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27.04.2025 · Kardinal · Gedanken zum Evangelium

Nicht ungläubig, sondern gläubig

 

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 27. April 2025

Ich glaube, dass Jesus von Nazareth wirklich tot war und wirklich auferstanden ist, sodass er heute lebt. Für das Leben vieler Menschen spielt dieser mein persönlicher Glaube so wenig eine Rolle wie die Frage, ob es UFOs gibt oder nicht. Für den kleinen Kreis der Menschen, die damals über den Tod Jesu trauerten, hatte die Frage eine unvergleichliche Bedeutung. Darum geht es im heutigen Evangelium vom zweifelnden Apostel Thomas und seinen Apostelkollegen. Mit dem grausamen Tod ihres Meisters und mit seiner eiligen Grablegung waren auch alle ihre Hoffnungen zu Grab getragen worden. Was dann am Abend des dritten Tages geschah, hat ihr Leben von Grund auf verändert. Es ist auch für mein Leben prägend.


„Wir haben den Herrn gesehen.“ So beschrieben die Zeugen des damaligen Abends das, was geschehen war. Trotz verschlossener Türen stand Jesus plötzlich in ihrer Mitte. Lebendig, leiblich wirklich, kein Gespenst, er selber. An den Spuren seiner Wunden konnten sie ihn klar identifizieren. Eine Illusion war auszuschließen. Ihr Kollege Thomas, der an diesem Abend nicht dabei war, zweifelte dennoch an ihrem Bericht. Er will ihn selber sehen, will handfest sicher sein, dass es wirklich Jesus war und nicht eine Wunschvorstellung. Dieser Zweifel hat Thomas zum Patron der Zweifler gemacht, die es genau wissen wollen und sich nicht mit den Erzählungen der anderen begnügen. Das macht den „ungläubigen Thomas“ so sympathisch.


Hinter dem Unglauben des Thomas steckt eine tiefe menschliche Erfahrung. Thomas hat den Menschen verloren, der ihm mehr als alles bedeutete. Die Wunde des Schmerzes war zu groß, um noch eine weitere Enttäuschung verkraften zu können. Wenn wirklich stimmen soll, was seine Kollegen sagen, dann will er mehr als nur ihren Worten glauben. Er will Jesus selber begegnen. Jesus schenkt ihm diese Begegnung. Sie bewegt ihn zum tiefen Glauben an Jesus: „Mein Herr und mein Gott!“


Thomas ist gläubig geworden, weil er Jesus sehen und berühren konnte: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Es gibt sie heute zahlreich, die Menschen, die an Jesus glauben, ohne ihn je gesehen zu haben. Ihr Glaube ist mehr als das Für-wahr-Halten von Aussagen. Glauben ist zuerst eine Beziehung zwischen Personen, ein gegenseitiges Vertrauen. Auf dieser Basis schenken wir auch den Worten des Anderen Glauben. „Sei nicht ungläubig, sondern gläubig“, sagt Jesus zu Thomas. Er lädt ihn dazu ein, ihm und seinem Wort zu vertrauen. Thomas durfte den Auferstandenen sehen und berühren. Glauben war und bleibt ein Akt des Vertrauens. Für mich heißt das schlicht: „Jesus, ich vertraue auf dich.“

 

erstellt von: Kardinal Christoph Schönborn
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Evangelium vom 27.4.25

 

Johannes 20,19-31

 

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte,
hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten. Thomas, der Dídymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

 

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Weihnachtsfeiern für einsame Menschen in Wiener Pfarren

Wer Weihnachten nicht allein feiern möchte, den laden Wiener Pfarren zu gemeinsamen Feiern bei Speis und Trank, Liedern und gemütlichem Beisammensein unter dem Christbaum ein.

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Zu Weihnachten und Neujahr sendet Radio Klassik Stephansdom ein dichtes Programm zu Spiritualität, Engagement und Lebenswegen.

Telefonseelsorge zu Weihnachten besonders gefragt

Viele erleben Weihnachten nicht als heiles, sondern als belastendes Fest. Konflikte, Trauer und Ängste treten zu den Feiertagen besonders stark auf. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr für alle Sorgen und Nöte unter der Nummer 142 kostenlos erreichbar.

Zur Profanierung der Palottikirche

Ein Abschied, der schmerzt, führt zu einem Neuanfang: Die Erzdiözese Wien begleitet die Gemeinde nach der Profanierung der Pallottikirche und lädt alle herzlich ein, in der Pfarre Maria Hietzing eine neue, hoffnungsvolle Heimat zu finden und gemeinsam Kirche zu sein. 

Maria von Guadalupe

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St. Gabriel: Steyler Missionare sammeln Sachspenden für Geflüchtete auf der Balkanroute

Mitten im Winter wächst die Solidarität: Eine neue Initiative zeigt, wie engagierte Menschen konkrete Hilfe für Schutzsuchende organisieren und sichtbar machen.

Eröffnung des Hospiz im Haus der Barmherzigkeit: Für ein Leben in Würde bis zum Schluss

Am Mittwoch eröffnete das Haus der Barmherzigkeit sein erstes Hospiz in Wien. Der ernannte Erzbischof Josef Grünwidl segnete die Menschen, die dort arbeiten und die für kurze Zeit ein Zuhause im Hospiz finden.

Elisabeth Birnbaum: "Wege durch den Bibelwald"

Wer die Bibel neu entdecken möchte, findet in diesem ungewöhnlichen Zugang eine Einladung, vertraute Texte mit frischen Augen zu erkunden.

Unendlichkeit des Lichtes von Billi Thanner

Kunstinstallation auf Votivkirche: Mit 4900 Lichtpunkten in die Unendlichkeit

Eine Lichtskulptur der Künstlerin Billi Thanner strahlt ab 16. Dezember zwischen den Türmen der Votivkirche über Wien. Es handelt sich um einen liegenden Achter, das Unendlichkeitssymbol.

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Geweihte Männer mitten in Beruf und Familie: Ständige Diakone dienen als unverzichtbare Vermittler zwischen kirchlichem Auftrag und dem Leben der Menschen.

Personelle Veränderungen im Dezember 2025

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