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Der Sonntag
10.11.2015

Ein süßes Leben, oder?

Ein Dokumentarfilm versucht bewusst zu machen, welche Rolle der Zucker spielt.

Wie wirkt sich übermäßiger Zuckerkonsum auf unseren Körper aus?

 

 

Der australische Schauspieler und Filmemacher Damon Gameau wagte den Selbstversuch. „Wir leben in einer höchst verwirrenden Zeit, wenn es um unsere Ernährung geht: Gesundheitsexperten, Freunde, Medien – alle haben eine eigene Meinung dazu.

 

Zucker hat in letzter Zeit etwas mehr Aufmerksamkeit erfahren, und die Meinungen zu dessen Auswirkungen gehen auseinander“, sagt Gameau.

 

„So schien mir nur eine Sache sinnvoll: Wir können noch so viel über eine Sache lesen, aber was am Ende zählt, ist unsere eigene Erfahrung. Mit diesem Film möchte ich meine Erfahrung mit Zucker teilen.“


60 Tage lang nahm er täglich 40 Teelöffel oder 160 Gramm Zucker zu sich. Er passte sich damit der durchschnittlichen Zucker-Ernährung in Australien an.

 

Im Vergleich dazu liegt der Verbrauch pro Kopf und Tag in Österreich bei 131 Gramm.

 

Gameau führte seinem Körper nicht Zucker aus bekannten Quellen wie Limonade oder Schokolade zu, sondern vor allem durch Lebensmittel, die als „gesund“ verkauft werden: ob fettarmes Joghurt, Müsli, Fruchtriegel, Fruchtsäfte oder Smoothies.

 

Auch wenn Gameaus Herangehensweise vielleicht kritisch zu betrachten ist, regt er mit seinem Dokumentarfilm „Vollverzuckert – That Sugar Film“ an, nachzudenken, welche Menge an Zucker die Menschen verzehren, ohne dass ihnen dies bewusst ist.

 

In den Jahren zuvor hat Gameau auf „freie Zucker“ – also solche Zucker, die von ihrer „Originalquelle“ losgelöst oder Lebensmitteln künstlich als Süßungsmittel zugesetzt wurden – vollkommen verzichtet.

 

Das Ergebnis seiner speziellen „Diät“ sind gravierende körperliche Veränderungen: 8,5 Kilogramm Gewichtszunahme, zehn Zentimeter größerer Bauchumfang. Sein Körper entwickelte Anzeichen für eine Vorstufe von Diabetes und eine Fettleber.

 

Fruchtzucker enttarnt Gameau als „schwarzes Schaf“ der „Zuckerfamilie“, weil dieser mittlerweile als günstiges Universal-Süßungsmittel zum Einsatz kommt und im Überfluss konsumiert wird, ohne dass der menschliche Körper damit umgehen kann.

 

Er wird dann gefährlich, wenn er von seinen natürlichen Quellen befreit wird, er also beispielsweise nicht mehr zusammen mit den im Obst enthaltenen Ballaststoffen konsumiert wird.

 

In der Leber wird Fruchtzucker in Fett umgewandelt und kann so Krankheiten wie Insulinresistenz oder Diabetes begünstigen.

 

Gelangt das Fett als Triglycerid in die Blutbahn, drohen Übergewicht, verstopfte Arterien und Herzerkrankungen.