
Gemeinsam mit seinem Weggefährten Msgr. Otto Mauer leistete Strobl ab der Verfolgungszeit unter dem NS-Regime Pionierarbeit für den Aufbau der katholischen Hochschulseelsorge in Österreich. Generationen von Studenten wurden von der geistigen Weite wie auch der tiefen Gläubigkeit und Kirchenverbundenheit des gebürtigen Weinviertlers geprägt.
Karl Strobl wurde 1908 in Wilhelmsdorf bei Poysdorf als Sohn eines Weinbauern geboren. Er wurde 1931 in Wien zum Priester geweiht und 1938 zum Leiter der Studentenseelsorge in Wien berufen – eine Aufgabe, die er bis 1969 innehatte. Während des Zweiten Weltkriegs bildete er in der Peterskirche einen Kreis des geistigen Widerstands gegen den Nationalsozialismus.
Das von Strobl entwickelte Modell der „Hochschulgemeinde“ bewährte sich nach 1945 in allen österreichischen Hochschulstädten. Ein bleibendes sichtbares Erbe schuf Strobl hier mit dem Haus in der Wiener Ebendorferstraße („Edith-Stein-Haus“), das er in der Nachkriegszeit erworben hatte, um seine Vision eines studentischen Wohn- und Begegnungsortes zu verwirklichen.
Strobl zählte zu den Gründern der Katholischen Hochschuljugend Österreichs, der (nicht mehr bestehenden) Zeitschrift „Wort und Wahrheit“ und des „Forums St. Stephan“, das sich das Gespräch zwischen Wissenschaft, Kunst und Kultur zu Anliegen gemacht hat. Als Erbe von Msgr. Otto Mauer gab er den entscheidenden Anstoß zur Gründung des „Otto-Mauer-Fonds“ und zur Stiftung des „Otto-Mauer-Preises“.
Als langjähriger geistlicher Assistent der Katholischen Aktion Österreichs prägte er auch entscheidend die Katholikentage seiner Zeit mit.