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Der Sonntag
04.08.2016

Im Urlaub gelten andere Spielregeln

Kinder können im Urlaub lernen, dass Regeln Ausnahmen brauchen. von Dr. iur. Brigitte Ettl

 

 

Urlaub ist anders - es gelten besondere Spielregeln.

 

Der Tagesrhythmus  verschiebt sich: Meist darf länger geträumt werden, dafür dehnt sich der Tag am Abend aus.

 

Speisepläne lockern sich - muss zuhause auch ein Teil des Gemüses verzehrt werden, so steigert sich am Urlaubsort oft die Zahl der vertilgten Pommes.

 

Auch Eltern dürfen locker lassen und den Erziehungsstress reduzieren. Kinder erleben ja auch bei ihren Vorbildern, dass im Urlaub vieles ein wenig anders läuft.

 

Darin liegt der Sinn dieser Zeit - das Leben soll wieder in eine bessere Balance kommen. Wenn die Urlaubsgestaltung nur ein „mehr vom Selben“ wäre, würde sich wohl kaum der gewünschte Erholungseffekt einstellen.

 

Auch Erwachsene dürfen sich jetzt mit einem Alternativprogramm verwöhnen: Schreibtischmenschen können ihrer Bewegungsfreude freien Lauf lassen, berufliche „Dauerläufer“ träumen gerne in der Hängematte.


Kinder können im Urlaub also lernen, dass Regeln Ausnahmen brauchen. So kann der Horizont erweitert werden.

 

Sie lernen im „Luxusdilemma“ der Ferien Entscheidungen zu treffen - zwischen Schwimmen oder Ballspielen.

 

Sie erleben die Freude, anderen Gutes zu tun  - indem sie die Eltern vielleicht ein wenig länger Siesta machen lassen. Und indem sie lernen Großzügigkeit anzunehmen.

 

Wichtig ist, dass Kinder erkennen können, dass dies eine besondere Zeit ist. Hier gibt es nicht nur besondere materielle Werte - mehr Eis und vielleicht sogar mehr Taschengeld.

 

Hier gibt es vor allem auch mehr Zeit für gemeinsame Erlebnisse und gemeinsames Tun.