Am 9. Januar 1701 in Wien geboren, trat Gottfried von Laimbeckhoven 1722 den Jesuiten bei. Nach Studien in Leoben, Graz und Wien bereitete er sich gezielt auf einen Dienst am Kaiserhof in Peking vor und brach 1735 nach China auf – eine dreijährige Reise. Unter Verfolgungsbedingungen wirkte er zunächst als Wanderseelsorger, denn das Christentum war offiziell verboten.
1752 ernannte ihn Papst Benedikt XIV. zum Bischof von Nanjing; die Nachricht erreichte ihn verspätet, seine Weihe erfolgte 1755 unter größter Geheimhaltung in Macau. Über 20 Jahre amtierte er außerdem als Administrator der Diözese Peking. Sein Wirken fällt in eine Zeit massiver Christenverfolgungen und innerkirchlicher Konflikte (Ritenstreit). 1775 musste er die Aufhebung des Jesuitenordens in Peking umsetzen. Laimbeckhoven blieb fast ein halbes Jahrhundert in China und kehrte nie nach Europa zurück. Er hinterließ pastorale Schreiben (teils auf Chinesisch) und einen wertvollen Briefbestand. Er starb am 22. Mai 1787 in Tangjiaxiang und gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Missionare der Barockzeit.
Pio Manzador war ein bedeutender Wiener Ordensgeistlicher und Prediger, dessen gesamte geistliche Prägung und Karriere im Herzen der Erzdiözese Wien wurzelte. Geboren in Wien, trat er in den Orden der Barnabiten (Regulierte Priester des Heiligen Paulus) ein und legte 1724 seine Profess ab. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1729 wirkte er über Jahrzehnte als prominentes Mitglied des Wiener Klerus.
Besonders bekannt wurde er als gewöhnlicher Sonntags-Prediger in der kaiserlichen Hofpfarrkirche St. Michael, einer der zentralen geistlichen Stätten Wiens. In dieser Funktion war er eine bekannte Persönlichkeit des religiösen Lebens der Residenzstadt und prägte durch seine Redebegabung das spirituelle Klima am kaiserlichen Hof und in der Wiener Bevölkerung. Seine langjährige Treue zur Erzdiözese Wien und seine Bekanntheit als Hofprediger führten schließlich zu seiner Berufung in höhere Kirchenämter.
Im Jahr 1764 wurde er zum Bischof von Senj-Modruš in Kroatien gewählt. Seine Bischofsweihe am 3. Februar 1765 fand bezeichnenderweise in seiner vertrauten Wirkungsstätte, der Wiener Hofpfarrkirche St. Michael, statt. Damit blieb er auch bei seiner Erhebung in den Episkopat eng mit der Wiener Kirche verbunden. Im Jahr 1772 erfolgte seine Versetzung auf den bedeutenden Bischofsstuhl von Siebenbürgen. Trotz seiner weitreichenden Aufgaben an den Grenzen der Monarchie blieb Pio Manzador in seiner Identität stets der Wiener Priester und Barnabit, der aus der barocken Predigtradition der Hauptstadt hervorgegangen war. Er verstarb 1774 in Siebenbürgen.
Philipp von Daun, geboren am 11. Juni 1720 in Wien, entstammte einer der berühmtesten Militärfamilien der Monarchie. Statt des Schwertes wählte er die Soutane: 1755 Priesterweihe in Passau, 1757 Ernennung zum Weihbischof daselbst und zum Titularbischof von Tium. Als enger Mitarbeiter von Kardinal Joseph Dominikus von Lamberg verkörperte er das barocke Kirchenfürstentum: Domherr in Salzburg und Regensburg, Dompropst in Passau sowie kaiserlicher und kurbayrischer Geheimrat. Zuletzt wurde er zum Koadjutor des Bistums Laibach ernannt, womit der Weg auf den Diözesanthron offenstand.
Sein plötzlicher Tod am 20. November 1763 in Passau beendete diese Laufbahn. Daun hinterließ das Bild eines pflichtbewussten, höfisch versierten Klerikers, der die Loyalität zum Haus Habsburg kirchlich lebte.
Dauns Karriere zeigt, wie kirchliche und staatliche Ämter in der Barockzeit miteinander verflochten waren – ein wiederkehrendes Motiv bei adeligen Bischöfen.
Geboren am 18. Dezember 1726 in Wien als Sohn des Fürsten Johann Georg Christian von Lobkowitz, führte ihn seine Laufbahn in die heutigen Benelux-Staaten. Nach Stationen als Vikar in Salzburg und Kanoniker in Lüttich und Augsburg wurde er 1772 Bischof von Namur; 1779 folgte der bedeutendere Bischofssitz von Gent. Sein Episkopat steht für Treue zur Kirche in Zeiten wachsender staatlicher Eingriffe (Josephinismus) und der Erschütterungen der Französischen Revolution.
Er widmete sich Seelsorge und Verwaltung, sein Wahlspruch „Ad haerere Deus bonum“ (Gott anzuhängen ist ein Gut) markiert seine geistliche Grundhaltung. Nach der französischen Besetzung Gents starb er am 29. Januar 1795 im Exil in Münster; später wurde er in die St.-Bavo-Kathedrale überführt. Lobkowitz’ Lebensweg illustriert die Übergangszeit vom barocken Kirchenfürstentum zur politisierten Spätaufklärung – mit wachsenden Spannungen zwischen Staat und Kirche.
Am 30. Januar 1727 im Wiener Palais der Familie geboren, entstammte Josef Batthyány einem einflussreichen ungarischen Magnatengeschlecht. Nach Studien in Tyrnau und europäischen Reisen wurde er 1751 Priester. Es folgte eine steile Karriere: 1759 Bischof von Siebenbürgen, 1760 Erzbischof von Kalocsa, 1776 Erzbischof von Gran (Esztergom) und damit Fürstprimas von Ungarn, 1778 Kardinal.
Als Berater Maria Theresias und Josephs II. vermittelte er zwischen Hof und Adel („Dionysius im ungarischen Areopag“). Mit dem Primatialpalast in Preßburg (Bratislava) setzte er ein architektonisches Zeichen, förderte Schulen und Armeninstitute und krönte Leopold II. und Franz II. zu Königen von Ungarn. Er starb am 23. Oktober 1799 in Preßburg; sein Herz ruht in Güssing, sein Leib im St.-Martins-Dom in Bratislava.
Batthyány steht für die Balance von Hofpolitik, nationaler Identität und kirchlicher Autorität – ein Schlüsselthema im habsburgischen Vielvölkerreich.
Hieronymus Franz de Paula Josef Graf Colloredo von Waldsee und Mels wurde am 31. Mai 1732 in Wien als Sohn des späteren Reichsvizekanzlers Rudolph Joseph von Colloredo geboren. Er absolvierte seine Studien der Philosophie und Theologie in Wien und am Collegium Germanicum in Rom, wo er auch promovierte. Nach einer frühen Laufbahn als Auditor der Römischen Rota ernannte ihn Fürsterzbischof Schrattenbach 1761 zum Bischof von Gurk.
Am 14. März 1772 wurde er nach einer langwierigen und umstrittenen Wahl zum Fürsterzbischof von Salzburg erhoben. Als entschiedener Vertreter der Katholischen Aufklärung formte Colloredo Salzburg zu einem geistlichen Musterterritorium. Er sanierte die Staatsfinanzen durch strikte Sparmaßnahmen, führte ein modernes Steuersystem mit einem systematischen Grundbuch („Hieronymus-Kataster“) ein und reformierte das Schul- und Gesundheitswesen. In der Kirche bekämpfte er barocke Prachtentfaltung und Aberglauben; er untersagte zahlreiche Wallfahrten, Bruderschaften und Bräuche wie das Wetterläuten, während er den deutschen Volksgesang im Gottesdienst forcierte.
Trotz seiner Förderung von Gelehrten und Musikern blieb er durch seine kühle, autoritäre Art in der Bevölkerung unpopulär, wovon auch seine spannungsreiche Beziehung zu Wolfgang Amadeus Mozart zeugt. Infolge der Napoleonischen Kriege und der Säkularisation des Erzstifts musste er 1800 nach Wien fliehen, von wo aus er bis zu seinem Tod am 20. Mai 1812 als geistliches Oberhaupt der Diözese fungierte. Colloredo gilt als der letzte regierende Fürsterzbischof Salzburgs, der das Land in die Moderne führte.
Anton Reichsgraf von Herberstein war eine zentrale kirchliche Figur des 18. Jahrhunderts, dessen Amtszeit als Bischof von Triest (1761–1774) untrennbar mit den Reformbestrebungen des Josephinismus und dem rasanten Aufstieg Triests zur habsburgischen Hafenmetropole verbunden war. Geboren am 30. Dezember 1725 in Wien als Sohn des kaiserlichen Haushofmeisters Ferdinand Leopold von Herberstein, schlug er früh eine geistliche Laufbahn ein. Er trat dem Orden der Theatiner bei und empfing 1748 die Priesterweihe.
Vor seinem Aufstieg zum Bischof sammelte er administrative und seelsorgerische Erfahrung als Propst in Eisgarn sowie als Pfarrer in Niederösterreich. Nach seiner Nominierung durch Maria Theresia im Jahr 1760 trat Herberstein sein Amt in einer Phase des Umbruchs an. Triest wuchs durch den Ausbau des Freihafens massiv, was die bestehenden Seelsorgestrukturen überforderte. Herberstein reagierte darauf mit einer engagierten Reorganisation der Pfarreien und trat als zweisprachiger Prediger (Deutsch und Italienisch) in direkten Kontakt mit der Bevölkerung. Sein Bestreben, die kirchliche Infrastruktur zu modernisieren, stieß jedoch teils auf Widerstand: Sein visionärer Plan, die Kathedrale in die neuen Stadtviertel zu verlegen, wurde von der Kaiserin abgelehnt.
Auch die Gründung eines eigenen Priesterseminars scheiterte; stattdessen sicherte er die Ausbildung des Nachwuchses durch Kooperationen mit Görz. Kulturell prägte er die Stadt durch die Ansiedlung der Mechitaristen im Jahr 1773. Herbersteins Episkopat war geprägt vom Spannungsfeld zwischen Rom und dem Wiener Hof.
Als loyaler Anhänger der staatlichen Kirchenreformen arbeitete er eng mit den kaiserlichen Kommissionen zusammen, um eine stärker nationalkirchlich orientierte Verwaltung zu etablieren. Dabei geriet er häufig in Konflikt mit den wachsenden orthodoxen Gemeinden der Serben und Griechen. Mit seinem Tod am 2. Dezember 1774 endete eine Amtszeit, die zwar viele strukturelle Probleme ungelöst ließ, aber das Bistum Triest entscheidend auf die Anforderungen der Moderne vorbereitete.
Anton Theodor von Colloredo-Waldsee-Mels wurde am 17. Juli 1729 in Wien geboren. Nach seinem Jurastudium in Modena, Rom und Padua empfing er 1758 die Priesterweihe. Seine diplomatische und kirchenpolitische Laufbahn begann als Propst in Kremsier. In einer Phase territorialer Neuordnung der Kirche verhandelte er geschickt mit der Wiener Regierung und erreichte 1777 die Erhebung von Olmütz zum Erzbistum.
Am 6. Oktober 1777 wurde Colloredo einstimmig zum ersten Erzbischof von Olmütz gewählt. Seine Amtszeit war geprägt von den tiefgreifenden Josephinischen Reformen, die zur Auflösung zahlreicher Klöster und Wallfahrtsorte führten.
Colloredo reagierte darauf mit einer umfassenden Reorganisation der Seelsorge und der Gründung neuer Pfarreien, um den Einfluss des Toleranzpatentes auszugleichen. Als einflussreicher Kirchenfürst nahm er zudem an der Wahl von Kaiser Leopold II. teil und konnte die Rücknahme belastender wirtschaftlicher Bestimmungen für das Erzbistum bewirken.
Im Jahr 1803 wurde er von Papst Pius VII. zum Kardinal erhoben. Anton Theodor von Colloredo verstarb am 12. September 1811 in Kremsier. Er ging als diplomatischer Architekt des Erzbistums Olmütz in die Geschichte ein, der die Diözese sicher durch die Turbulenzen des staatlich verordneten Reformeifers seiner Zeit führte.
Am 20. April 1731 in Wien geboren, promovierte Herberstein 1752 und wurde 1754 zum Priester geweiht. Nach Kanonikaten in Freising und Passau wurde er 1767 Weihbischof in Freising. 1776 berief ihn Maria Theresia als Generalvikar für Niederösterreich, ein Amt, das er gewissenhaft und staatskonform ausübte.
Mit der josephinischen Neuordnung der Diözesen (1783) wurde er erster Bischof der neu gegründeten Diözese Linz; Amtsantritt am 1. Mai 1785. Herberstein führte die Liturgieordnung Josephs II. ein und suchte zugleich seelsorgliche Ausgewogenheit. 1787 berief er eine bedeutende Diözesansynode ein. Er starb am 17. März 1788; seine Gebeine wurden 1924 vom Alten Dom in den Neuen Dom von Linz übertragen.
Als Gründervater der Linzer Diözese bewältigte er unter politischem Reformdruck den Aufbau tragfähiger Strukturen. Herberstein steht exemplarisch für den „Staatskirchlichen“ Umbau unter Joseph II. – eine Zäsur, die auch andere Lebensläufe dieser Liste berührt.
Leopold Josef Hannibal Petazzi de Castel Nuovo war ein einflussreicher Geistlicher des frühenm 18. Jahrhunderts, der maßgeblich durch seine Wiener Herkunft und seine Ausbildung in der geprägt wurde. Geboren in Wien als Spross einer angesehenen Adelsfamilie, absolvierte seine theologischen Studien in der kaiserlichen Residenzstadt.
Nach seiner Priesterweihe wirkte er als Priester der Erzdiözese Wien und wurde fest in die Wiener Kirchenhierarchie integriert. Als Domherr am Metropolitankapitel zu St. Stephan und kaiserlicher Hofkaplan nahm er eine zentrale Stellung im religiösen und politischen Gefüge der Hauptstadt.
Aufgrund seiner diplomatischen Fähigkeiten und seiner tiefen Verwurzelung im Wiener Adelsklerus wurde Petazzi 1740 zum Bischof von Triest ernannt. In dieser wichtigen Hafenstadt der Monarchie wirkte er über zwei Jahrzehnte lang als loyaler Vertreter der kirchlichen und staatlichen Interessen.
Im Jahr 1760 folgte seine Versetzung auf den Bischofsstuhl von Laibach, womit er eine weitere Schlüsselposition im innerösterreichischen Raum übernahm. Trotz seiner weitreichenden Aufgaben in Triest und Laibach blieb er zeitlebens seiner Identität als in Wien geschulter und geweihter Priester treu. Er verstarb 1772 als hochangesehener Oberhirte in Laibach.
Der am 2. Januar 1710 in Wien geborene Simon Ambros von Stock markiert als Theologe und Philosoph die enge Verflechtung von Diözese und Wissenschaft. Nach seinem Studium am Collegium Germanicum in Rom empfing er am 6. Dezember 1732 die Priesterweihe für die Erzdiözese Wien. Sein Wirken konzentrierte sich in der Folge auf die akademische Lehre an der Universität Wien, wo er als eine der intellektuell führenden Persönlichkeiten des Wiener Klerus galt. Im Jahr 1770 wurde er zum Titularbischof von Rosone ernannt und blieb bis zu seinem Tod am 22. Dezember 1772 eine zentrale Figur des geistigen Lebens in der kaiserlichen Residenzstadt.
Franz Josef von Gondola war ein hochrangiger Benediktiner und Kirchenfürst, dessen Lebensweg nach einer glanzvollen Karriere im Heiligen Römischen Reich schließlich in seine Geburtsstadt zur Erzdiözese Wien zurückführte. Als Sohn einer angesehenen kroatischen Adelsfamilie in Wien geboren, trat er in die bayerische Abtei Ettal ein und empfing dort 1734 die Priesterweihe.
Seine diplomatischen Fähigkeiten führten ihn an den Niederrhein, wo er unter Kurfürst Clemens August von Bayern als Weihbischof in Paderborn und Münster sowie als Leiter des Apostolischen Vikariates des Nordens zu einer zentralen Figur der norddeutschen Kirchenhierarchie aufstieg. Trotz seiner bedeutenden Stellungen im Norden kehrte Gondola im Jahr 1763 nach Wien zurück, nachdem es zu Spannungen mit der Paderborner Bistumsleitung gekommen war. In seiner Heimatstadt wurde er als Priester der Erzdiözese Wien voll in das dortige Metropolitankapitel integriert und erhielt ein prestigeträchtiges Kanonikat am Stephansdom.
Zusätzlich übernahm er die Leitung der Pfarre Probstdorf, die damals eine bedeutende Position innerhalb der diözesanen Struktur darstellte. Bis zu seinem Tod im Jahr 1774 wirkte er als erfahrener Kirchenmann im Herzen der Monarchie und verband die benediktinische Tradition mit den administrativen Anforderungen der Wiener Domkirche.
Joseph Christian Fengler, geboren am 17. September 1733 in Wien, trat 1751 in den Piaristenorden ein. Nach der Priesterweihe (1757) lehrte er an der Savoyschen Ritterakademie und wurde 1769 Leiter der k.k. Militärakademie in Wiener Neustadt, zugleich Burgpfarrer.
1786 ernannte ihn der Hof zum Kommendatarabt von Melk – ein typischer Karriereschritt im josephinischen System. 1787 wurde er Bischof von Raab (Győr), die Weihe spendete Kardinal Batthyány am 3. April 1788. Fengler verkörpert den „Staatsbischof“ seiner Epoche: Bildungspolitik, Verwaltungsreform und seelsorgliche Vernunft. Er blieb Wien verbunden und starb dort am 4. Februar 1802. Seine Vita zeigt die Durchlässigkeit zwischen Bildungswesen, Militärseelsorge und bischöflicher Leitungsverantwortung.
Joseph Franz Anton von Auersperg wurde am 31. Jänner 1734 in Wien als Sohn des Fürsten Heinrich Joseph von Auersperg geboren. Nach frühen Kanonikaten in Salzburg und Passau wurde er bereits 1763 zum Bischof von Lavant geweiht. Im Jahr 1773 übernahm er das Bistum Gurk, das er im Geiste des aufgeklärten Staatskirchentums zu einem Musterbeispiel moderner Diözesanverwaltung formte.
Seine Hirtenbriefe, in denen er im Sinne des josephinistischen Toleranzpatents gegen religiösen Aberglauben und übersteigerte Volksfrömmigkeit vorging, brachten ihm das besondere Lob Kaiser Josephs II. ein.
Am 19. Mai 1783 wählte ihn das Passauer Domkapitel zum Bischof, kurz nachdem die Diözese durch die Abtrennung der österreichischen Gebiete massiv verkleinert worden war. In Passau setzte Auersperg seine einschneidenden Reformen konsequent fort: Er förderte das Schulwesen sowie die Armenpflege, verbot jedoch das öffentliche Betteln und untersagte traditionelle Bräuche wie das Wetterläuten.
Als leidenschaftlicher Förderer von Bildung und Kultur ließ er das Hoftheater errichten und machte Theater sowie Oper zum festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Unter seiner Ägide entstanden zahlreiche Verwaltungsbauten, Krankenhäuser und die Innpromenade; als privaten Rückzugsort schuf er die Sommerresidenz Schloss Freudenhain.
Am 30. März 1789 zum Kardinal erhoben, verstarb Auersperg am 21. August 1795 überraschend in seiner Villa im Park von Freudenhain. Er gilt als der bedeutendste Vertreter des kirchlichen Aufklärungszeitalters in Passau, der das Fürstbistum baulich wie geistig grundlegend modernisierte.
Franz Xaver, geboren am 1. Februar 1749 in Wien, war der Sohn des Erziehers Kaiser Josephs II. 1783 wurde er Fürstbischof von Gurk und verlegte die Residenz von Straßburg nach Klagenfurt; das Bistum wuchs auf das gesamte heutige Kärnten. Er erlebte drei französische Besatzungen Klagenfurts und begleitete 1809 die Landwehr nach Südtirol.
1816 ernannte ihn Pius VII. zum Kardinal. Berühmt wurde Salm als Pionier des Alpinismus: 1799/1800 organisierte und finanzierte er die Erstbesteigung des Großglockners – ein außergewöhnliches Projekt für einen Bischof.
Wirtschaftlich scheiterte er: spekulative Industriekäufe, teure Hofhaltung und großzügige Wohltätigkeit führten in den Ruin. Die letzten Jahre verbrachte er in bescheidenen Zimmern des Priesterseminars, da sein Vermögen unter Zwangsverwaltung stand. Er starb am 19. April 1822 in Klagenfurt – eine charismatische, zugleich widersprüchliche Gestalt der Kärntner Kirchengeschichte.
Johann Nepomuk Ritter von Dankesreither war ein bedeutender Wiener Geistlicher, dessen Laufbahn die tiefgreifenden Umbrüche der josephinischen Reformen innerhalb der Erzdiözese Wien widerspiegelt. Geboren in der kaiserlichen Residenzstadt, begann er seinen Weg zunächst als Benediktiner im Wiener Schwarzspanierkloster. Nach dessen Aufhebung im Jahr 1783 wurde er als Weltpriester in die Erzdiözese Wien inkardiniert, was den Beginn einer steilen Karriere im Dienste von Kirche und Staat markierte.
Dankesreither zeichnete sich besonders in der Priesterausbildung und in der staatlichen Verwaltung aus, wo er als Referent für Kirchenangelegenheiten im Staatsrat direkten Einfluss auf die Religionspolitik nahm. Seine engste Verbindung zur Wiener Kirchenleitung erreichte er zwischen 1807 und 1816, als er unter Erzbischof Sigismund Anton von Hohenwart das Amt des Dompropstes von St. Stephan bekleidete und gleichzeitig als Generalvikar und Weihbischof der Erzdiözese Wien fungierte.
In dieser Zeit war er eine zentrale Säule der Wiener Diözesanverwaltung, bevor ihn Kaiser Franz I. im Jahr 1816 zum Bischof von St. Pölten ernannte. Auch in seinem neuen Amt blieb er den Grundsätzen des josephinischen Staatskirchentums treu, die er während seiner prägenden Jahrzehnte in Wien verinnerlicht hatte. Er verstarb 1823 nach einer siebenjährigen Amtszeit in St. Pölten, doch sein Wirken blieb als Beispiel für die enge Verflechtung zwischen der Wiener Metropole und den umliegenden Diözesen in Erinnerung.
Johann Friedrich Graf von Waldstein und Wartenberg wurde am 21. August 1756 in Wien geboren. Er war der zweite Sohn des kaiserlichen Kammerherrn Emanuel Philibert von Waldstein und entstammte einem einflussreichen Adelsgeschlecht, das bereits mit seinem Urgroßonkel, dem Prager Erzbischof Johann Friedrich von Waldstein, einen bedeutenden Kirchenfürsten hervorgebracht hatte.
Seine Ausbildung und sein früher Werdegang führten ihn in den geistlichen Stand; bereits 1782 wurde er Domherr in Salzburg, später bekleidete er dasselbe Amt in Augsburg. Die Priesterweihe empfing er am 25. März 1795 in Salzburg. Innerhalb des Salzburger Domkapitels stieg er rasch auf und wurde am 20. November 1797 zum Domdechanten gewählt.
In der politisch instabilen Phase der Napoleonischen Kriege übernahm er von 1800 bis 1802 eine tragende Rolle als Mitglied der Statthalterschaft, die das Erzstift verwaltete, nachdem Erzbischof Colloredo vor den französischen Truppen nach Wien geflohen war. Am 15. August 1802 empfing er durch Colloredo die Bischofsweihe und trat sein Amt als Fürstbischof von Seckau an. In seiner zehnjährigen Regierungszeit als Johann VI. steuerte er die Diözese durch die schwierigen Jahre der beginnenden Säkularisation und der Neuordnung der österreichischen Kirchenlandschaft. Er starb am 15. April 1812 und wurde in der Bischofsgruft des Grazer Doms beigesetzt.
Der jüngste Sohn Maria Theresias, geboren am 8. Dezember 1756 in Wien, wechselte krankheitsbedingt von der Militärbahn in den geistlichen Stand. 1780 wurde er Hochmeister des Deutschen Ordens; 1784 Erzbischof und Kurfürst von Köln sowie Bischof von Münster. In Bonn modernisierte er Justiz und Schulwesen und förderte Kunst und Musik; als früher Gönner Beethovens prägte er die Stadt kulturell.
Als Vertreter der katholischen Aufklärung suchte er den Ausgleich zwischen Kirche und Staat. Der Vormarsch der französischen Revolutionsarmeen erzwang jedoch den Rückzug aus den linksrheinischen Gebieten und die Flucht nach Wien. Er starb am 26. Juli 1801 in Hetzendorf bei Wien – als letzter Kurfürst von Köln. Seine Bedeutung liegt in der Modernisierung eines geistlichen Territoriums im Geist der Aufklärung, ein Prozess, den die napoleonischen Kriege abrupt beendeten.
Augustin Johann Joseph Gruber wurde am 23. Juni 1763 in Wien als Sohn eines Kaufmanns geboren. Nach ersten Studien trat er 1780 in den Augustinerorden ein, wechselte jedoch bereits zwei Jahre später in das Wiener Generalseminar und empfing 1788 die Priesterweihe.
Nach Seelsorgestationen in Brunn am Gebirge und Wien wurde er aufgrund seiner organisatorischen Begabung 1802 Kirchenreferent der Landesregierung und 1806 wirklicher Hofrat in der Hofkanzlei. Im Jahr 1813 promovierte er zum Doktor der Theologie.
Seine bischöfliche Laufbahn begann am 8. September 1816 mit der Weihe zum Bischof von Laibach durch den Wiener Erzbischof von Hohenwart. Am 16. Februar 1823 präsentierte ihn der Kaiser als Erzbischof von Salzburg, ein Amt, das er nach päpstlicher Bestätigung am 25. März 1825 antrat.
Grubers Wirken fiel in die spannungsreiche Zeit zwischen Spätaufklärung und Romantik. Er profilierte sich insbesondere als bedeutender Theoretiker der Religionspädagogik; seine „Katechetischen Vorlesungen“ orientierten sich eng an den Lehren des heiligen Augustinus und legten wichtige Grundsteine für die spätere katechetische Reformbewegung. Trotz der aufkommenden Neuscholastik bewahrte er einen praxisorientierten Zugang zur Wissensvermittlung. Augustin Gruber starb am 28. Juni 1835 in Salzburg und wurde in der Krypta des Salzburger Doms beigesetzt.
Jakob Frint war eine der einflussreichsten Gestalten der österreichischen Kirchengeschichte des 19. Jahrhunderts, dessen Wirken untrennbar mit seiner Stellung innerhalb der Erzdiözese Wien verbunden ist. Nach seinem Studium an der Universität Wien empfing er im Jahr 1795 die Priesterweihe und gehörte damit fortan zum Diözesanklerus von Wien.
Seine frühen Jahre als Seelsorger und Professor für Religionswissenschaften in der kaiserlichen Residenzstadt legten den Grundstein für sein enges Vertrauensverhältnis zum Kaiserhaus, das ihn schließlich zum Hof- und Burgpfarrer sowie zum persönlichen Beichtvater von Kaiser Franz I. aufsteigen ließ. Seine bedeutendste historische Leistung vollbrachte er jedoch 1816 mit der Gründung des nach ihm benannten Frintaneums, des höheren Bildungsinstituts für Weltpriester bei Sankt Augustin in Wien.
Als dessen langjähriger Leiter schuf er eine Kaderschmiede für den höheren Klerus der gesamten Habsburgermonarchie, in der Generationen zukünftiger Bischöfe und kirchlicher Würdenträger nach seinen streng restaurativen Grundsätzen geformt wurden. Das Frintaneum war das intellektuelle Zentrum der katholischen Erneuerung und diente letztlich dazu, einen gleichzeitig Kaiser-treuen und wissenschaftlich exzellent ausgebildeten Klerus für das gesamte Reich heranzubilden. Im Jahr 1827 wurde Frint schließlich zum Bischof von St. Pölten ernannt, wo er bis zu seinem Tod 1834 als entschiedener Verfechter der kirchlichen Autorität und Gegner liberaler Strömungen wirkte.
Maximilian Joseph Gottfried von Sommerau-Beeckh war eine der prägendsten Gestalten des österreichischen Episkopats im 19. Jahrhundert, dessen geistliches Fundament vollständig in der Wien gelegt wurde. Bevor er seine kirchliche Laufbahn einschlug, diente er als Kavallerieleutnant in der kaiserlichen Armee – eine militärische Erfahrung, die sein späteres diszipliniertes Auftreten prägen sollte.
Nach seinem Theologiestudium in Wien empfing er am 10. September 1797 die Priesterweihe und wurde als Priester der Erzdiözese Wien in den Klerus der Hauptstadt integriert. In den folgenden Jahren wirkte er in zahlreichen Wiener Pfarren, darunter Pillichsdorf, Hernals und Matzleinsdorf, bevor er 1810 zum Pfarrer der bedeutenden Pfarre St. Leopold in der Leopoldstadt aufstieg.
Obwohl er ab 1813 eine steile Karriere im Olmützer Domkapitel einschlug, blieben seine Wiener Wurzeln und seine Treue zum Kaiserhaus zeit seines Lebens bestehen. Diese Verbundenheit gipfelte im Revolutionsjahr 1848, als er den aus Wien geflohenen kaiserlichen Hof in seiner Residenz in Olmütz aufnahm. Dort vollzog sich am 2. Dezember 1848 ein kirchen- und weltgeschichtlicher Wendepunkt: In den Gemächern des Erzbischofs übergab Kaiser Ferdinand I. die Krone an seinen Neffen Franz Joseph I. Für seine Loyalität und Verdienste wurde Sommerau-Beeckh 1850 von Papst Pius IX. zum Kardinal erhoben.
Anton Aloys Buchmayer war ein bedeutender Vertreter des spätjosephinischen Staatskirchentums, dessen Wirken eng mit der Erzdiözese Wien und der Universität Wien verknüpft war. Nach seinem Studium am Wiener Generalseminar und der Priesterweihe im Jahr 1792 durchlief er zunächst eine steile Karriere in der Diözese St. Pölten, bevor er 1832 als Hofrat in die kaiserliche Hofkanzlei nach Wien berufen wurde.
Im Jahr 1835 kehrte er vollständig in den Dienst der Erzdiözese Wien zurück, als er zum Weihbischof und Generalvikar ernannt wurde. In dieser Funktion übernahm er eine Schlüsselrolle in der Verwaltung der Metropole und stieg 1840 zum Dompropst von St. Stephan auf. Als Universitätskanzler und Rektor der Universität Wien im Jahr 1842 prägte er zudem maßgeblich das akademische und geistige Leben der Stadt.
Seine Ernennung zum Bischof von St. Pölten im Jahr 1843 markierte die Rückkehr in seine Heimatdiözese, doch blieb sein Amtsverständnis tief von der Wiener Zeit und der loyalen Gesinnung gegenüber dem Kaiserhaus geprägt. Er galt als konservativer Verwalter, der religiöse Vereine skeptisch betrachtete, sich jedoch gleichzeitig leidenschaftlich für soziale Belange einsetzte, was etwa in der Gründung eines Taubstummeninstituts zum Ausdruck kam. Auch nach seiner Inthronisierung in St. Pölten blieb er der Wiener Tradition verbunden und setzte sich bis zu seinem Tod im Jahr 1851 für die Bildung und Absicherung des Klerus ein. Er hinterließ ein bedeutendes Erbe als ein in Wien geschulter Kirchenfürst, der den Übergang von der privilegierten Staatskirche zur Neuordnung nach 1848 miterlebte.
war ein bedeutender katholischer Theologe und von 1824 bis zu seinem Tod Fürstbischof von Seckau sowie Administrator der Diözese Leoben. Sein Werdegang begann im Benediktinerorden in Schwaben, wo er als Professor für Hermeneutik und Heilige Schrift wirkte. Infolge der Säkularisation führten ihn akademische Stationen von Salzburg über Krakau und Prag an die Universität Wien. Dort schloss er sich dem Kreis um Klemens Maria Hofbauer an und entwickelte sich zu einem Vertreter des romantischen, anti-aufklärerischen Katholizismus.
1821 ließ er sich von seinen Ordensgelübden entbinden und wurde Priester der Erzdiözese Wien Als Bischof in Graz (Sitz der Diözese Seckau) forcierte Zängerle die geistliche Erneuerung und die Disziplinierung des Klerus. Trotz seiner Loyalität zum Kaiserhaus kämpfte er entschieden gegen den Josephinismus und die staatliche Kirchenhoheit. Er stärkte die bischöfliche Autorität, etwa über das Priesterseminar, und siedelte zur religiösen Belebung neue Orden wie Redemptoristen und Jesuiten an. In dogmatischen und kirchenrechtlichen Fragen vertrat er eine kompromisslose, romtreue Linie, die ihm päpstliche Anerkennung einbrachte. Zängerle verstarb 1848 nach 24-jährigem bischöflichem Dienst.
Ernst, geboren am 29. Mai 1773 in Wien, war für eine geistliche Laufbahn vorgesehen. Er verlor Kanonikate in Köln und Passau durch die Säkularisation und wurde erst 1807 Priester. Als Naturfreund und Künstler gestaltete er den Park von Schloss Aigen bei Salzburg und erschloss den Gollinger Wasserfall; als Musikmäzen widmete ihm Joseph Haydn Werke. 1818 berief ihn der Kaiser zum Bischof von Raab (Győr) – symbolträchtig, da sein Vorfahr Adolf die Stadt von den Osmanen befreit hatte. 1819 trat er das Amt an, begann mit Elan pastorale Reformen, starb jedoch früh am 14. März 1821 in Wien. Er verkörpert den Übergang von barocker Kulturfreude zur restaurativen Seelsorge nach den Napoleonischen Kriegen.
Andreas Alois Ankwicz von Skarbek-Poslawice war eine herausragende Gestalt der katholischen Kirche im 19. Jahrhundert, deren geistliches Fundament maßgeblich in Wien gelegt wurde.
Nachdem er seine Studien in Krakau und der kaiserlichen Residenzstadt Wien absolviert hatte, empfing er am 2. September 1810 die Priesterweihe für die Erzdiözese Wien. Diese Wiener Jahre waren prägend für seinen weiteren Lebensweg, da er hier die kirchenpolitischen Mechanismen des Habsburgerreiches aus nächster Nähe kennenlernte.
Seine enge Bindung an die Wiener Strukturen und seine Loyalität zum Kaiserhaus ermöglichten ihm einen raschen Aufstieg innerhalb der kirchlichen Hierarchie. Nach einer Station als Kanoniker und Rektor in Olmütz wurde er bereits 1815 zum Erzbischof von Lemberg nominiert. In dieser Funktion wirkte er als wichtige Stütze der staatlichen Autorität in Galizien und wurde 1817 zum Primas ernannt. Den Höhepunkt seiner Laufbahn erreichte er im Jahr 1833 mit der Versetzung auf den bedeutenden Erzbischofsstuhl von Prag. Er verstarb 1838 als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des österreichischen Episkopats seiner Zeit.
Johann Michael Leonhard war ein einflussreicher österreichischer Kirchenfürst des 19. Jahrhunderts, dessen gesamte klerikale Identität tief in den Strukturen der Erzdiözese Wien verwurzelt war. Nach seiner Diakonen- und Priesterweihe im August 1806 in Wien wurde er offiziell in den Klerus der Erzdiözese Wien inkardiniert.
Diese Zugehörigkeit bildete das Fundament für eine steile Karriere innerhalb der kaiserlichen Residenzstadt, wo er zunächst als Hofkaplan und später als Oberaufseher der deutschen Schulen von Wien wirkte. Eine Schlüsselrolle nahm er als Director Spiritualis am Frintaneum ein, der exklusiven Kaderschmiede für den höheren Klerus der Habsburgermonarchie, wo er die geistliche Ausbildung künftiger kirchlicher Elitegenerationen maßgeblich prägte.
Im Jahr 1828 stieg Leonhard zum Weihbischof der Erzdiözese Wien auf und festigte damit seine Position in der Wiener Kirchenleitung. Zwar wurde er 1835 zum Bischof von St. Pölten gewählt, doch bereits nach wenigen Monaten kam es zu einem historisch ungewöhnlichen Ämtertausch, der ihn zurück in das Zentrum der kaiserlichen Macht führte. Er übernahm das Amt des Apostolischen Feldvikars und wurde damit zum obersten Seelsorger der kaiserlich-königlichen Heere. In dieser Funktion, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1863 ausübte, vereinte er die militärseelsorgliche Leitung mit seiner tiefen Verbundenheit zum Wiener Klerus und dem kaiserlichen Hof. Johann Michael Leonhard verstarb in Wien.
Friedrich wurde am 6. April 1809 in Wien geboren und stieg an die Spitze der österreichischen Kirche. 1835, mit nur 26 Jahren, wurde er Erzbischof von Salzburg; 1842 erhob ihn Papst Gregor XVI. zum Kardinal. In Salzburg kämpfte er gegen josephinische Restbestände und gründete soziale Einrichtungen (u. a. Krankenhaus Schwarzach).
1850 wechselte er als Erzbischof nach Prag, engagierte sich im Herrenhaus und förderte die tschechische Nationalbewegung innerhalb der Kirche. Er trieb den Weiterbau des Veitsdoms voran. Beim Ersten Vatikanischen Konzil (1869–1870) gehörte er zur Minderheit gegen das Unfehlbarkeitsdogma, akzeptierte es jedoch nach der Definition.
Als Kardinalprotopriester nahm er 1878 am Konklave zur Wahl Leos XIII. teil. Er starb am 27. März 1885 in Wien; sein Grab im Prager Veitsdom ist ein bedeutendes Denkmal.
Geboren am 8. Oktober 1813 in Wien, Cousin von Kardinal Schwarzenberg, stieg Friedrich Egon rasch auf: 1836 Priester, 1853 Erzbischof von Olmütz, 1879 Kardinal. Sein fast vierzigjähriges Episkopat war geprägt von reger Bautätigkeit, besonders der neugotischen Umgestaltung des Olmützer Doms.
Er gründete Klöster und Bildungsanstalten, etwa das erzbischöfliche Gymnasium in Kremsier. Als Inhaber einer Virilstimme im Mährischen Landtag nahm er politischen Einfluss. Er galt als konservativer Bewahrer kirchlicher Rechte, zugleich Förderer sozialer und kultureller Entwicklung Mährens. Er starb am 20. August 1892 in Hochwald und wurde in der von ihm renovierten Kathedrale beigesetzt.
Ernest Maria Müller war ein bedeutender Moraltheologe und Kirchenfürst des 19. Jahrhunderts, dessen gesamtes priesterliches und wissenschaftliches Leben in der Erzdiözese Wien verwurzelt war. Nach seinem Theologiestudium in der kaiserlichen Residenzstadt empfing er am 19. Juli 1847 die Priesterweihe und gehörte damit zum Diözesanklerus von Wien.
Er entwickelte sich rasch zu einer intellektuellen Größe der Wiener Kirche: Nach seiner Promotion zum Doktor der Theologie wirkte er als Professor für Moraltheologie an der Universität Wien. Sein dreibändiges Standardwerk Theologia moralis entstand in dieser Zeit und machte ihn weit über die Grenzen der Diözese hinaus als führenden Fachvertreter bekannt. Neben seiner akademischen Laufbahn übernahm Müller zentrale Aufgaben in der Wiener Priesterausbildung.
Als Regens leitete er ab 1863 das Wiener Priesterseminar und wurde 1864 zum Ehrendomherrn der Erzdiözese ernannt. Diese Wiener Jahre, in denen er als Erzieher und Vordenker der künftigen Priestergeneration wirkte, legten den Grundstein für seine spätere Berufung zum Bischof von Linz im Jahr 1885. Seine Weihe durch den Wiener Erzbischof Cölestin Josef Ganglbauer im Stephansdom unterstrich seine lebenslange Bindung an seine Heimatdiözese.
Auch wenn er in seinen letzten Lebensjahren den Weiterbau des Linzer Mariendoms vorantrieb, blieb er seinem Wesen nach ein Wiener Gelehrtenpriester, der die moraltheologischen Grundlagen seiner Zeit maßgeblich mitgeprägt hatte.
Athanasius Zuber, am 2. Januar 1824 in Wien geboren, trat nach dem Schottengymnasium den Kapuzinern bei. 1851 reiste er als Missionar nach Indien; 1854 wurde er Apostolischer Vikar von Patna und Titularbischof.
Unter schwierigen Bedingungen baute er die Mission in Benares auf, warb in Europa Mittel und Religiosen (u. a. Englische Fräulein) ein. Der indische Aufstand von 1857 traf sein Vikariat hart; er entkam nur knapp. Von Tropenkrankheit gezeichnet, kehrte er 1860 nach Europa zurück, lebte in Kapuzinerklöstern in Linz und Gmunden und wirkte trotz Krankheit weiter als Weihbischof. Er starb am 14. Mai 1872 im Alter von 48 Jahren. Sein Einsatz ist im Glasfenster des Linzer Doms verewigt – ein Zeugnis österreichischer Missionsgeschichte.
Ferdinand Stanislaus Pawlikowski wurde am 28. April 1877 in Wien geboren. Trotz einer zunächst lückenhaften Schullaufbahn empfing er am 5. Juli 1903 in Trient die Priesterweihe. Er setzte seine Studien in Rom fort und wurde dort 1907 promoviert. Ein Jahr später trat er in den Dienst der k.u.k. Militärseelsorge ein. Während des Ersten Weltkrieges wirkte er im Feldvikariat in Wien und organisierte nach dem Zusammenbruch der Monarchie die Fortführung der Seelsorge im neuen Bundesheer. Im Jahr 1920 wurde er zum Heerespropst ernannt und baute in den folgenden Jahren eine umfassende Militärseelsorge sowie den Katholischen deutschen Reichs-Soldatenbund auf.
Am 26. April 1927 wurde Pawlikowski zum Fürstbischof von Seckau ernannt. In der politisch instabilen Zwischenkriegszeit vertrat er dezidiert christlichsoziale Positionen und forcierte zugleich die pastorale Modernisierung, etwa durch den Bau des Priesterseminars und die Durchführung der Diözesansynode von 1936.
Dem Nationalsozialismus stand er ablehnend gegenüber, weshalb ihn das Regime im März 1938 kurzzeitig in Haft nahm. In seinen späteren Hirtenworten blieb er jedoch teils antijudaistischen Traditionen verhaftet. Nach 1945 setzte er sich energisch für die Wiedererlangung kirchlicher Rechte und die Versorgung von Flüchtlingen ein.
Mit dem „Mariazeller Manifest“ von 1952 bereitete er den Rückzug der Kirche aus der Parteipolitik vor. Auf diskreten Wunsch des Vatikans bat er 1953 um seinen Rücktritt und wurde zum Titularerzbischof von Velebusdus ernannt. Er starb am 31. Juli 1956 in Graz und wurde in Frauenberg bei Leibnitz beigesetzt. Er blieb als der letzte Bischof in Erinnerung, der den Titel eines Fürstbischofs von Seckau bis zu seiner Resignation führte.