgesetzt werden: Frauen aus allen Partnerdiözesen setzten in ihren jeweiligen Diözesen während der UN-Kampagne ‚Orange The World‘ im November und Dezember starke Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Schüler:innen aus kirchlichen Schulen der vier Partnerdiözesen starten heuer mit einem Online-Austausch – für Wien dabei ist die Mittelschule Sacré Coeur im dritten Wiener Gemeindebezirk. Pfarrmitglieder aus Zellerndorf im Weinviertel haben damit begonnen, mit Pfarrmitgliedern aus Eliye Springs, einer Fischergemeinde am Ufer des Turkana-Sees, gemeinsame Sache zu machen und ein Kennenlernen über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg zu wagen.

 

Volontär für Kenia, Reise nach Ecuador

Christian Zettl: „Was uns sehr freut ist, dass heuer erstmals ein junger Freiwilliger aus unserer Erzdiözese, aus Obersdorf im Weinviertel, für ein Jahr nach Lodwar in Kenia aufbrechen wird, um dort an der diözesanen Knabenschule seine vielfältigen Talente einzubringen und auch selbst zu von den Menschen in Lodwar zu lernen

Im Sommer geht es dann mit einer kleinen Delegation nach Ecuador: „Die Reise wird uns an Hotspots der Drogenbandengewalt führen, der die Partnerdiözese San Jacinto an ihren Schulen mit Friedenspädagogik erfolgreich begegnet. Dieses Leuchtturm-Pilotprojekt wird aus Mitteln der Erzdiözese Wien in Kooperation mit der Dreikönigsaktion gefördert.“ In einem weiteren von Wien geförderten Projekt geht es um minderjährige Schwangere und Alleinerziehende, welche materiell, medizinisch, psychologisch und seelsorglich von der Diözese San Jacinto begleitet und unterstützt werden.

 

Nicole Meissner, Geschäftsführerin der St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien, wird gemeinsam mit einer Mitarbeiterin ebenfalls nach Ecuador reisen. Sie freut sich auf stärkende Begegnungen: „Ich bin tief berührt, wie unsere Partner mit einfachen Mitteln eine hochprofessionelle Arbeit leisten und bin überzeugt, dass wir viel voneinander lernen werden.“

 

 

 

 

 

Pastoralamt der ED. Wien Kirche im Dialog
Stephansplatz 4/7/1
1010 Wien

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