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19.03.2014

Papst Franziskus: Heiliger Josef Vorbild für Eltern und Erzieher

Christen im Nahen Osten: Josef habe trotz des Exils und der Flucht nie den Mut verloren

Am Hochfest des heiligen Josef, 19. März, hat Papst Franziskus alle Eltern, Priester und Menschen gewürdigt, die in Kirche und Gesellschaft erzieherische Aufgaben wahrnehmen. Bei der Generalaudienz stellte der Papst am Mittwoch, 19, März 2014, in seiner Katechese Josef als Vorbild einer liebevollen und gottesnahen Erziehung vor. Josef habe Jesus bei seinem "Wachsen an Weisheit, Alter und Gnade" (vgl. Lk 2,52) begleitet, so der Papst. Gemeinsam mit Maria habe er Sorge getragen, dass es Jesus an nichts fehlte, was für eine gesunde Entwicklung notwendig war.

 

Ein Leben als Flüchtlinge

"Vergessen wir nicht, dass das aufmerksame Hüten des Kindes auch die Flucht nach Ägypten mit sich brachte, die harte Erfahrung, als Flüchtlinge zu leben, um der Drohung Herodes’ zu entkommen. Als die Familie dann wieder in der Heimat war und sich in Nazareth einrichtete, gab es die lange Phase des verborgenen Lebens Jesu. In diesen Jahren hat Josef Jesus auch sein Handwerk gelehrt, so dass Jesus später , Sohn des Zimmermanns‘ genannt wurde (Mt 13,55)."

 

Josef hat Weisheit gelehrt

Josef habe Jesus ebenso Weisheit gelehrt, fuhr Franziskus fort. Der "Anfang der Weisheit ist die Gottesfurcht" (Sir 1,14), die Ehrfurcht vor dem Herrn und der Gehorsam gegenüber seinem heiligen Willen, der immer das Gute für uns sucht, betonte der Papst. "Josef war für Jesus Beispiel und Meister dieser Weisheit, die sich aus dem Wort Gottes nährt. Wir können uns vorstellen, wie Josef den kleinen Jesus gelehrt hat, die Heilige Schrift zu hören, und wie er ihn am Samstag in die Synagoge von Nazareth begleitete. Das ist der Beweis des aufmerksamen Zuhörens Jesu gegenüber Gott; Josef und Maria haben dies überraschend erfahren können, als der zwölfjährige Jesus im Tempel von Jerusalem blieb, ohne dass sie es wussten. Sie fanden ihn nach drei Tagen, während er mit den Gesetzesgelehrten diskutierte, die von seiner Weisheit beeindruckt waren."

 

Dimension der Gnade

Schließlich gehöre zur Erziehung auch noch die Dimension der Gnade, so der Papst. Hier sei der aktive Beitrag des heiligen Josef begrenzt. Es wäre aber ein Irrtum zu denken, dass Eltern nichts tun könnten, um ihre Kinder zu erziehen, in der Gnade Gottes zu wachsen, so Franziskus.  "Josef hat dies auf wirklich einzigartige und unübertreffliche Weise getan. Er hatte die Frau geheiratet, die 'voll der Gnade' (Lk 1,28) war, und wusste gut, dass Jesus durch das Wirken des Heiligen Geistes empfangen worden war. Im Bereich der Gnade bestand sein erzieherisches Werk darin, das Wirken des Geistes im Herzen von Jesu Leben zu unterstützen, gemeinsam mit Maria. Dieser erzieherische Bereich ist das besondere Feld des Glaubens, des Gebets, der Anbetung, des Annehmens des Willens Gottes und seines Plans. Auch hier und vor allem in dieser Dimension der Gnade hat Josef Jesus beispielhaft erzogen: durch das Beispiel des 'Gerechten' (Mt 1,19), der sich stets vom Glauben leiten und führen lässt."

 

Papst Franziskus an die Eltern

Der Papst wandte sich persönlich an alle Eltern, insbesondere die Väter, auf dem Petersplatz und würdigte ihren Einsatz für die Erziehung ihrer Kinder. Ihnen empfahl er den heiligen Josef als Vorbild:  "Liebe Brüder und Schwestern, die Mission Josefs ist sicher einzigartig und unwiederholbar, denn Jesus ist absolut einzigartig. Dennoch ist Josef, indem er Jesus in seinem Wachsen an Weisheit, Alter und Gnade begleitet, Vorbild für jeden Erzieher, besonders für jeden Vater. Ich vertraue seinem Schutz also alle Eltern, Priester und diejenigen an, die eine erzieherische Aufgabe in der Kirche und in der Gesellschaft haben."

 

Christen im Nahen Osten: Mut nicht verlieren

Nach seiner Katechese machte der Papst den Christen im Nahen Osten Mut. Josef habe trotz des Exils und der Flucht nie den Mut verloren, erinnerte Franziskus sie im arabischsprachigen Grußtext:  "Ich richte einen herzlichen Gruß an die Brüder und Schwestern arabischer Sprache, besonders aus dem Libanon und im Heiligen Land.. Der heilige Josef ist Modell jeden Erziehers und jedes Gläubigen, denn er hat die Dunkelheit des Zweifels durchquert und die Erfahrung des Exils und der Flucht von zu Hause gemacht, ohne jemals das Vertrauen in Gott und in Seine Liebe zu verlieren. Lernt von ihm, dass nur das Vertrauen auf Gott den Zweifel in Überzeugung verwandelt, das Schlechte ins Gute, die absolute Dunkelheit in einen strahlenden Sonnenaufgang. Der Herr segne euch!"