Seit einem Monat hat der Orden der Redemptoristen in der von ihm geführten Pfarre in Wien Räumlichkeiten für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak geöffnet, wie die heimischen Ordensgemeinschaften berichten. Der Orden bietet täglich Unterkunft für über 100 Menschen, vor allem für Flüchtlinge, die auf der Durchreise sind und sonst im Freien in Parkanlagen übernachten müssten. Pfarrer Pater Lorenz Voith: "Wir können nicht nur einfach fromm predigen, sondern müssen konkret handeln."
Die meisten Flüchtlinge, die das kirchliche Hilfsangebot annehmen, würden sich in Wien nur auf der Durchreise befinden und wollten weiter nach Deutschland oder Skandinavien, so P. Voith. Sie hätten einen schon langen, oft dramatischen Weg hinter sich, sie seien müde, hungrig und - vor allem Frauen und Kinder - von den Strapazen gekennzeichnet. Voith: "Sie müssten im Freien in Parkanlagen übernachten. Wir bieten ihnen eine Übernachtungsmöglichkeit, einen Platz zum Ausruhen mit den dazu gehörenden Waschmöglichkeiten, Essen, Trinken und so weiter."
Unterstützung erhalte man von vielen ehrenamtlichen Helfern, die ein bewundernswertes Engagement zeigen würden. P. Voith: "Wir erhalten auch dankenswerterweise Angebote für Kleidung und Toilettartikel. Natürlich brauchen wir weiter Hilfe."
Die wiederholt in den Medien geäußerte Kritik an einem angeblich mangelhaften Engagement der Ordensgemeinschaften ist für P. Voith jedenfalls nicht nachvollziehbar: "Viele Ordensgemeinschaften handeln oft im Verborgenen, machen keine große Presse. Die Kirche und viele Ordensgemeinschaften tun nun schon viel. Vieles wird noch vorbereitet bzw. organisiert. Wohnungen oder gemeinsame Unterkünfte werden mehr und mehr angeboten. Eine öffentliche Kritik an den Orden halte ich deshalb für absolut ungerecht."
Eine politische Lösung in Europa erachtet der Ordensmann als dringend notwendig. "Es braucht unbedingt eine gerechte Aufteilung der vielen Kriegsflüchtlinge", so P. Voith: "Schließlich geht es konkret um Menschen, die vor Kriegen flüchten."