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© Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum, Karlstein/Th.
18.07.2017

Kräuterwissen 3: Schlafen leicht gemacht

Die Wichtigkeit von erholsamem Schlaf wird von vielen unterschätzt.

 

Schlaf ist etwas elementar Wichtiges. Menschen können nicht 24 Stunden funktionieren, sagt der Prämon-stratenser-Chorherr Benedikt Felsinger: „Der Schlaf ermöglicht es uns, loszulassen, damit wir uns neu geschenkt werden können.“ Kräuter können diesen Prozess positiv beeinflussen, indem sie die Nerven stärken und durch ihre Wirkungen Leib und Seele  zur Ruhe kommen lassen.

 

Mit Baldrian zur Ruhe

Kräuterpfarrer Benedikt ist davon überzeugt, dass durch einen guten Schlaf vieles verarbeitet werden kann, das sich im Lauf des Lebens angesammelt hat und die Psyche belastet: „Das Kraut Baldrian beruhigt das Gemüt, stärkt die Nerven und fördert das klare Denken.“ Kräuter wie Baldrian,
die schlaffördernd wirken, sind vor allem für Menschen hilfreich, die nicht medikamentös gegen ihre Schlafprobleme vorgehen wollen, sondern lieber eine „grüne Stütze aus der Natur“ zu Rate ziehen, wie Benedikt Felsinger sagt.
In Teeform oder als Tabletten ist Baldrian sehr beliebt. Weniger bekannt ist die Anwendung eines ätherischen Baldrian-Öls. Vor dem Schlafengehen wird der Bereich eine Hand breit oberhalb des Bauchnabels mit einigen Tropfen Baldrian-Öl eingerieben. Das sogenannte Sonnengeflecht, ein wichtiger Nervenknotenpunkt, wird dadurch angesprochen und soll zu einem guten Schlaf verhelfen.

 

Beruhigender Hopfen

Schon die schöne Form der herabhängenden Fruchtzapfen des Hopfens machen Herrn Benedikt ruhiger und gelassener.

 

Hopfenblütentee
regt den Appetit an und gleicht außerdem bei unruhigen Nerven, Depressionen oder Einschlafstörungen aus.

 

Für den Kräuterpfarrer hängt ein guter Schlaf vor allem auch daran, ob sich Menschen Zeit nehmen, immer wieder die tägliche Betriebsgeschwindigkeit zu drosseln und mehr innezuhalten.

 

Eine Möglichkeit, das mit der Wirkung des Hopfens zu verbinden, ist ein Hopfenzapfen-Bad vor dem Schlafengehen. Ein Leinensäckchen mit 125 Gramm Hopfenzapfen wird in die halb mit heißem Wasser gefüllte Badewanne gelegt. Nach einer halben Stunde bringt man das Wasser auf die richtige Badetemperatur und entspannt sich in dem Hopfenzapfen-Bad für 15 Minuten. Der ganze Organismus wird dadurch positiv beeinflusst und beruhigt.

 

Sanfter Duft für angenehme Träume

Eine noch sanftere Möglichkeit, den Schlaf zu fördern, sind getrocknete Kräuter in kleinen Kissen. Aufgrund ihrer besonderen Duftnote sind hier Thymian, Lavendel, Hopfen oder Melisse besonders empfehlenswert. Durch Drücken oder Schütteln der Kissen kann sich der Duft entfalten und seine beruhigende Wirkung entfalten.


Schlafstörungen können physische oder psychische Gründe haben, sagt Kräuterpfarrer Benedikt: „Wichtig ist dann, Unregelmäßigkeiten wahrzunehmen und sich zum Beispiel mit Kräutern Ruhe zu verschaffen.“ Ein wichtiger Faktor für einen guten Schlaf ist laut dem Prämonstratenser-Chorherrn außerdem die Verdauung und die Atmung. Beides kann für Unruhe im Körper sorgen und verhindern, dass der Mensch durch den Schlaf zur Ruhe kommt.

 

Guter Schlaf rüstet für den neuen Tag, so Kräuterpfarrer Benedikt: „Gerade wenn es darum geht, das Wohlbefinden von Menschen zu steigern, habe ich tolle Erfahrungen mit Kräutern gemacht.“ Ob mithilfe von Baldrian, Hopfen oder anderen beruhigenden Kräutern: Mit diesen Tipps unseres Kräuterpfarrers Benedikt Felsinger lässt sich die Qualität des Schlafes verbessern. „Schlaf ist für den Menschen, was das Aufziehen für die Uhr“, um es mit Worten des deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer zu sagen.

 

Ein Ja zum Schlaf

Am liebsten würden wir doch gern alles beim Alten lassen. Innovationen und Erneuerungsprozesse können recht nervig sein.


Und dennoch freuen wir uns über Neues: bei der Bekleidung, beim Auto, bei den Haushaltsgeräten etc. Blicken wir nun auf unseren Körper, so ist dort eine ständige Erneuerung im Gange. Zellen werden ausgetauscht, Stoffe gewechselt und selbst bei jedem Atemzug benötigen wir neue frische Luft.


Regeneration gehört also grundlegend zu unserem Leben dazu. Somit brauchen wir auch Zeit und Energie, damit dies stattfinden kann, ohne an unserem Organismus Raubbau zu betreiben. 

 

Der gottgeschenkte Schlaf ist so gesehen ein ganz wertvoller Bestandteil unserer Erdentage und -nächte. Obwohl es seit der Installierung des Stromnetzes möglich ist, auch in der Nacht aktiv zu sein und vorwärts zu kommen, ist damit die Tatsache noch lange nicht ausgeräumt, dass wir den Schlaf  benötigen.


Ich merke es jedes Mal, wenn mir die Stunden zum Ruhen in der Nacht zu wenig werden. Es leide nicht nur ich darunter, sondern auch all jene, die mir begegnen und die schlechte Laune ertragen müssen. Ein geregelter Tag beinhaltet meiner Meinung nach auch eine fixe Zeit des Schlafens. Und es tut uns doch ehrlich gesagt allen gut, wenn wir von all dem, was uns aufgebürdet ist, loslassen können und die Augen zur Ruhe schließen dürfen.


Im Schlaf ist unser Leib ohnehin aktiver, als wir meinen. Die Seele benötigt ebenso ihren Freiraum, um eine durch konzentriertes Denken und Arbeiten hintangehaltene Phantasie zumindest im Traum zur Geltung kommen zu lassen. Und vergessen wir eins nicht: Wir werden mit Gottes Hilfe nach dem Schlafen wieder aufwachen.

 

Was ich also vor dem Zubettgehen tue, schaue, lese oder esse und trinke, ist ausschlaggebend für mein Erwachen. Am besten halten wir eine Tea-Time. Eine Schale Kräutertee aus Melisse, Pfefferminze oder Ringelblumenblüten lässt mich persönlich zur Ruhe kommen. Ein Zusammensein mit Freunden in einem gemütlichen und kulinarisch durchaus anspruchsvollen Rahmen steht dem nicht zuwider. Es kommt aber immer auch auf das Maß all dessen an. Übrigens: Das Loslassen-Üben ist sehr nützlich für das Ende all unserer Tage!


Weitere Tipps von Kräuterpfarrer Benedikt unter www.kraeuterpfarrer.at