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Der Sonntag
27.04.2016

Wo sind die Hoffnungsträger?

Katholischen Vorstellungen von einer guten Gesellschaft spielt im politischen Angebot keine Rolle mehr.

Manche haben ja mit dem einen oder mit dem anderen kein Problem. Aber für viele von uns wird die Stichwahl für das Bundespräsidentenamt eine schwere Entscheidung:

 

 

 

  • Der eine Kandidat kommt von den Grünen, die auf besonders aggressive Weise jeden leisesten Vorstoß für begleitende Maßnahmen bekämpfen, die ungeborene Kinder beschützen könnten.

 

  • Der andere Kandidat repräsentiert die Freiheitlichen, in deren Reihen das Heruntermachen von Randgruppen – nicht nur der Flüchtlinge – zum Alltag gehört.

 

Ich wünsche mir einen Bundespräsidenten, der gerade für die Schwächsten und die Stimmlosesten der Gesellschaft mit Festigkeit eintritt.

 

Daher sind für mich – bei aller Unterschiedlichkeit der Personen und der Parteien – beide Stichwahl-Kandidaten keine Hoffnungsträger.


Für einen Katholiken, der das christliche Menschenbild für wahr hält und für maßgeblich für eine menschengerechte Politik, ist es natürlich nicht das erste Mal, dass  er keinen Wunschkandidaten hat, sondern sich an der Wahlurne nur für das kleinere Übel entscheiden kann.

 

Die Fülle der katholischen Vorstellungen von einer guten Gesellschaft spielt im politischen Angebot ja schon lange keine Rolle mehr.


Vielleicht hat es diese Fülle ja auch früher nicht gegeben, als sich manche Parteien noch christlich nannten oder das Christentum im Programm erwähnten.  Aber was mich nachdenklich macht, ist, dass es heute so wenige überzeugte und überzeugende Christen in den höheren Rängen der Politik gibt – Politiker, die das Menschenbild der Kirche nicht nur kennen, sondern auch verstehen, die es nicht nur bejahen, sondern auch in Verantwortung vor ihrem Schöpfer umsetzen wollen.

 

Von ihnen gab es, das ist zumindest mein Eindruck, früher mehr. Ich vermisse sie.