Ein Priester wird aus dem Volk genommen und zum Dienst am Volk gesandt. Der Begriff „Priester“ stammt vom griechischen Wort presbyteros, was „der Älteste“ bedeutet. Priester leiten Pfarreien, feiern Gottesdienste – insbesondere die Eucharistie – und sind für die Spendung der Sakramente der Taufe, Buße und Krankensalbung zuständig. Er steht der Eheschließung von Brautleuten vor. Je nach Funktion tragen sie unterschiedliche Titel, etwa Pfarrer, Moderator, Vikar oder Kaplan. Manche Priester arbeiten auch außerhalb einer Pfarrei, etwa innerhalb ihrer Ordensgemeinschaften oder anderen kirchlichen Orten. Miteinander bilden sie das Kollegium des Presbyteriums, an dessen Spitze der Bischof steht.
Die Weihe verleiht dem Priester die Vollmacht, in der Person Christi („in persona Christi“) zu handeln. Das bedeutet, dass er die Sakramente nicht nur verwaltet, sondern im Namen Jesu Christi, in seinem unmittelbaren Auftrag feiert. Das Zweite Vatikanische Konzil beschreibt drei zentrale Aufgaben des Priesters: die Verkündigung der Frohen Botschaft, die seelsorgliche Begleitung der Gläubigen und die Feier der Liturgie. Zu seinem liturgischen Dienst gehört auch die Verpflichtung, im Namen und für seine Gemeinde täglich das Stundengebet zu verrichten. Die Grundlage des Priestertums ist der Glaube an Jesus Christus, der als der eigentliche Hohepriester zwischen Gott und den Menschen vermittelt. Dabei stehen das besondere Weihepriestertum und das allgemeine Priestertum aller Gläubigen in einem ergänzenden Verhältnis zueinander.
Priester wird man nicht einfach durch eine Berufswahl – es ist vielmehr eine tiefgreifende Lebensentscheidung, die auf einer persönlichen Berufung basiert. Am Anfang steht das Gefühl, von Gott gerufen zu sein, verbunden mit dem Wunsch, sich für andere einzusetzen und eine enge Beziehung zu Christus zu leben. Die Entscheidung für das Priestertum ist ein Prozess, der Zeit, Gebet und ehrliche Selbstreflexion erfordert. Es geht darum, herauszufinden, wie die eigenen Talente und Stärken zum Wohl der Menschen und im Dienst Gottes eingesetzt werden können. Der subjektive Eindruck der Berufung reicht nicht aus. Der eigentliche Ruf ist die Bestätigung durch die Kirche in der Person des Bischofs, der einen Weiheamtskandidaten nach ausreichender Prüfung zu den Weihen zulässt. Auch das Volk Gottes hat daran teil.
Grundsätzlich ist jeder Katholik dazu verpflichtet, ihm eventuelle Weihehindernisse den kirchlichen Vorgesetzten des Bischofs vor der weihe zur Kenntnis zu bringen. Ein Zeichen dieser Hingabe ist in der Tradition der lateinischen Kirche das Versprechen des Zölibats: Priester leben ehelos und verzichten auf gelebte Sexualität – eine Lebensform, die bewusst gewählt und getragen werden muss.
Als Seelsorger begleitet der Priester Menschen in ihren Sorgen, Freuden und Herausforderungen. Er ist bei wichtigen Lebensereignissen wie Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen präsent und steht den Gläubigen als Ansprechpartner zur Seite. Sein Hauptarbeitsfeld ist die Pfarrgemeinde, wo er haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter koordiniert und auch Verwaltungsaufgaben übernimmt. Darüber hinaus sind viele Priester in der sogenannten kategorialen Seelsorge tätig – etwa in Schulen, Krankenhäusern, der Jugendarbeit oder im Strafvollzug.
Wer Priester werden möchte, muss sich auf eine mehrjährige Ausbildung einstellen: Ein Theologiestudium, ein Propädeutikum (Einführungsjahr) und praktische Ausbildungsphasen dauern meist sechs bis sieben Jahre. Die Arbeitszeiten sind ihrer Natur nach unregelmäßig, da seelsorgliche Aufgaben auch außerhalb üblicher Bürozeiten anfallen.