Nur wenn das gut vorbereitet ist, läuft alles wie am Schnürchen – und die Gottesdienstgemeinde wird zum Inhalt der Feier hingeführt und nicht durch ein Chaos im Altarraum abgelenkt.
Im Wiener Stephansdom nennt man das „Drehbuch“ einer Bischofsmesse Intimatio (lat: Hinweis, Anordnung). Da steht etwa, wer zelebriert, was an Gewändern vorzubereiten ist, oder wer wo sitzt und wo welche Mikrophone aufzustellen sind.
Der Hauptteil ist freilich der Ablauf, der mitunter lange vor dem Einzug beginnt, etwa wenn Regierungsmitglieder erwartet werden, die in Empfang genommen und zu reservierten Plätzen geleitet werden.
Und dann heißt es etwa: „Einzug auf kurzem Weg durch das Mittelschiff zum Geläute der Pummerin. Cru., AAk, Mini, D + Evangeliar, Konzelebranten, EM, Z 2 und 2 Inclinatio corporis an der letzten Stufe vor dem Altar. D deponiert Evangeliar versus populum in der Mitte des Altares und tritt zur Seite...“
Eine Intimatio, die oft bis zu zehn engbeschriebene A4-Seiten umfasst, zeigt deutlich: Eine Messe ist ein in allen Details genau durchdachtes Schauspiel, in dessen Mitte das Ernsteste steht, was es auf Erden gibt – Gott.