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Heilige Edith Stein Macarius Tauc: Ikone, in der Kirche St. Martin in Bad Bergzabern
Ökumenisches Heiligenlexikon / Heilige Edith Stein Macarius Tauc: Ikone, in der Kirche St. Martin in Bad Bergzabern
06.01.2026
Heilige & Selige

Heilige Edith Stein (9. August)

Edith Stein, Ordensname Teresia Benedikta vom Kreuz, war eine Wissenschaftlerin auf der Suche nach der Wahrheit; eine Atheistin, die zu Gott fand und eine Märtyrerin für ihren Glauben.

Edith Stein wurde am 12. Oktober 1891 als elftes Kind in einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Breslau geboren. Sie war deutsche Jüdin und bezeichnete sich selbst als Atheistin. Stein studierte Philosophie, Germanistik, Geschichte und Psychologie. Zeitgenossen beschreiben sie als hochintelligente Frau, die leidenschaftlich auf der Suche nach der Wahrheit war.

 

Während des 1. Weltkriegs arbeitete sie als Freiwillige in einem Lazarett, 1916 promovierte sie "summa cum laude". Edith Stein wurde in Freiburg Assistentin beim Philosophen Edmund Husserl, dem Begründer der Phänomenologie. Eine Habilitation wurde ihr als jüdische Frau aber verwehrt. Über die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Phänomen Religion fand sie zu Jesus Christus. Wegbegleitend war dabei die Lektüre der Biografie von Theresia von Ávila.

 

Ordenseintritt im Schatten des Nationalsozialismus

Am 1. Jänner 1922 ließ Edith Stein sich taufen und engagierte sich daraufhin in der katholischen Kirche. Sie unterrichtete in Speyer und Münster, war wissenschaftlich tätig und wurde zu Tagungen und Vorträgen in ganz Europa eingeladen. Vor allem die Bildung der Persönlichkeit und die Berufung von Frauen waren ihr ein Anliegen.

 

Am 14. Oktober 1933 trat Edith Stein schließlich in den Karmel von Köln "Maria vom Frieden" ein und wählte den Ordensnamen „Schwester Teresia Benedicta a Cruce“ – „gesegnete Teresia vom Kreuz“. Sie arbeitete als Pförtnerin und verfasste zahlreiche theologische Werke. 1938 – im Jahr der großen Judenpogrome – legte sie ihr Gelübde ab. Mehrfach versuchte sie die Kirche und den Papst zu einer Stellungnahme gegen den Antisemitismus und die Pogrome der Nazis zu bewegen.

 

Kurze Flucht nach Holland

Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland wurde ihre jüdische Abstammung öffentlich und Edith Stein konnte wegen ihrer jüdischen Herkunft nicht mehr in Deutschland bleiben. Sie floh nach Holland und lebte ab Dezember 1938 im Karmel von Echt. Dort schrieb sie ihre letzte Arbeit, die "Kreuzeswissenschaft", eine Biographie des heiligen Johannes vom Kreuz. Mit der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen wurde es auch hier gefährlich, insbesondere nach der Verlesung eines Hirtenbriefs der katholischen Bischöfe 1942 in niederländischen Kirchen, in denen sie gegen die Judenverfolgung protestierten.

 

Als Reaktion auf den Protest der holländischen Bischöfe wurden am 2. August 1942 alle katholischen Ordensleute jüdischer Herkunft festgenommen. "Komm, wir gehen für unser Volk", sagte Edith zu ihrer Schwester Rosa. Auf eine mögliche Flucht in die Schweiz hatte Edith Stein verzichtet, da sie Schwester Rosa hätte zurücklassen müssen. Die Schwestern wurden zuerst ins KZ Westerbork und von dort nach Auschwitz gebracht. Am 9. August 1942 starb Edith Stein in den Gaskammern von Auschwitz.

 

Patronin Europas

Am 1. Mai 1987 spricht Papst Johannes Paul II. Teresia Benedicta vom Kreuz selig. Am 11. Oktober 1998 wird sie von  Johannes Paul II in Rom heiliggesprochen und zur Patronin Europas erhoben.

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