Samstag 21. Februar 2026

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Apostel Matthias Gemälde von Joseph Wannenmacher (Laurentiuskirche – Dornstadt Scharenstetten)
commons wikimedia Von Andreas F. Borchert, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=124818786 / Apostel Matthias Gemälde von Joseph Wannenmacher (Laurentiuskirche – Dornstadt Scharenstetten)
30.01.2026
Heilige & Selige

Apostel Matthias (14. Mai)

Der heilige Matthias, dessen Name „Geschenk Gottes“ bedeutet, gehörte zu den frühen Jüngern Jesu und hatte ihn seit den Tagen Johannes’ des Täufers begleitet.

Nach dem Tod des Judas Iskariot sah sich die junge Jerusalemer Gemeinde vor der Aufgabe, den Apostelkreis wieder zu vervollständigen. Wie in im ersten Kapitel der Apostelgeschichte (Apg 1,15–26) geschildert, führte Petrus die Versammlung von etwa 120 Gläubigen an und erklärte, dass einer gewählt werden müsse, der „von Anfang an Zeuge“ des Wirkens Jesu gewesen war. Die Entscheidung, die im Gebet vorbereitet wurde, fiel zwischen Joseph Barsabbas und Matthias. Man überließ das Ergebnis dem Los, das als Ausdruck des göttlichen Willens verstanden wurde. So trat Matthias an die Stelle des Judas und wurde zum zwölften Apostel – ein Vorgang, der früh bezeugt, wie sehr sich die Urkirche vom Heiligen Geist leiten ließ.

 

Über das weitere Leben des Matthias schweigt das Neue Testament. Die kirchliche Überlieferung jedoch erzählt, dass er in verschiedenen Regionen das Evangelium verkündet habe. Manche Quellen nennen Judäa als seinen ersten Wirkungsort und verorten seine spätere Mission im Gebiet des Schwarzen Meeres oder in Kaukasusregionen, die in der Antike teils, als „Äthiopien“ bezeichnet wurden. Auch der Ort und die Art seines Todes wurden unterschiedlich überliefert: von Kreuzigung oder Enthauptung bis hin zu einem friedlichen Tod im hohen Alter. Die Vielfalt dieser Traditionen verweist darauf, wie weit der Name des Apostels im frühen Christentum ausstrahlte.

 

Verehrung und Vermächtnis

In der christlichen Kunst erscheint Matthias häufig mit Buch und Hellebarde, Sinnbilder seiner Verkündigung und seines möglichen Martyriums. Als Apostel, der gerufen wurde, nachdem ein anderer versagt hatte, wurde er früh zum Sinnbild der Treue im Verborgenen. Clemens von Alexandria betonte, dass Matthias nicht durch äußere Begabung, sondern allein durch die Erwählung Christi zu seinem Amt gelangte. Gerade dieses Motiv macht ihn bis heute zu einer Figur stiller Beständigkeit: ein Apostel, dessen Bedeutung nicht aus öffentlichem Auftreten, sondern aus verlässlichem Glaubenszeugnis erwächst.

 

Eine besondere Rolle spielt auch die liturgische Verehrung. In der römischen Kirche wird der heilige Matthias seit der Kalenderreform im Jahr 1969 am 14. Mai gefeiert. Im deutschsprachigen Raum hingegen hat sich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein das traditionelle Datum 24. Februar gehalten, nicht zuletzt auch, weil sein Grab in der Abteikirche St. Matthias in Trier verehrt wird und sich damit das einzige Apostelgrab im deutschen Sprachraum verehrt wird, was übrigens die Benediktiner der Abtei Santa Giustina in Padua nicht davon abhält, ebenfalls einen monumentalen Schrein mit den Reliquien des Heiligen zu beanspruchen. Beide Daten und beide Reliquienschreine erinnern an jenen Apostel, der im Hintergrund begann und doch eine bleibende Gestalt des Glaubens wurde.

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