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17.03.2014

Fasten: Spiritualität für Leib und Seele

Wirklich spirituelles Fasten geschieht mit Bauch, Herz und Haupt.

Wer die Programme von Exerzitienhäusern und Wellness-Einrichtungen in Augenschein nimmt, kann sich leicht davon überzeugen: In den letzten Jahren hat sich ein regelrechter Fasten-Boom entwickelt. Doch bei der Frage nach der Motivation, die hinter der Fastenpraxis steckt, tut sich ein weites Feld auf…

 

In den Hochreligionen geht es beim Fasten vor allem um eine Einübung in die Kontingenz: Der Mensch hat sich nicht selbst hervorgebracht; er ist ein endliches Wesen, das sich einem Letztgrund verdankt. Gerade durch Nahrungsbeschränkung kann der Mensch diese Herkunft leibhaftig spüren. Er erkennt seine eigenen Grenzen, löst sich aus oberflächlichen Verhaftungen, wird ehrfürchtig, aufmerksam, dankbar und offen für die Tiefe und Weite seiner Seele.

 

Nicht alle Formen des Fastens verdienen allerdings das Etikett der Spiritualität. Wer in erster Linie fastet, um seine Sinnlichkeit zu trainieren – damit also das Filet und die Flasche Bordeaux nach dem Fasten nochmal so gut schmecken – der ist weniger ein spiritueller Mensch als vielmehr ein besonders raffinierter Hedonist. Andere zeitgenössische Faster berufen sich auf gesundheitliche Aspekte: Entschlackung, Abnehmen, Abenteuerreise durch unbekannte Dimensionen des Leibseins.

 

Was ist spirituelles Fasten?

Wirklich spirituelles Fasten sorgt sich zwar auch um Gesundheit, geschieht aber mit Bauch, Herz und Haupt, wie uns ein Blick in die Heiligen Schriften zeigt: Es bildet einen spirituellen Dreiklang aus Nahrungsfasten (Bauch), karitativer Freigiebigkeit (Herz) und Gebet oder Meditation. Der Schwerpunkt des spirituellen Fastens liegt dabei auf dem "Oben". Der spirituelle Mensch fastet "um Gottes Willen"; leibliche Reinigung, Entschlackung und Gesundheit sind ein zusätzliches Geschenk!