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Pauline Marie Jaricot
missio.at / Pauline Marie Jaricot
18.12.2025
Heilige & Selige

Selige Pauline Marie Jaricot (9. Jänner)

Pauline Jaricot ist nicht nur die Gründerin wichtiger Missionseinrichtungen im 19. Jahrhundert. Sie hat auch eine geniale Idee die ganze Welt ins Gebet hinein zu nehmen: der lebendige Rosenkranz. Einige Beter, die jeweils nur 10 Ave Maria beten bilden eine Rose eines Rosenkranzes. Weltweit blühen Millionen solcher Rosen. Wer war die Frau, die diese Idee hatte?

Pauline Marie Jaricot wird am 22. Juli 1799 als jüngstes von sieben Kindern in eine Familie von Seidenfabrikanten in Lyon geboren. Sie weiht ihr Leben Gott und gründet sehr jung das künftige Werk der Glaubensverbreitung zur Unterstützung der Mission. Ihr Engagement für die Arbeiter treibt sie in den Ruin. So lässt sich ihr Leben kurz umschreiben.

 

Doch was prägt diese Frau, dass sie so einen Lebensweg beschreitet? Pauline wird im letzten Jahr der Französischen Revolution geboren, in ein Zeitalter, das von den Schrecken des Terrors erschüttert ist. Durch die Kirche geht der Riss zwischen den Konstitutionspriestern des Staates, die sich mit dem Zeitgeist verbünden, und den Priestern in Treue zu Rom. Damals drohte in Frankreich eine nachhaltige Entchristianisierung. In dieser Situation verstärken die Laien in der Kirche ihr Engagement und es kommt zu einer tiefgreifenden spirituellen Erneuerung.

 

Lebenswende mit 17 Jahren

Als die Mutter stirbt, deutet noch nichts im Leben der siebzehnjährigen Pauline darauf hin, dass ihr Leben in eine ganz andere Richtung gehen wird als es für eine junge Frau aus bürgerlichem Haus üblich ist. Sie vergnügt sich auf Bällen. Ihrer Kleidung sieht man an, dass sie eine Seidenhändlerstochter ist. Stets sind es die schönsten Stoffe, die modernsten Schnitte, die Pauline zum Mittelpunkt der allgemeinen Bewunderung machen. Und sie gefällt sich darin. Auf keiner gesellschaftlichen Veranstaltung will sie fehlen.

 

Doch eine Predigtreihe verändert ihr Leben. „Es ist mir so schrecklich", schreibt sie, „mit meinen Gewohnheiten von Luxus und Eleganz zu brechen, dass ich in den ersten Monaten meiner Bekehrung  jedes Mal grausam leide, wenn ich mich in meiner lächerlichen Aufmachung in der Öffentlichkeit zeige." Der äußeren Veränderung entspricht eine radikale innere Umkehr: Anstatt an gesellschaftlichen Unterhaltungen teilzunehmen, besucht sie unheilbar Kranke in den Spitälern und pflegt sie. In der Kapelle von Fourvière legt sie in der Weihnachtsnacht 1816 ein Privatgelübde ab, Jungfrau zu bleiben. Zu diesem Zeitpunkt ist sie gerade 17 Jahre alt.

 

Die neuerwachte Begeisterung für die Mission erfasst auch die junge Pauline Jaricot. Sie will den christlichen Glauben möglichst vielen Menschen nahe bringen. Mit erst achtzehn Jahren gründet sie die „Societé pour la Propagation de la Foi", den Vorläuferverein des Päpstlichen Missionswerks der Glaubensverbreitung.

 

Beten und spenden

Jeder Unterstützer sollte täglich ein kurzes Gebet für die Mission sprechen und wöchentlich einen "Sou" spenden. Pauline will damit allen Missionen weltweit ohne Unterschied helfen. Es geht um die universale Sendung der Kirche, nicht nur um französische Missionare. Und Pauline begreift, dass Mission als Weitergabe der „Frohen Botschaft" nur gelingt, wenn auch alle, die die Mission unterstützen, von der Freude des Evangeliums erfasst sind, wie es Papst Franziskus auch so oft betont.

 

Idee des lebendigen Rosenkranzes

Den Rosenkranz, der ja das Evangelium kompakt in sich trägt, erkennt sie als Mittel dazu. 1826 gründet sie den „Lebendigen Rosenkranz", eine alle Kontinente umspannende Gebetsliga. Dabei verpflichten sich insgesamt 15 Beter (eine „Rose"), je ein Gesätzchen der damals drei Rosenkränze (freudenreicher, schmerzhafter und glorreicher) zu beten. Da jedes Mitglied weitere Beter anwirbt, wächst die Gebetsgemeinschaft rasch. Innerhalb weniger Jahre beten 15 Prozent der damaligen Bevölkerung Frankreichs, den „Lebendigen Rosenkranz".

 

Paulines soziales Engagement

1845 erwarb Pauline, der das Los der Arbeiterschaft sehr am Herzen lag, eine Fabrik, die sie nach gerechten, sozialen Grundsätzen führen wollte. Mit ihrer Vision von gerechten Arbeitszeiten und Löhnen, freundlichen Arbeiterwohnheimen und Gewinnbeteiligung durch die Arbeiter nimmt sie wesentlichen Forderungen der katholischen Soziallehre vorweg, wie sie 1891 von Papst Leo XIII. in der Enzyklika "Rerum Novarum" formuliert werden sollten.

 

Doch Pauline sitzt zwei Betrügern auf und verliert so ihr ganzes Vermögen. Pauline stirbt mit 62 Jahren einsam, verarmt und krank, aber keineswegs verbittert. Nach ihrem Tod im Jahr 1862 erhielt sie ein Armenbegräbnis.

 

Die „Ehrwürdige Dienerin Pauline Jaricot" wurde 2022 selig gesporchen. Ihr Gedenktag ist der 9. Jänner. 

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