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Amoris laetitia-Praxis - Die Familie als erste Schule der Werte
privat
06.07.2016

Amoris laetitia-Praxis - Die Familie als erste Schule der Werte

Über die gesellschaftlich so bedeutende Aufgabe, die nächste Generation auf einen guten Weg zu bringen

 

Da ich der Überzeugung bin, dass Kinder Geborgenheit und emotionale Stabilität brauchen, um sich körperlich und seelisch so zu entwickeln, wie „Gott sie gemeint hat“ (Dostojewski), freue ich mich besonders über die Aussage unseres Papstes, dass die Familie die „erste Schule der menschlichen Werte“ darstellt.

 

In diesem „Bereich der primären Sozialisierung“ lernt das Kind die grundlegenden Spielregeln für ein friedliches Zusammenleben sowie den behutsamen Umgang mit dem Schatz, den unsere Erde darstellt.


Für diese große und schöne Aufgabe freilich braucht es Zeit. Heute, da vielfach beide Eltern arbeiten (müssen), ist es schwierig, gemeinsame Rituale zu etablieren, die den von Papst Franziskus gewünschten „Weg der Glaubensweitergabe“ möglich machen.


Wer sein Kind nach einem harten Arbeitstag aus der Krippe, dem Kindergarten oder der schulischen Nachmittagsbetreuung abholen und auf dem Heimweg noch die wichtigsten Einkäufe erledigen muss, wird nur schwer die innere Ruhe finden, das gemeinsame Essen mit einem Tischgebet zu beginnen oder beim Zu-Bett-Bringen aus der Kinderbibel vorzulesen.


Doch die Bemühungen von Politik und Wirtschaft gehen derzeit in die Richtung, Mütter und Väter durch außerfamiliäre Betreuungsangebote zu möglichst flexiblen Teilnehmern der Arbeitswelt zu machen.

 

Dass die gesellschaftlich so bedeutende Aufgabe, die nächste Generation auf einen guten Weg zu bringen, damit einfach nicht vereinbar ist, wird meines Erachtens kaum zur Kenntnis genommen.


Wenn der Papst sagt, „die Zeit sei mehr wert als der Raum“, so verstehe ich das auch so, dass Eltern nur dann wissen können, „wo die Seele ihres Kindes wirklich ist“, wenn sie in der (allzu) kurzen Phase ihrer Kindheit genügend Zeit mit ihnen verbringen dürfen.