Sonntag 22. Februar 2026

Schnellsuche auf der Website

Gebet und Prozession in einer Kirche.
iStock/gorodenkoff / Gebet und Prozession in einer Kirche.
03.02.2026

Das Stundengebet: Wenn die Zeit zu beten beginnt

Das Stundengebet ist das gemeinsame Gebet der Kirche und verbindet Menschen weltweit im rhythmischen Lob Gottes, getragen von Psalmen, Tradition und gelebter Gegenwart.

Das Stundengebet – auch Chorgebet, Brevier oder Offizium genannt – ist das tägliche Gebet der Kirche, mit dem der Tag geheiligt wird.

 

Rund um die Uhr, rund um den Globus

Es folgt festen Stunden und lässt den Atem des Gebets über die Erde kreisen: Während hier die Laudes beginnt, klingt anderswo die Komplet aus. So spannt sich ein Gebetsnetz über Kontinente und Zeitzonen, das Einzelne und Gemeinschaften zu einem einzigen Lob verbindet.

 

Struktur des Tages

Seine Wurzeln liegen im jüdischen Beten zu festgesetzten Zeiten; die Psalmen, damals wie heute Herzstück des Offiziums, werden im Licht Christi gebetet. Aus dieser Quelle wuchs in Klöstern eine geordnete Liturgie heran, die den Tag strukturiert und bis heute das gemeinsame Beten der Kirche prägt. In der monastischen Tradition ist der Zyklus verdichtet: Mönche und Nonnen beten gewöhnlich alle 150 Psalmen innerhalb einer Woche und durchschreiten so regelmäßig das ganze Spektrum menschlicher Erfahrung – Dank, Bitte, Klage und Jubel.

 

Egal ob in Gemeinschaft oder alleine

Wer betet, sind nicht nur Ordensgemeinschaften und Klerus; immer mehr Laien schließen sich an – allein, in Familien, in Pfarren. Die Ordnung ist klar und lernbar: Morgenlob mit Benedictus, Tagzeiten, Abendlob mit Magnificat, Nachtgebet; hinzu kommen Lesungen, Antiphonen und Fürbitten. Ob gesprochen oder gesungen – besonders im Chor entfaltet das Offizium seine Weite.

 

Warum dieses Gebet?

Weil es die Zeit Gott öffnet, Unterbrechungen schenkt und den Alltag im Licht des Evangeliums deutet. Es erdet, sammelt und verbindet. Wer das Stundengebet verrichtet, betet nie isoliert, sondern stellvertretend mit und für viele.

Die Texte stehen im Stundenbuch, gedruckt in mehreren Bänden, sowie zuverlässig online.

 

Bewährte Zugänge sind:

 

Für unterwegs empfiehlt sich die kostenlose deutschsprachige Stundenbuch‑App, die die jeweils gültigen Texte offline bereithält:

 

Als internationale Alternative bietet „Universalis“ Offizium und Messlektionar in mehreren Sprachen, ebenfalls offline nutzbar:

 

So wird das Stundengebet zur Brücke zwischen Schrift und Gegenwart, persönlicher Stille und kirchlichem Chorgebet – ein verlässlicher Rhythmus, der den Tag trägt.