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Caritas Wohngemeinschaft 'Yunus'
Wolfgang Linhart / Caritas Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner und Sozialstadträtin Sonja Wehsely im Gespräch mit Bewohnern der Wohngemeinschaft "Yunus"
13.08.2015
Ehemaliges Hostel wurde adaptiert

Neues Caritas-Quartier für minderjährige Flüchtlinge in Wien

Caritas und Stadt Wien haben ein ehemaliges Hostel in Wien-Fünfhaus adaptiert.

Die Caritas der Erzdiözese Wien hat im Auftrag der Stadt Wien ein weiteres Quartier für 45 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eröffnet. 32 der Buben und jungen Männer im Alter von 14 bis 18 Jahren sind bereits in der neuen Caritas-Wohngemeinschaft "Yunus" in Wien-Fünfhaus angekommen. 13 weitere sollen bald folgen. Sie alle kommen aus dem Flüchtlingslager Traiskirchen, wo sie teilweise seit Wochen obdachlos waren, wie der Wiener Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner bei einem Pressetermin am Donnerstag, 13. August 2015 berichtete. Zusammen mit Sozialstadträtin Sonja Wehsely und Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal hieß er die jungen Flüchtlinge willkommen.

 

Ehemaliges Hostel adaptiert

Errichtet wurde die neue Wohngemeinschaft in einem ehemaligen Hostel in der Grangasse. "Schon als wir anfingen, das Haus für die Jugendlichen herzurichten kamen die Nachbarn und fragten 'Können wir etwas helfen?'", schilderte Schwertner. Beim Aufbau der 45 Betten konnte die Hilfe gut gebraucht werden. Im Vordergrund stehe die adäquate Versorgung schutzsuchender Menschen, so der Caritas-Generalsekretär. "Uns ist wichtig, dass die Burschen Betten und ein Dach über dem Kopf haben, nicht hungern müssen und eine altersgerechte Betreuung bekommen."

 

Betreuung und Bildung

"Wir wollen den Jugendlichen Deutsch beibringen und ihnen Perspektiven aufzeigen. Dabei helfen die kleinen Einheiten und die gute Betreuung, die sie hier erhalten", lobte Wehsely die Arbeit der Caritas. Wien betreue derzeit rund 3.000 Flüchtlinge, die jünger als 18 Jahre sind, so die Stadträtin. Mehr als 500 von ihnen seien nach einer traumatischen Flucht ohne Eltern oder Bezugspersonen. "Für sie haben wir eine besondere Verantwortung. Dafür braucht es sozialpädagogische Betreuung, Freizeitgestaltung und Bildungsarbeit."

 

Die 45 Jugendlichen werden in drei Gruppen zu je 15 Personen aufgeteilt, in denen sie betreut werden. Dinge wie Kochen und Putzen werden selbstverantwortlich von den Jugendlichen übernommen: "Einige haben gleich nachdem sie angekommen sind, gefragt, wo sie einen Besen finden, weil sie ihr Zimmer sauber halten wollen", schilderte ein Mitarbeiter.

 

Die minderjährigen Flüchtlinge stammen größtenteils aus Afghanistan und Syrien. "Uns gefällt es hier sehr gut", freuten sich der 16-jährige Saber Nazari aus Afghanistan und sein Freund Roshar Siddighi über ihren neuen Plätze in der Wohngemeinschaft.

 

Österreichweit betreut die Caritas bereits 30 Prozent der Asylwerber in der Grundversorgung. Mehr als 4.400 Asylwerber im Rahmen der Grundversorgung - knapp die Hälfte davon in Klöstern und pfarrlichen Einrichtungen. Zusätzlich werden 10.500 Menschen mobil betreut. Die Caritas konnte so in den vergangenen zwölf Monaten 1.700 zusätzliche Plätze für schutzsuchende Menschen schaffen. In der mobilen Betreuung werden heute, verglichen mit Juli 2014, doppelt so viele Menschen versorgt.