
Diese Szene gehört zu den bekanntesten Legenden der Papstgeschichte und prägte nachhaltig die Ikonographie des Heiligen.
Fabianus erwies sich als außerordentlich fähiger Kirchenleiter. Während seiner Amtszeit, die in eine relativ friedliche Phase ohne systematische Christenverfolgungen fiel, konnte sich die Kirche in Rom stark entfalten. Fabianus ordnete die kirchliche Verwaltung, indem er die Stadt Rom in sieben Diakonatsbezirke einteilte, die jeweils von Diakonen und Subdiakonen betreut wurden. So wurde eine flächendeckende seelsorgliche Versorgung der wachsenden Gemeinde sichergestellt.
Besondere Aufmerksamkeit widmete er auch der inneren Organisation der Kirche. Er sorgte für eine klare Gliederung der Weihegrade, vergrößerte den Klerus und ließ die kirchlichen Aufgaben systematisch differenzieren – Grundlagen, die bis heute nachwirken.
Während des Pontifikats von Fabianus begann die Kirche, ihre Geschichte bewusster festzuhalten. Er ernannte Notare, die die Lebens- und Leidensgeschichten der Märtyrer dokumentierten. Zudem wird ihm die Erweiterung der römischen Katakomben zugeschrieben, insbesondere jener an der Via Appia.
Mit dem Regierungsantritt Kaiser Decius endete die friedliche Phase abrupt. Die Christenverfolgung flammte erneut auf, und Fabianus wurde eines der ersten prominenten Opfer. Er starb als Märtyrer am 20. Jänner 250. Der Kirchenvater Cyprian von Karthago würdigte ihn in einem Brief an die Gemeinde von Rom und gratulierte der Kirche zu dem ehrenvollen Tod ihres Bischofs nach einer tadellosen Amtsführung.
Fabianus wurde in den Katakomben des Callistus in Rom bestattet. Sein Sarkophag wurde 1915 wiederentdeckt. Teile seiner Reliquien, darunter eine Kopfreliquie, werden heute in der Kirche San Sebastiano fuori le mura verehrt.
Der heilige Fabianus wird meist mit Taube und Schwert dargestellt – Symbol seiner Wahl und seines Martyriums. Gemeinsam mit dem heiligen Sebastian wird er am 20. Jänner im kirchlichen Kalender gefeiert; dieser Tag ist reich an Bauernregeln, die Wetter, Fruchtbarkeit und den Beginn des neuen Wachstumsjahres betreffen.
Fabianus gilt als Patron unter anderem der Töpfer und Zinngießer sowie einzelner Orte in Mitteleuropa. Sein Leben verbindet geistliche Führung, administrative Weitsicht und standhaftes Glaubenszeugnis – ein Beispiel für die Gestalt des frühchristlichen Bischofs, der Kirche nicht nur verwaltete, sondern sie auch durch sein Martyrium besiegelte