
Der Rat ist die Gabe, mit der der Heilige Geist unser Gewissen fähig macht Entscheidungen zu treffen, die dem Evangelium Jesu Christi folgen. Durch die Gabe des Rates erleuchtet Gott selbst unser Herz und lässt uns verstehen wie wir sprechen, handeln und welchen Lebens-Weg wir folgen sollen.
Sehr schön kommt dies im Matthäus Evangelium zum Ausdruck. In der sog. Aussendungsrede (Mt 9,35-11,1), wo Jesus seine Jünger zur Mission aussendet findet sich folgende Stelle: „[…] macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.“ (Mt 10, 19-20)
Der Geist wird uns den Rat geben, den wir brauchen, hierfür müssen wir ihm aber auch Raum schenken. Dies meint, dass wir für einen solchen Rat offen und auch bereit sind darum zu beten.
Im Buch der Psalmen, findet sich folgender Lobpreis, der uns zu einem solchen Gebet einlädt: „Ich preise den Herrn, der mich beraten hat. / Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht. Ich habe den Herrn beständig vor Augen. / Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.“ (Ps 16, 7-8)
Papst Franziskus meint dazu:
„Ich erinnere mich, dass ich einmal im Heiligtum von Luján im Beichtstuhl war, vor dem eine lange Schlange stand. Darunter war auch ein ganz moderner Bursche, mit Ohrringen, Tätowierungen, all diesen Dingen… Und er war gekommen, um mir zu sagen, was ihm geschah. Es war ein großes, schwieriges Problem. Und er hat zu mir gesagt: Ich habe all das meiner Mutter erzählt, und meine Mutter hat zu mir gesagt: Geh’ zur Gottesmutter, und sie wird dir sagen, was du tun sollst. Das war eine Frau, die die Gabe des Rates besaß. Sie wusste nicht, wie sie das Problem ihres Sohnes lösen sollte, aber sie hat den richtigen Weg gewiesen: Geh’ zur Gottesmutter, und sie wird es dir sagen. Das ist die Gabe des Rates.“ (Generalaudienz vom 07. Mai 2014)
Abschließend noch der Hinweis auf eine Aussage zur Gabe des Rates vom Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn: „Gott gibt uns Zeichen. Aber dazu müssen wir erst Hörende werden, wir müssen heruntersteigen von unserer Selbstsicherheit und zugeben, dass wir Hilfe brauchen. Komm, Hl. Geist, hilf uns in unserer Ratlosigkeit, mit der Gabe des Rates, in unserer Schwäche mit der Gabe der Stärke, in unserer Hilflosigkeit mit der Gabe der Weisheit! Und er tut es.“ (Predigt am 19. Mai 2013, im Dom zu St. Stephan, von Christoph Kardinal Schönborn)