
Das Neue Testament nennt Jakobus den Jüngeren fast ausschließlich im Zusammenhang mit seiner Mutter, einer Frau namens Maria, die bei Kreuzigung und Grablegung Jesu anwesend war (Mt 27,56; Mk 15,40; Mk 16,1; Lk 24,10). Diese Maria wird oft mit Maria des Klopas identifiziert, die im Johannesevangelium erwähnt wird. Zahlreiche Kirchenväter – etwa Hieronymus – sehen in Jakobus, dem Sohn des Alphäus, dieselbe Person wie Jakobus den Gerechten, einen nahen Verwandten Jesu.
So erklärt sich auch, warum manche Quellen ihn als „Bruder des Herrn“ bezeichnen – im Sinn eines nahen Verwandten, nicht eines leiblichen Bruders. Obwohl die Evangelien wenig über seine Tätigkeit berichten, schildert die Tradition Jakobus den Jüngeren als eine Schlüsselgestalt der Urkirche. Nach der Auferstehung wurde er – so bezeugen es frühe Quellen – zu einem „Pfeiler“ der Gemeinde in Jerusalem. Der Apostel Paulus erwähnt ihn ausdrücklich als Zeugen des auferstandenen Christi und als eine der wichtigsten Autoritäten der jungen Kirche.
Viele Überlieferungen nennen ihn den ersten Bischof von Jerusalem. Seine besondere Weisheit und Strenge im jüdischen Gesetz brachten ihm den Ehrennamen „Jakobus der Gerechte“ ein. Berichte von Eusebius und Hegesippus schildern ihn als Asketen, der für seine große Frömmigkeit verehrt wurde. Sein Martyrium im Jahr 62 n. Chr. wird häufig mit der religiösen und politischen Spannung jener Zeit in Zusammenhang gebracht. Nach Josephus wurde er gesteinigt; andere Quellen berichten, man habe ihn vom Tempel gestoßen und anschließend erschlagen.