Samstag 21. Februar 2026

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Impressionen aus dem Wiener Stadttempel der Israelitischen Kultusgemeinde

Wien: Eine Geschichte von Judentum und Christentum

Wien erzählt auf kleinem Raum eine große Geschichte: vom jüdischen Viertel am Judenplatz über den Stadttempel bis zur Leopoldstadt. Seit dem Mittelalter prägten Nähe im Alltag und kirchlich verordnete Distanz das Miteinander:

 

  • 1420/21 und 1670 stehen für Vertreibung und Gewalt
  • das 19. Jahrhundert für Emanzipation und kulturelle Blüte
  • 1938–45 für Zerstörung und Deportation
  • 1965 markiert das Zweite Vatikanische Konzil mit „Nostra aetate“ die Wende: Abkehr vom Antijudaismus, Anerkennung der bleibenden Erwählung Israels.

Heute verbinden Mahnmale, „Mechaye ha-Metim“, der Koordinierungsausschuss und klare kirchliche Stimmen die Vergangenheit mit Verantwortung – als gelebte Gegenwart einer lernfähigen Stadt.

Karte Europa und Naher Osten.

Wiener Spuren in der Weltkirche: Aufbruch, Reform und Orientierung (1900–heute)

Das 20. Jahrhundert stellte die Kirche vor ungeahnte Herausforderungen – Diktaturen, Krieg, Wiederaufbau, das Zweite Vatikanische Konzil, gesellschaftliche Liberalisierung und neue globale Fragen. Auch in dieser Zeit wirkten aus Wien und seinem Umland Persönlichkeiten, die weit über die Grenzen der Erzdiözese hinaus Verantwortung übernahmen: Konzilsbischöfe, Militärseelsorger, moraltheologische Wegbereiter, Archivare des Vatikans, missionarische Gestalten und sozial engagierte Hirten.

 

Der dritte Teil der Serie zeigt, wie aus dem Herzen Wiens Stimmen hervorgingen, die die Kirche zwischen Tradition und Reform navigierten, Dialogräume öffneten und in der Weltkirche Verantwortung übernahmen – von den frühen Nachkriegsjahren bis in die Gegenwart einer global vernetzten Kirche.

Antike Karte Europa aus dem Jahr 1895.

Zwischen Aufklärung und Weltmission: Wiener Bischöfe im Zeitalter der Umbrüche (1700–1900)

Vom verbotenen Christentum im China des 18. Jahrhunderts bis zu den politischen Spannungsfeldern des Josephinismus und den geistigen Aufbrüchen der Moderne: Die Wiener Kirche brachte in dieser Zeit Persönlichkeiten hervor, die die Grenzen der Monarchie weit überschritten.

 

Jesuitenmissionare, Hofprediger, Staatsbischöfe, Reformtheologen und Diplomaten prägten eine Epoche zwischen Tradition und Neubeginn. Dieser zweite Teil der Serie führt durch ein Jahrhundert der gewaltigen Umbrüche – dorthin, wo Wiener Priester als Vermittler zwischen Rom und Habsburgerhof agierten, als Reformer Diözesen neu ordneten, in Revolutionen Stellung bezogen oder als Missionare den Horizont der Weltkirche erweiterten. Eine Phase, in der Wien nicht nur Zentrum des Reiches war, sondern geistlicher Knotenpunkt einer Kirche im Wandel.

Alte Weltkarte aus dem Jahr 1675

Wiener im Dienst der Weltkirche bis ins Jahr 1700

Lange bevor Wien selbst Bischofssitz wurde, prägten hier geborene oder ausgebildete Männer die Geschicke der Kirche weit über Mitteleuropa hinaus. Von mittelalterlichen Geschichtsriesen wie Otto von Freising über standhafte Reformer in Zeiten der Gegenpäpste bis hin zu barocken Fürstbischöfen, Diplomaten und Kunstmäzenen.

 

Der erste Teil dieser Serie zeigt, wie stark Wiener Persönlichkeiten seit dem 12. Jahrhundert an den Schaltstellen der Weltkirche wirkten – in Prag, Passau, Salzburg, Tournai oder an den Grenzen des Reiches. Eine Reise zu jenen, die den geistlichen Horizont Wiens schon früh auf die Welt ausdehnten.

Dom zu Wr. Neustadt

Wiener Neustadt- das (Titular-)Bistum im Bistum

Ein kleines Bistum mit großer Geschichte: Die Gründung des Bistums Wiener Neustadt im Jahr 1469 war mehr als ein kirchlicher Akt – sie spiegelte Machtpolitik, Reformen und kaiserliche Strategien wider. Von den Anfängen unter Friedrich III. über die prägenden Jahre mit Peter Engelbrecht und Melchior Klesl bis zur josephinischen Neuordnung und seiner Verbindung zur Militärseelsorge erzählt die Geschichte des Bistums von Einfluss, Konflikten und bleibender Tradition.

Die Diözese Wr. Neustadt und ihre Bischöfe

Die Diözese Wiener Neustadt wurde 1469 auf Wunsch Kaiser Friedrichs III. gegründet und blieb auf die Stadt beschränkt. Wegen finanzieller Schwäche war sie zeitweise mit dem St.-Georgs-Ritterorden verbunden und wurde nach der Reformation meist mit Hofpredigern besetzt.

 

Nach der Erhebung Wiens zum Erzbistum wurde sie eingegliedert und leicht erweitert. 1773 erhielt ihr Bischof zusätzlich die Zuständigkeit für die kaiserliche Armee. 1785 wurde das Bistum aufgehoben, sein Gebiet Wien zugeschlagen. Seit 1989 besteht das Titularbistum Wiener Neustadt.