Ursprünglich war die Casula in Rom ziemlich genau das, was wir als Wetterfleck kennen: ein großes Stück Stoff mit einem Loch in der Mitte, durch das man den Kopf steckt. Will man die Hände gebrauchen, muss man die Casula raffen. Die Römer haben es gern über ihrer Toga getrage.
Als in der Spätantike die germanische Sitte des Hosentragens aufkam, verschwand auch die Casula aus dem Alltag. Aber sie blieb Gewand der Kleriker im Gottesdienst.
Im Lauf der Jahrhunderte hat sie ihre Form immer wieder leicht verändert. Heute ist sie meist in der sogenannten gotischen Form gebräuchlich: der – meist wenig verzierte – Stoff geht links und rechts über die Schultern und Arme, aber nicht über die Hände. In der Barockzeit kam die auch heute noch manchmal getragene „römische Form“ der Kasel auf, bei der die Arme ganz frei sind.
Manchmal ist die Vorderseite der oft prunkvoll bestickten römischen Kasel wie eine Bassgeige ausgeschnitten – und wird dann auch Bassgeige genannt.