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06.02.2020

Was soll das Kreuz im Spital?

Das Kreuz an der Wand ist gut – aber wichtiger ist das persönliche Zeugnis.

Vor zehn Monaten hat das neue Krankenhaus Nord der Gemeinde Wien seinen Betrieb aufgenommen. Vor wenigen Tagen hat der ORF einen Beitrag gebracht, dass dort in den Krankenzimmern keine Kreuze hängen. Das Thema hat offenbar Widerhall gefunden, weitere Medienberichte folgten.

 


Das Krankenhaus sagt, man wolle keine andere Religion diskriminieren. Ich habe aber noch nie gehört, dass sich ein Kranker durch das Kreuz diskriminiert gefühlt hätte. Und wohl mit Grund: Christus, der den Tod auf sich genommen hat, um die Menschheit zu erlösen, steht ja dafür, dass auch das Leiden einen Sinn hat und zum Heil werden kann und dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Das ist eine gute Botschaft für alle in Schmerzen und Angst.  


Es ist einfach gut, wenn ein Krankenhaus sich zu dieser Hoffnung bekennt, die ja auch viel über die Würde des leidenden Menschen aussagt. Eine gesetzliche Verpflichtung dazu gibt es aber nicht. Und wichtiger als eine solche Pflicht ist für uns Christen, dass es kein Verbot von Kreuzen im Spital gibt. Gott sei Dank ist ein solches auch nicht in Sichtweite.


Das Kreuz an der Wand ist gut – aber wichtiger ist das persönliche Zeugnis. Gerade eben hat der Seligsprechungsprozess für Gertrude Detzel begonnen, die von den Sowjets 1949 als Russlanddeutsche und engagierte Katholikin zu zehn Jahren im Straflager verurteilt worden ist, einem Ort ohne jeden sichtbaren Trost. Und doch soll nach fünf Jahren der Lagerkommandant die Behörden dringend darum ersucht haben, Detzel zu entlassen, „weil sonst hier alle zu beten anfangen“.