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Heiliger Ignatius von Loyola
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02.01.2026
Heilige & Selige

Heiliger Ignatius von Loyola (31. Juli)

Am 31. Juli 1556 starb in Rom Iñigo López Oñaz de Recalde y Loyola, bekannter unter dem Namen Ignatius von Loyola. Er ist als Gründer der Gesellschaft Jesu (Jesuiten), der bis heute größten Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche bekannt. Sein Todestag ist zugleich sein liturgischer Gedenktag.

Iñigo wurde 1491 auf dem elterlichen Schloss in Azpeitia im Königreich Navarra geboren. Früh verwaist, wuchs er im adeligen Milieu auf und wurde  leidenschaftlicher Soldat. Bei der Verteidigung der Stadt Pamplona erlitt er am 20. Mai 1521 eine schwere Beinverletzung, Die lange Genesungszeit veränderte sein Leben.

 

Auf der Suche nach Lektüre fand er ein Buch über das Leben Jesu und ein weiteres über Heilige. Hin und her gerissen zwischen seinen Tagträumen, die ihn unruhig und unzufrieden machten, und der Lektüre, die ihn positiv stimmte, entdeckte er an sich selbst, was er später unter dem Begriff „Unterscheidung der Geister“  weitergab.

 

Ignatius: „Gott in allen Dingen finden“

In der Abtei von Montserrat legte er eine umfangreiche Lebensbeichte ab und hinterließ vor dem Bild der Gottesmutter sein Schwert. Daraufhin zog er sich in eine Höhle an einem kleinen Fluss in Manresa nieder, wo er zehn Monate lang ein radikal asketisches Leben führte. In diesen Monaten entstand auch die Urform seines Exerzitienbuches. Die Erfahrung dieser Jahre fasste er in einem Satz zusammen, der seine Spiritualität am besten auf den Punkt bringt: „Gott in allen Dingen finden“

 

1523/24 machte sich Ignatius, wie er sich bald aus Verehrung für den frühchristlichen Märtyrer  nannte, auf den Weg ins Heilige Land, um dort zu bleiben. Mit diesem Vorhaben scheiterte er aber an den bereits ansässigen Franziskanern, die ihn unter Androhung der Exkommunikation zwangen, zurückzukehren.

 

Gemeinschaft um Ignatius

Mittlerweile bereits 33 Jahre alt, holte er den Schulabschluss nach, der ihm den Zugang zum Theologiestudium ermöglichen sollte. Zugleich formte sich bereits ein Kreis um ihn, in dem das Evangelium gelesen und gemeinsam gebetet wurde. Damit geriet Ignatius ins Visier der allgegenwärtigen spanischen Inquisition. In der Folge musste er sein Studium in Paris fortsetzen. Dort teilte er seine Unterkunft mit seinen ersten Gefährten: darunter Franz Xaver, und Peter Faber.Ihnen gab er  seine Methode der Exerzitien weiter.

 

Am 15. August 1534 legte er mit sechs Gefährten in der Kirche Saint Denis auf dem Montmartre die Gelübde der Keuschheit und der Armut ab. Die kleine Bruderschaft hatte das Ziel, im Hl. Land Muslime zum Christentum zu bekehren. Als sie erkannten, dass dies aufgrund der angespannten politischen Lage nicht zu realisieren war, zogen sie nach Rom, um sich in den Dienst des Papstes zu stellen.

 

In Venedig wurde Ignatius am 24. Juni 1537 zum Priester geweiht, feierte aber erst eineinhalb Jahre später, zu Weihnachten 1538 in Santa Maria Maggiore in Rom seine ersten Heilige Messe.

 

Kein klassisches Ordensleben

In Rom wurden Ignatius und seine Gefährten von Papst Paul III. wohlwollend aufgenommen und als Ordensgemeinschaft anerkannt,obwohl ihre Art des Ordenslebens, die auf die klassischen Kennzeichen wie Klostergebäude, Habit, gemeinsames Stundengebet bewusst verzichtete, zunächst verstörend wirkte.

 

Die junge Gemeinschaft war von Anfang an militärisch organisiert. Zentrale Leitung, Gehorsam, ein hohes Maß an (Selbst-)disziplin und flexible Einsatzbereitschaft machten die Gemeinschaft, die sich „Gesellschaft Jesu“ nannte, für die einen verdächtig, für viele andere aber äußerst anziehend.

 

Von Anfang an waren das konkrete Engagement für Arme, Ausgegrenzte, aber auch die Organisation von Bildungseinrichtungen sowie die Mission im Fernen Osten und in den neuen spanischen Kolonien, im Fokus der Jesuiten.

 

Ignatius leitete die sich schnell weltweit ausbreitende Gemeinschaft mittels Briefen, die erzumindest in den ersten Jahren alle eigenhändig verfasste. In diesen buchstäblich tausenden Briefen spiegelt sich seine Leidenschaft für Christus wieder.

 

Gesellschaft Jesu – die Jesuiten

Als Ignatius im Hochsommer 1556 starb, zählte sein Orden  bereits weit über 1.000 Mitglieder weltweit.

 

Der Papst betraute die schnell wachsende, dynamische Gemeinschaft mit der Aufgabe, die Protestanten nördlich der Alpen wieder für die Kirche zu gewinnen.

 

Die Jesuiten erfüllten diese Aufgabe in einer sehr effektiven Weise. Sie erkannten die Notwendigkeit der Ausbildung des Klerus und gründeten das Collegium Romanum und speziell für deutschsprachige Geistliche das Collegium Germanicum.

 

Ihre entscheidende Rolle in der Vorbereitung, Durchführung und Durchsetzung des Konzils von Trient machte die Jesuiten in Mitteleuropa geradezu zum Inbegriff der sogenannten Gegenreformation. Durch Ihre gezielte Konzentration auf soziales Engagement, Bildung und Mission, vor allem aber auf die geistlichen Exerzitien prägen die Jesuiten die Gestalt der katholischen Kirche bis heute.

Weitere Informationen:

 

Gebet des Hl. Ignatius von Loyola - Suscipe

Nimm hin, oh Herr, meine ganze Freiheit
nimm hin mein Gedächtnis, meinen Verstand
und meinen ganzen Willen.
Was ich habe oder besitze,
hast Du mir alles gegeben.
Dir gebe ich alles wieder zurück,
verfüge darüber ganz nach Deinem Wohlgefallen
Deine Liebe allein und Deine Gnade gib mir,
dann bin ich reich genug
und verlange weiter nichts.

(Hl. Ignatius von Loyola)

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