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Der Sonntag
17.03.2016

„Du gehörst nicht zu uns...“

Mobbing in der Klasse – Eltern und Lehrer sind hier gleichermaßen gefordert. von  Dr. iur. Brigitte Ettl

Die Kränkungen reichen von Auslachen, Ausgrenzen bis zu Diebstahl und Verletzungen.

 

Im Gegensatz zu den Folgen sind die Ursachen oft minimal und kaum nachvollziehbar: das Opfer ist zu klein, zu groß, zu dick, zu dünn, hat nicht die richtige Kleidung,….

 

 

Mobbing nimmt rasch eine Eigendynamik an, die Täter gewinnen Verbündetet, der Rest schweigt meist aus Angst und das Opfer wird immer mehr isoliert.

 

Dieser Stress führt dann natürlich zum Leistungsabfall, oft auch zu Erkrankungen; viele dieser Kinder weigern sich auch, weiter in die Schule zu gehen.


Ganz wichtig ist es, nicht zuzuwarten und es den betroffenen Kindern selber zu überlassen, ihre Konflikte zu regeln – das ist eine massive Überforderung der Opfer und führt meist nur zu einer weiteren Eskalation.

 

Eltern und Lehrer sind hier gleichermaßen gefordert.

 

Eltern, die eine Veränderung im Verhalten ihres Kindes bemerken, sollen sofort nachfragen.

 

Das Kind mit seinen Sorgen ernst nehmen und dann umgehend mit der Schule Kontakt aufnehmen.

 

Die PädagogInnen haben dort auch Unterstützung durch SchulpsychologInnen, mit denen dann eine gemeinsame Vorgangsweise geplant wird - Gespräche mit den Tätern, mit der ganzen Klassen, eventuell auch ein Elternabend.

 

Leider kommt es trotzdem immer wieder vor, dass sich die Stimmung in der Klasse nicht verändert, das Opfer weiter Außenseiter bleibt.

 

Dann bleibt - so ungerecht es ist - oft kein anderer Weg, als Klasse oder Schule zu wechseln. 

 

Wichtig ist aber in dieser Situation, die betroffenen Kinder besonders zu unterstützen, damit sich ihr Selbstwert wieder verbessert. Sonst ist die Gefahr einfach groß, dass sich das Muster wiederholt.