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25.04.2017

Man wächst an der Herausforderung

Es tut Kindern gut, wenn ihnen etwas zugetraut wird. von Dr. iur. Brigitte Ettl

 

Je tiefer die Wurzeln reichen, desto größer kann die Spannweite der Flügel sein. Es braucht also im wahrsten Sinn von den ersten Schritten an eine gute Balance zwischen Haltgeben und Loslassen. Und das wird für jeden kleinen Abenteurer anders aussehen.


Manche Kinder haben beim Mut anscheinend von Beginn an eine große Portion mit auf den Weg bekommen. Hier braucht es ein liebevolles Radar, damit die kleinen Entdecker auch Schritt für Schritt lernen, ihr Risiko einzuschätzen: Wie hoch kann ich hinaufklettern, um auch wieder gut runter zu kommen? Andere Kinder sind von Natur aus auf der vorsichtigen Seite – hier braucht es viel Ermutigung und Geduld, aber sicher nicht Überforderung, um den Aktionsradius Schritt für Schritt zu erweitern.


Vor allem prägen aber die Lebensgewohnheiten der Eltern. Stellen sich die Eltern immer wieder neuen Situationen durch Lernen, Reisen, Ausprobieren neuer Möglichkeiten im Alltag, egal ob beim Kochen, beim Sport, erleben auch die Kinder von Beginn an den Spannungsbogen zwischen Sicherheit und Risiko.

 

Bleiben die Eltern eher ihren liebgewonnenen Gewohnheiten treu, werden wahrscheinlich auch die Kinder Regelmäßigkeit und Sicherheit schätzen. Hier ist es dann auch für die Eltern eine Herausforderung, den Kindern immer mehr zu vertrauen – sie alleine bei Freunden übernachten zu lassen, sie alleine auf ein Ferienlager zu schicken, ihnen ein Auslandssemester auf einem anderen Kontinent zu ermöglichen…


Da ist es wichtig, dass Mama und Papa auch immer wieder an ihrem eigenen Selbstvertrauen arbeiten. Nur so können sie  Mut machen für die Reise ins Leben.