Freitag 27. Februar 2026

Schnellsuche auf der Website

13.10.2015

Lombardi: Synode endet mit Bericht oder späterem Papstschreiben

Dass der Papst den Bericht auch einfach in einer Schublade verschwinden lassen könnte, ist für den Vatikansprecher jedenfalls keine Option.

Vatikansprecher Federico Lombardi ist Medienspekulationen entgegengetreten, wonach es in zehn Tagen entweder keinen Synodenschlussbericht geben wird oder dass überhaupt nie irgendeine Art von Dokument - ob Schlussbericht oder späteres päpstliches Schreiben - veröffentlicht werden könnte. "Der Schlussbericht wird am Morgen des Samstag, 24. Oktober, in der Synodenaula präsentiert. Am Nachmittag stimmt die Versammlung über ihn ab", sagte Lombardi Journalisten gegenüber, wie Radio Vatikan am Dienstag, 13. Oktober 2015 berichtete.


Klare Verfahrensweise der Synode

Nach der Präsentation werde dieses Dokument "der Natur der Synode entsprechend dem Heiligen Vater überreicht", dem dann die Entscheidung darüber obliege, was er mit dem Bericht mache. "Was wir heute nicht genau wissen, ist, wie der Papst befinden wird - ob er uns wie letztes Jahr sagt 'Veröffentlicht das sofort', oder ob er sagt 'Danke schön, den Bericht behalte ich mir und mache eine Apostolische Exhortation daraus'. Er könnte auch sagen: 'Ich denke ein paar Tage darüber nach, und dann veröffentlichen wir ihn'", so Lombardi.

Dass der Papst den Bericht auch einfach in einer Schublade verschwinden lassen könnte, ist für den Vatikansprecher jedenfalls keine Option. Er rief noch einmal in Erinnerung, dass die Synode eine klare Verfahrensweise habe. Die Wortbeiträge im Plenum könnten auch veröffentlicht werden, die Beratungen in Arbeitsgruppen sollten intern bleiben.

P. Lombardi gab eine Übersicht über die Wortmeldungen von Samstag, die auch den dritten Teil des Grundlagendokuments betrafen. Dabei sei es um konkrete Neuerungen in der katholischen Ehe- und Familienpastoral gegangen. In der Frage, ob wiederverheiratete Geschiedene unter bestimmten Bedingungen zur Kommunion zugelassen werden sollen, seien zwei Akzente hervorgetreten: Auf der einen Seite müsse die kirchliche Lehre bewahrt werden, auf der anderen Seite solle die Kirche "die verwundeten Menschen begleiten".


„Bußweg“

Einige Synodenväter hätten einen "Bußweg" für wiederverheiratete Geschiedene vorgeschlagen, der diese eventuell wieder zum Kommunionempfang heranführen könne - ein Vorschlag, den im Frühjahr 2014 der deutsche Kurienkardinal Kasper aufgebracht hatte. Die Frage sei, ob es "eine einheitliche Lösung, für alle gleich", geben sollte oder eher "ein persönliches Begleiten der einzelnen Ehepartner".

Was das "Gesetz der Gradualität" betreffe, von dem etwa Kardinal Schönborn bei der letzten Synode 2014 gesprochen hatte, "meldeten einige Wortmeldungen Zweifel daran an, vor allem wegen der möglichen Implikationen, die es für die Sakramentenlehre hätte". Zugleich gelte aber auch: "Die Kirche muss die Kunst des Begleitens systematisch praktizieren, indem sie sich wirklich in den Dienst der Familie stellt und niemanden zurückweist." Die Kirche müsse "den Einzelnen helfen, zu entdecken, was Gottes Heilsplan für sie ist", sei ein.

 

Beschwerdebrief über Synode

Um die Veröffentlichung des Inhalts eines Beschwerdebriefes zur Bischofssynode an den Papst, der im Internet kursiert, gibt es weiter Wirbel. Einer der dort angeführten Unterzeichner, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, kritisierte am Dienstag das Faktum, dass es eine Veröffentlichung gegeben habe. Es handle sich um "ein privates Schreiben" sagte er in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". Dass es veröffentlicht wurde, sei "ein Skandal", sagte er weiter.


Nachdem die italienische Zeitschrift "L'Espresso" am Montag das Schreiben und die Namen von 13 angeblichen Unterzeichnern im Internet als erstes Medium veröffentlicht hatte, dementierten bis zum Nachmittag vier der Kardinäle, den Brief unterschrieben zu haben. Ein weiterer teilte mit, er habe einen anderen Brief unterschrieben. Einer jener vier, die dementierten, ist der Präsident des Rates der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und Synodenrelator Primas-Kardinal Peter Erdö (Esztergom-Budapest). "Mit Bezug auf die heute in verschiedenen Medien berichtete Meldung, dass Kardinal Peter Erdö einer der Unterzeichner des sogenannten 'Briefes der 13 Kardinäle an den Heiligen Vater' sein soll, betont der Kardinal, dass er nie einen derartigen Brief gesehen hat und auch nie einen unterzeichnet hat", heißt es in einer CCEE-Pressemitteilung.

Ein Sprecher von Kurienkardinal George Pell, der den Brief laut dem Bericht übergeben haben soll, bestätigte am Montagabend die Existenz eines solchen Schreibens an den Papst. Der im Internet veröffentliche Brief sei jedoch fehlerhaft, sowohl was die Inhalte angehe als auch die Liste der Unterzeichner, so der Sprecher. Die Existenz des Briefes selbst wurde von Vatikansprecher Federico Lombardi nicht dementiert. Lombardi sagte jedoch am Montag vor Journalisten, es handle sich um ein "vertrauliches" Schreiben, zu dem es nichts weiter zu kommentieren gebe.

Dem Vernehmen nach war das Schreiben Anlass für eine überraschende Wortmeldung des Papstes am Dienstag. Dabei mahnte Franziskus die Synodenteilnehmer, sich nicht in Verschwörungstheorien zu ergehen. Zugleich betonte er, die katholische Lehre über Ehe und Familie sei unverändert gültig. Auch dürfe die Synode nicht auf die Frage des Umgangs mit wiederverheiraten Geschiedenen reduziert werden.