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Papst Johannes Paul II., Stanislaus / Stanislaw Dziwisz.
Rupprecht@kathbild.at, Franz Josef Rupprecht / Papst Johannes Paul II., Stanislaus / Stanislaw Dziwisz.
18.12.2025
Heilige & Selige

Heiliger Johannes Paul II. (22. Oktober)

Am 27. April 2014 wurde Papst Johannes Paul II. gleichzeitig mit Papst Johannes XXIII. heilig gesprochen. Er leitete die Weltkirche über 26 Jahre. Es war das zweitlängste Pontifikat der 2.000-jährigen Kirchengeschichte. 104 Auslandsreisen führten ihn in 129 Länder der Welt.

Der Pole Karol Wojtyla war der erste nichtitalienische Papst nach 455 Jahren. Er trug entscheidend zur politischen Wende in Europa von 1989 bei. Zudem setzte er sich mit Nachdruck für die Ökumene, für eine Aussöhnung mit dem Judentum und für einen Dialog mit dem Islam ein. Wegen seiner 104 Auslandsreisen, spektakulärer Initiativen und Gesten sowie seines Einsatzes für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit verschaffte er der katholischen Kirche und dem Papsttum weltweites Ansehen. So galt Johannes Paul II. als einer der schärfsten Kritiker des Irak-Krieges.

 

Geboren im südpolnischen Wadowice

Karol Wojtyla wurde am 18. Mai 1920 im südpolnischen Wadowice als Sohn eines Offiziers geboren. In den Kriegsjahren und während der deutschen Besatzungszeit arbeitete er als Werksstudent in einer Fabrik und studierte im Untergrundseminar in Krakau Theologie. 1946 wurde er zum Priester, 1958 - noch unter Pius XII. - zum Bischof geweiht. 1964 machte Paul VI. ihn zum Erzbischof von Krakau und drei Jahre später zum Kardinal.

 

Am 16. Oktober 1978 wurde Karol Wojtyla als dritter Pontifex des damaligen "Drei-Päpste-Jahres" an die Spitze der Weltkirche gewählt, sechs Tage später trat er sein Amt offiziell an. Wie bereits seine unmittelbaren Vorgänger verzichtete er auf eine Inthronisation oder Krönung. Johannes Paul II. war der 265. Nachfolger des Apostels Petrus. Zu den herausragenden Ereignissen seines Pontifikats zählten die 104 Auslandsreisen in 129 Länder der Welt. Dreimal besuchte Johannes Paul II. auch Österreich: 1983, 1988 und zuletzt 1998.

 

Johannes Paul II. veröffentlichte 14 Enzykliken und zahlreiche andere Lehrschreiben. Große Beachtung fanden seine Dokumente zur katholischen Soziallehre und zur Einheit der Christen. Er berief 15 Bischofssynoden ein; zudem proklamierte er rund 1.800 Heilige und Selige, mehr als all seine Vorgänger zusammen. Zu den Höhepunkten seines Pontifikats zählte das Heilige Jahr 2000, zu dem rund 30 Millionen Pilger nach Rom kamen.

 

1981 schwer verletzt durch Attentat

Bei einem Attentat des Türken Ali Agca wurde Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 durch Schüsse schwer verletzt, überlebte aber dank seiner robusten Konstitution. Nach einem Sturz und einer Hüftoperation 1994 war er zunehmend gehbehindert. Als Spätfolgen des Attentats musste er sich mehreren Darmoperationen unterziehen. Im Alter von 74 Jahren machte sich zudem erstmals die Parkinsonsche Krankheit bemerkbar. Sie sollte später seine Sprechfähigkeit immer stärker einschränken. I

 

n seinem Pontifikat führte Johannes Paul II. zahlreiche Neuerungen in der Kirchenleitung und der päpstlichen Amtsführung ein. Er setzte sich auch über das Protokoll und die Normen der römischen Kurie hinweg.

 

Der Papst in der Synagoge

Als erster Papst besuchte er 1986 die jüdische Synagoge in Rom. Als Sensation galten die interreligiösen Friedensgebete, zu denen er 1986, 1993 und 2002 Religionsführer aus aller Welt nach Assisi einlud. 1983 gab er eine neue Fassung des Kirchenrechts heraus. 1992 erschien der Katechismus für die katholische Weltkirche. Nach den Terroranschlägen von 2001 bemühte sich Johannes Paul II. verstärkt um einen Dialog mit dem Islam.

 

Der Besuch Johannes Pauls im Heiligen Land im Jahr 2000 trug neben dem Synagogenbesuch von 1986 stark zur Aussöhnung zwischen der Kirche und dem Judentum bei. Zu seinen wichtigsten Reisen gehörte die Visite 1998 in Kuba. Wichtige Stationen waren auch seine ersten Reisen in mehrheitlich orthodoxe Länder. Seinen Herzenswunsch nach einer Reise nach Moskau konnte er infolge Widerständen des dortigen orthodoxen Patriarchats nicht mehr realisieren. Auch ein Besuch in Peking blieb ihm versagt.

 

Kritik wegen Bischofsernennungen

Kritisiert wurde der Papst insbesondere wegen seiner Haltung in Moralfragen, zur Interkommunion und auch wegen einiger Bischofsernennungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In seine Amtszeit fiel 1988 die Abspaltung der Traditionalisten unter dem früheren Erzbischof Marcel Lefebvre, die die kirchlichen Reformen nach dem Zeiten Vatikanischen Konzil nicht mitvollziehen wollten.

 

Die letzten Worte Anfang

2005 verschlechterte sich der Gesundheitszustand des 84-Jährigen dramatisch. Am 1. Februar 2005 wurde er mit einer Kehlkopfentzündung und Atemnot in die Gemelli-Klinik in Rom gebracht. Nach seiner Entlassung am 10. Februar musste er am 24. Februar abermals eingeliefert und ein Luftröhrenschnitt vorgenommen werden. Am 13. März 2005 kehrte Johannes Paul II. in den Vatikan zurück. Er zeigte sich am 20. und 23. März am Fenster seines Arbeitszimmers den Gläubigen auf dem Petersplatz und spendete von dort am Ostersonntag (27. März) stumm den Segen Urbi et Orbi. Am 30. März 2005 ließ sich der Papst dort zum letzten Mal sehen. Er wurde bereits durch eine ständige Sonde in der Nase künstlich ernährt.

 

Am folgenden Tag fieberte er und empfing die Krankensalbung. Am 2. April 2005 gegen 15.30 Uhr sprach er mit sehr schwacher und gebrochener Stimme auf Polnisch seine letzten Worte: "Lasst mich ins Haus des Vaters gehen!". Kurz vor 19 Uhr fiel er ins Koma. Er starb um 21.37 Uhr.

 

Selig- und Heiligsprechung

Seliggesprochen wurde Johannes Paul durch seinen Nachfolger Benedikt XVI. am 1. Mai 2011.

 

Die Heiligesprechung fand am 27. April 2014 durch Papst Franziskus auf dem Petersplatz statt. Auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. nahm zusammen mit rund eine Million Menschen vor Ort teil. Sein Gedenktag ist der 22. Oktober.

Österreichbesuche von Papst Johannes Paul II.

Drei Mal 1983, 1988 und 1998 besuchte Papst Johannes Paul II. Österreich. Die Visiten waren für ihn auch Brücke zu Osteuropa.

 

Ein Freund Österreichs

Der polnische Papst war ein ausgesprochener Freund Österreichs, wenn auch seine Sicht sehr stark vom Faktor des katholisch-habsburgischen Glanzes geprägt war. Während des 19. Jahrhunderts und bis 1918 war die polnische Provinz Galizien der östlichste Teil des Habsburgerreichs. Sie erstreckte sich bis zur ukrainischen Stadt Lwow, die die Österreicher Lemberg nannten. Hauptstadt Galiziens war aber Krakau, die Stadt Karol Wojtylas.

 

Österreich war die führende katholische Macht dieser Zeit. Am Konklave von 1903 gab der Krakauer Erzbischof Kardinal Puzyna den Ausschlag. Durch sein Veto verhinderte er die Wahl des liberalen Kardinals Mariano Rampolla und sicherte die Wahl von Pius X., des "Hammers der Modernisten".

 

Der Vater von Johannes Paul II. diente im Ersten Weltkrieg in der österreichisch-ungarischen Armee. Die Nostalgie hinsichtlich des verschwundenen österreichisch-ungarischen Reiches hing auch in der kommunistischen Zeit über Krakau. Im Vergleich zu den russischen oder preußischen Teilen Polens war die Region von Krakau relativ frei. Die polnische Kultur stand in Blüte, und ambitionierte junge Männer konnten vorankommen, wenn sie einen Dienst in der Monarchie ergreifen wollten, in der Armee oder in der Kirche. Sie schauten auf Wien als ihre intellektuelle Hauptstadt.

 

Diese Sicht blieb auch für den Erzbischof Wojtyla prägend. Bei der Reise zum Konzil nach Rom kam er nach Wien und lernte Kardinal König kennen. Später führten drei seiner Auslandsreisen in 129 Länder der Welt Johannes Paul II. nach Österreich. Das war 1983, 1988 und zuletzt 1998.

Österreich als Brücke zwischen Ost und West

Dabei war immer auch der Blick über die Grenzen Österreichs hinaus - insbesondere nach Osteuropa - prägend, hatte sich Wien in der König-Ära doch als Brückenpfeiler zu den Christen jenseits des "Eisernen Vorhangs" etabliert. Bereits am 10. September 1983 bei einer Europa-Vesper am Heldenplatz bezeichnete der Papst Österreich als "Spiegel und Modell" Europas.

 

Leider sei nicht ganz Europa "frei von fremder Herrschaft und kriegerischer Auseinandersetzung, frei von unmittelbarer äußerer Bedrohung, unbelastet von hasserfüllten inneren Auseinandersetzungen", sagte er damals. Er schickte einen Gruß an alle Nachbarn Österreichs und erinnerte an die Evangelisierung des Kontinents "vom Atlantik bis zum Ural, von der Nordsee bis zum Mittelmeer" sowie an die Menschenrechte.

 

Bei seiner Visite 1988 rief Johannes Paul II. dann mehrfach zu einer Neuevangelisierung ganz Europas auf. Im Gegensatz zu 1983 hatten sich in diesem Jahr die Grenzen zu den kommunistischen Nachbarländern bereits einen Spalt geöffnet. Zum Papstgottesdienst im burgenländischen Trausdorf kamen rund 50.000 Ungarn, 15.000 Kroaten sowie Tschechen, Slowaken und Polen, zur Drei-Länder-Wallfahrt in Gurk Tausende Slowenen. In Trausdorf plädierte der Papst für einen "schöpferischen Erneuerungsprozess für ein geeintes Europa" und unterstrich die "Brückenfunktion" Österreichs zu Osteuropa.

 

1998 hielt Johannes Paul II. bei einer Rede in der Wiener Hofburg ein eindringliches Plädoyer für die Ost-Erweiterung der Europäischen Union (EU). Den "Baumeistern Europas" stehe noch die große Aufgabe bevor, "aus einer westeuropäischen Wohlstandsinsel eine gesamteuropäische Zone der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens zu schaffen", sagte er. Dabei würden "materielle Opfer für die wohlhabenderen Länder unvermeidlich sein, um das unmenschliche Wohlstandsgefälle innerhalb Europas allmählich abzuflachen".

1983 war "fröhliches Glaubensfest"

Die erste Papstvisite und der gleichzeitig abgehaltene Katholikentag vom 10. bis 13. September 1983 in Wien war - wie auch die Zeitungskommentatoren damals einhellig feststellten - ein großes und "fröhliches Glaubensfest", bei dem Differenzen und Misstöne weitgehend im Hintergrund blieben. Das Motto hatte gelautet "Hoffnung leben - Hoffnung geben". Die österreichischen Bischöfe hatte Johannes Paul II. damals zu einem "neuen Leitungsstil" ermutigt, der "den Gläubigen näher ist". In Mariazell kam es zu einer Begegnung des Papstes mit rund 7.000 Priestern und Ordensleuten.

1988: Warnung vor "aggressiver Kritik in der Kirche"

Auch bei seinem zweiten Besuch in Österreich vom 23. bis 27. Juni 1988 unter dem Motto "Ja zum Glauben - ja zum Leben" war Johannes Paul II. herzlich empfangen worden. Die innerkirchlichen Spannungen, die damals bereits deutlicher zutage traten als 1983, fanden allerdings auch in den Reden des Papstes ihren Widerhall. So warnte er vor "aggressiver Kritik in der Kirche" und vor "erbitterter Konfrontation unter den Christen selbst" und forderte Bereitschaft zum Gespräch untereinander.

 

Die Bischöfe, die "durch göttliche Vorsehung" bestellt seien, mahnte der Papst, das kostbare Gut des Glaubens zu hüten und Verflachungen entgegenzuwirken. Hintergrund der mahnenden Papstworte waren unter anderem die Auseinandersetzungen um die Bischofsernennungen in den Jahren zuvor. Hans Hermann Groer war im September 1986 zum Erzbischof von Wien geweiht worden, Kurt Krenn im April 1987 zum Wiener Weihbischof.

1998 - Schatten der "Affäre Groer"

Bei seiner dritten Pastoralvisite fand der Papst eine Kirche vor, die von den Auseinandersetzungen und Nachwirkungen der "Affäre Groer" geprägt war. Johannes Paul II. ging auf die Kirchenkrise nur indirekt ein, was manchen als zu wenig erschien. Allerdings rief er Österreichs Bischöfe auf, Vorbilder für ihre Gläubigen zu sein und den Dialog zu pflegen - in Anspielung an den von den Bischöfen in Reaktion auf das "Kirchenvolks-Begehren" initiierten "Dialog für Österreich". Die Vollmacht, die die Bischöfe "im Namen Christi persönlich ausüben, sei nicht auf das Herrschen ausgerichtet, sondern nimmt Maß am Beispiel des guten Hirten, der nicht gekommen ist, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen", betonte der Papst. Jedem Bischof sei deshalb das Wort des heiligen Petrus gesagt: "Seid nicht Beherrscher eurer Gemeinden, sondern Vorbilder für die Herde!"

 

Die Katholiken in Österreich hatten auf einen vierten Besuch Johannes Pauls II. im Jahr 2004 gehofft. Anlass wäre der Höhepunkt und Abschluss des Mitteleuropäischen Katholikentags - die "Wallfahrt der Völker" am 22./23. Mai in Mariazell - gewesen. Johannes Paul II. ernannte aber schließlich Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano zu seinem Legaten für die Feierlichkeiten in Mariazell.

Seligsprechungen von Österreichern

Akzente setzte der Papst auch mit den Seligsprechungen von Österreicherinnen und Österreichern, unter denen die von den Nazis ermordete Wiener Märtyrerin Sr. Restituta Kafka (1998), der burgenländische Armenarzt Ladislaus Batthyany-Strattmann (2003) und schließlich der letzte Habsburgermonarch Karl I. (2004) herausragen.

 

Eine weitere, auch international sehr beachtete Seligsprechung wurde unter Johannes Paul II. vorbereitet, konnte aber erst 2007 von seinem Nachfolger Benedikt XVI. abgeschlossen: jene des von den Nationalsozialisten enthaupteten oberösterreichischen Märtyrers Franz Jägerstätter (1907-1943).

Bleibende Worte von Johannes Paul II. bei seinen Österreichbesuchen

"Eure Familien mögen 'Hauskirchen' sein" - Zitate aus Ansprachen und Predigten bei den Papstbesuchen 1983, 1988 und 1998

 

Erster Pastoralbesuch unter dem Motto "Hoffnung leben - Hoffnung geben", 10.-13.9.1983
Europavesper auf dem Wiener Heldenplatz, 10.9.1983: "Unter dieses Kreuz stellen wir Österreich; unter dieses Kreuz stellen wir Europa. Denn 'allein im Kreuz ist Hoffnung'. Österreich zeigt exemplarisch, wie eine Vielzahl von Volksstämmen auf begrenztem Raum spannungsreich und schöpferisch zusammenleben und in der Vielfalt eine Einheit schaffen kann. Hierin ist Österreich ein Spiegel und ein Modell Europas. Die Jünger Mohammeds, die damals als Feinde vor den Toren eurer Hauptstadt lagerten, sie leben jetzt mitten unter euch und sind uns in ihrer gläubigen Verehrung des einen Gottes nicht selten ein Vorbild."

Begegnung mit der Jugend im Wiener Praterstadion, 10.9.1983: "Habt keine Angst, euch in eurem Milieu als Christen zu bekennen. Ich bin überzeugt, dass ihr keine Kirche wollt, die die Forderungen Jesu verkürzt oder die Schätze des Glaubens zu billigen Preisen veräußert. Verschreibt euch nicht dem Motto 'Alles oder nichts', sondern habt Mut und Geduld zu kleinen Schritten."

Ökumenische Begegnung im Erzbischöflichen Palais, Wien, 11.9.1983: "Der Prozess der Versöhnung unter den Christen der verschiedenen Traditionen hat zu sichtbaren Ergebnissen geführt, die verheißungsvoll stimmen und auch als beispielhaft gelten können."

Festgottesdienst im Donaupark, Wien, 11.9.1983: "Eine Gesellschaft, die Verantwortung, Gesetz und Gewissen bagatellisiert, bringt die Fundamente des menschlichen Lebens ins Wanken. Im Zentrum der frohen Botschaft steht die Wahrheit von der Umkehr: Umkehr ist möglich, und Umkehr ist nötig! Christliche Familie! Werdet wieder eine betende Familie!"

Besuch im Haus der Barmherzigkeit, Wien, 11.9.1983: "Die Krankenzimmer dienen einem Volk nicht weniger als die Klassenzimmer und die Hörsäle. Eine Welt ohne Kranke wäre ärmer an gelebter Mitmenschlichkeit."

Empfang in der Hofburg, Wien, 11.9.1983: "Wie in der Vergangenheit erfüllt Österreich auch in der Gegenwart vielfach die Funktion des Brückenschlags zwischen den Völkern."

Gottesdienst mit dem Laienapostolat im Stephansdom, Wien, 12.9.1983: "Der Laie ist zugleich Zeichen des Heils in der Welt und Brücke zwischen Welt und Kirche."

Begegnung mit Kunst und Wissenschaft in der Hofburg, Wien, 12.9.1983: "Die Kirche bekennt den kühnen Glauben, dass der Mensch ein Bild Gottes ist und dass er bei Gott seine ewige Zukunft hat. Alle Wissenschaft vollendet sich als Wissenschaft von Menschen und für den Menschen."

Besuch in der UNO-City, Wien, 12.9.1983: "Eingebettet in die Liebe Gottes ist der Mensch Maß und Ziel aller Anstrengungen, die wir in dieser Welt unternehmen."

Begegnung mit Arbeitnehmern, Am Hof, Wien, 12.9.1983: "Für das Gastland und seine Bevölkerung ergibt sich die Aufgabe, die Arbeiter aus der Fremde zuerst als Menschen aufzunehmen und ihnen brüderlich zu begegnen. Der Mensch ist Abbild Gottes und ist nicht nach seiner Arbeit zu bewerten. Arbeitslosigkeit darf daher niemals als persönlicher Makel gesehen werden."

Wallfahrt nach Mariazell, 13.9.1983: "Die von Priestern und Ordensleuten um des Himmelreiches Willen gewählte Ehelosigkeit macht euch freier für die Gemeinschaft mit Christus und den Dienst an den Menschen."
Zweiter Pastoralbesuch unter dem Motto "Ja zu Glauben - Ja zum Leben", 23.-27.6.1988:
Ankunft in Wien-Schwechat, 23.6.1988: "Nur ein entschlossenes Ja zum Glauben wird euch dazu befähigen, ein ebenso entschiedenes Ja zum Leben in allen seinen Formen und Phasen zu sagen und durchzuhalten."

Vespergottesdienst im Stephansdom, Wien, 23.6.1988: "Unser ganzer sogenannter christlich-europäischer Kontinent bedarf heute der Neu-Evangelisierung."

Ansprache an Politiker in der Hofburg, Wien, 23.6.1988: "Man darf sich niemals damit abfinden, dass Staaten oder Völker, besonders wenn sie benachbart sind, sich gleichsam fremd und beziehungslos gegenüberstehen. Unser ganzer europäischer Kontinent bedarf eines schöpferischen Erneuerungsprozesses für ein einiges Europa."

Begegnung mit der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, 24.6.1988: "Der Prozess der vollen Versöhnung zwischen Juden und Christen muss mit aller Kraft weitergeführt werden."

Festgottesdienst in Trausdorf an der Wulka, 24.6.1988: "Die Geschichte lehrt uns, dass Menschen und Völker, die ohne Gott auszukommen glauben, stets der Katastrophe der Selbstzerstörung preisgegeben sind."

Begegnung mit den österreichischen Bischöfen, Salzburg, 24.6.1988: "Gesunde Theologie setzt das Mitglauben und Mitleben mit der Kirche voraus; sie braucht den Raum des Gebetes."

Fest der Begegnung in Lorch, 25.6.1988: "Habt Freude an euren Kindern, nehmt das Geschenk eines neu entstandenen Lebens an, weigert euch, Leben abzubrechen. Hütet den Sonntag und die Feiertage zum Heil für euch selbst und für euer Land!"

Eucharistiefeier in Gurk, 25.6.1988: "Ihr tut gut daran, eure schönen Kirchen zu erhalten. Noch wichtiger ist es, selbst Kirche zu sein."

Begegnung mit Alten, Kranken und Behinderten, Salzburg, 26.6.1988: "Es darf keine Einteilung des menschlichen Lebens in lebenswertes und unwertes Leben geben. Diese Einteilung hat vor Jahrzehnten in die schlimmste Barbarei geführt."

Jugendbegegnung in Salzburg, 26.6.1988: "Der mündige Christ muss die wichtigsten Problemstellungen und Antworten der christlichen Glaubenslehre kennen. Widersetzt euch allem, was eure Geschlechtlichkeit von der Liebe trennen will."

Begegnung mit Wissenschaft, Kunst und Publizistik, Salzburg, 26.6.1988: "Wissen muss sich wieder mit Weisheit und mit Glauben verbinden. Die Resignation gegenüber der Wahrheitsfrage muss überwunden werden."

Gottesdienst am Berg Isel, 26.6.1988: "Heimat, nach der sich jeder von uns sehnt, wächst dort, wo Menschen einander gut sind und füreinander eintreten, wo sie einander ertragen auch in ihren Schwächen."
Dritter Pastoralbesuch unter dem Motto "Komm Schöpfer Geist", 19.-21.6.1998:
Ansprache bei der Ankunft am Flughafen Salzburg, 19.6.1998: "Um das neue Europa aufzubauen, werden viele Hände gebraucht, besonders aber Herzen, die nicht nur für Gewinn und Geld schlagen, sondern für Gott um des Menschen Willen. Die Architekten des europäischen Hauses können auf das christliche Menschenbild zurückgreifen (...) Ohne diesen Maßstab ist das im Bau befindliche europäische Haus in Gefahr, aus den Fugen zu geraten und auf Dauer keinen Bestand zu haben."

Eucharistiefeier im Salzburger Dom, 19.6.1998: "Tretet nicht aus, sondern tretet auf - für die Frohe Botschaft, die auch die Dunkelheit unseres Lebens erleuchten kann."

Begegnung mit staatlichen Autoritäten und Diplomaten in der Hofburg, Wien, 19.6.1998: "In der Geografie Europas ist Österreich nach vielen Jahrzehnten vom Grenzland zum Brückenland geworden. Die Verschiedenheit der östlichen und westlichen Traditionen wird die Kultur Europas bereichern (...) jene beiden Lungen, ohne die Europa nicht atmen kann."

Gottesdienst im Landhauspark, St. Pölten, 20.6.1998: "Letztlich kann ein Priester nur von einem Priester ersetzt werden. Das Priestertum ist kein Auslaufmodell, sondern eine Berufung mit Zukunft! Eure Familien mögen 'Hauskirchen' sein, in denen die Kinder lernen, den Glauben zu leben und zu feiern."

Seligsprechungsgottesdienst auf dem Heldenplatz, Wien, 21.6.1998: "Man kann uns Christen vieles nehmen. Aber das Kreuz als Zeichen des Heils lassen wir uns nicht nehmen. Die Kirche von heute braucht keine Teilzeitkatholiken, sondern Vollblutchristen."

Begegnung mit den österreichischen Bischöfen, Wien, 21.6.1998: "Ohne Bereitschaft, sich zur Wahrheit bekehren zu lassen, verkümmert jeder Dialog. Ich lege euch die Bitte ans Herz: Gebt den Dialog nicht auf!"

Besuch im Hospiz der Caritas Socialis, Wien, 21.6.1998: "Es muss wieder klar werden, dass das Leben ein Geschenk ist, das der Mensch in seiner Verantwortung vor Gottes Angesicht führen soll."

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