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Stadträtin Wehsely und Caritas Generalsekretär Schwertner (re)
Der Sonntag
29.10.2015
80 Frauen, Männer und Kinder haben nach ihrer Flucht ein neues Zuhause gefunden.

Wohnen in Vindobona

80 Frauen, Männer und Kinder haben nach ihrer Flucht ein neues Zuhause gefunden.

Weithin sichtbar glänzt die goldene Kuppel der Kirche zum Heiligen  Leopold, besser bekannt als Kirche am Steinhof.

 

Vor mehr als 100 Jahren vom Architekten und Wiener Stadtplaner Otto Wagner erbaut, gilt das Gotteshaus im 14. Bezirk heute als das bedeutendste sakrale Jugendstil-Bauwerk.


In den Gebäuden um die Kirche herum wurden Nerven- und psychisch Kranke, später auch Lungengeschädigte behandelt.

 

In der NS-Zeit fanden hier Zwangssterilisationen statt. Tausende Patienten, unter ihnen viele Kinder, wurden in Vernichtungsanstalten geschickt und dort ermordet.

 

Seit den 1960er Jahren widmete man sich wieder den ursprünglichen Aufgaben.

 

 

2012 wurde bekannt, dass der Medizinische Betrieb spätestens 2020 abgesiedelt werden wird. Wie es danach weitergeht, ist noch nicht bekannt.

 

Am 1. Oktober wurde auf dem Gelände jedenfalls ein Quartier für Flüchtlinge eröffnet: das Haus Vindobona.

Stadt und Caritas arbeiten zusammen

„Die Stadt Wien übernimmt Verantwortung und nimmt auch weiterhin Flüchtlinge in die Wiener Grundversorgung auf“, erklärte  Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely bei der Eröffnung.

 

In Wien funktioniere die Betreuung der Flüchtlinge in der Grundversorgung wie auch  in den Notquartieren deshalb so gut, weil Politik, Verwaltung und Hilfsorganisationen wie die Caritas an einem Strang zögen, so Wehsely: „Die Caritas ist ein wichtiger und verlässlicher Partner.“

Fordernde Zeiten

„Es sind fordernde Zeiten“, meinte Caritas Generalsekretär Klaus Schwertner, „aber gemeinsam können wir menschliche Antworten im Sinne schutzsuchender Menschen finden.“

 

Die Caritas werde weitere Quartiere in Wien schaffen, betonte Schwertner bei der Eröffnung des Hauses Vindobona. „Auf der Flucht mussten die Familien oft Unglaubliches durchmachen.

 

Und in Traiskirchen haben viele von ihnen nach wie vor kein festes Dach über dem Kopf. Deshalb ist es vor dem Winter umso wichtiger, vor allem schutzsuchenden Familien Raum zu bieten, wo sie in aller Ruhe ankommen können und die nötige Unterstützung bekommen.“

 

Neuanfang in Vindobona

80 Frauen, Männer und Kinder können nach ihren teilweise traumatischen Erlebnissen nun im Haus Vindobona wieder in einen „normalen“ Alltag finden, in warmen Zimmern wohnen, in Betten schlafen und ihr eigenes Essen kochen. Und Kräfte sammeln für einen Neuanfang.