Das altertümliche deutsche Wort "Urlaub" bedeutet "Erlaubnis". Gemeint ist die Erlaubnis, Arbeit und Dienst des Alltags einmal sein zu lassen und sich eine Auszeit zu gönnen. Diese Auszeit scheint heute wichtiger denn je: Flächendeckend sind Menschen auf der Suche nach der verlorenen Zeit und leiden unter Stress.
Welche Chancen böte so ein Urlaub: Sich der Zeitdiktatur entledigen und die Sehnsucht nach Ewigkeit spüren. Nach all dem Geschwätz in den Medien einmal wieder Stille, das Rauschen des Waldes oder die Brandung des Meeres genießen. Weit weg von der Enge der Städte die Weite des Horizonts entdecken, von Berggipfeln herabblicken oder das Licht des Südens auftanken.
Doch welche Angst muss der Mensch vor dieser Freiheit haben, wenn er auch im Urlaub nicht ohne Diktatur leben will: Wir alle kennen Bilder von in Schlangen wartenden Touristen vor Flugschaltern, unterwegs zur "Traumdestination". Am Urlaubsort dann ein mörderisches Freizeit-, Fitness-, Kultur-, Kulinarik- und Partyprogramm. Für einen gelungenen Urlaub gibt es kein Patentrezept. Und doch kann uns das Wort "Urlaub" einen Fingerzeig geben: Es geht um den Zwischenraum zwischen Zeit und Ewigkeit, Erde und Himmel.